Freitag, 12. Januar 2018

Nasse Füße

Seulbitz, das unscheinbare Dorf am Oberlauf der Saale, liegt in einer Auenlandschaft. Nach dem heftigen Regen neulich, ergoß sich das Flüsschen wieder mal in die Wiesen. Die Anwohner sind knapp davor, nasse Füße zu bekommen.

Mitten im Ort überquert die Landstraße die Saale und bei dieser Gelegenheit erhaschte ich im Vorbeifahren den ersten Blick des weißen Großvogels. "Ein St....." stockt das Wort im Hals. Gedanken sind schneller, als die Wiedergabe in Worten. "Nein, sag jetzt nicht Storch!", mahnt der "Besserwisser" im Kopf.

Ein paar Tage später stand der Silberreiher neben der Brücke im Saalewasser und äugte beharrlich in die Fluten. "Ardea alba", wie sein wissenschaftlicher Name ist, hat sich nach und nach auch in unserer Region eingefunden, ganz zu meiner Freude.


Seit die Saale wieder sauberes Wasser führt, findet sich der Lieblingshappen zu seinen Füßen. Das, wovor sich die Seulbitzer fürchten, ist bei Silberreihers ein MUß. Sie bekommen regelmäßig nasse Füße. Ausdauernd und regungslos stehen sie im kalten Wasser und beobachten. Manchmal schießt der Kopf mit dem spitzen Schnabel wie eine Harpune nach unten: Volltreffer .... und genauso schnell ist das zappelnde Etwas im Schlund verschwunden.

"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" und außerdem noch die bequeme Möglichkeit, sich hinter dem Auto zu verschanzen, heißt es, denn üblicherweise verschwindet der (oder die) weißgefiederte, fotoscheue Schöne hinter dem dichten Gebüsch, wenn man sich zu auffallend verhält.

Ein paar Mal mustert er mich - jetzt nur nicht bewegen. Der Silberreiher findet nichts Verdächtiges und setzt das Fische harpunieren fort.









Sonntag, 7. Januar 2018

Kein Stern am Himmel

Seit Tagen hat der Himmel seine Lichter ausgeknipst. Um ein paar Sterne leuchten zu sehen, bin ich  in die Stadt gefahren. Dort ranken sich in der Weihnachtszeit Sternrosetten um Laternen und Schweifsterne über der Hauptstraße.

Der Nieselregen vervielfacht das Licht auf den Wegen. Dazu hat sich die kalte Luft mit dem Geruch von "Kamin" zu einer wohlbekannten Wintermischung verbunden. All das ergibt eine seltsam anheimelnde Stimmung, die mich an früher erinnert.






Bald werden die Sterne auch in der Stadt verschwunden sein,- nach Hl.Drei Könige. Bei mir waren die drei Könige zum Glück gestern schon!