Dienstag, 1. Mai 2012

Die "köpings" Teil 2

Eines haben zwei dieser "Köpings" gemeinsam: Den Göta-Kanal! Würde man mit dem Boot von der Ostsee aus in den Götakanal einfahren, so käme man zuerst an Söderköping vorbei. Etwa auf der Hälfte der Strecke zum Vättern, dem zweitgrößten See Schwedens, passiert der Götakanal in einiger Entfernung die Stadt Linköping: Ihres Zeichens Universitätsstadt und Bischofssitz. Linköping hat über 100 000 Einwohner und ist damit selbst nach deutschen Maßstäben eine Großstadt.

Wer, wie wir, mit dem Blick auf Wald lebt, hat ab und zu auch Sehnsucht nach der anderen Art von Vielfalt oder einfach Lust auf Neues.

Beim Besuch des Götakanals in der Linköpinger Gegend, ließen wir die Stadt links liegen, allerdings in der Gewissheit, ihr später ganz sicher einen Besuch abzustatten. Kürzlich entdeckten wir nun, dass dieser Ort tatsächlich den Flair einer weltgewandten Stadt bietet, was wohl den vielen tausend Studenten zu verdanken ist.




Lauscht man dem Sprachengewirr, so wird man unweigerlich an die biblische Sprachverwirrung erinnert. Menschen aller Hautfarben flanieren durch die Straßen. Diese Vielfalt der Kulturen spiegelt sich in der Innenstadt wider: Ob indisches Restaurant, französische Crêperie oder Sushi-Bar, für jeden Geschmack, für jeden Gaumen lässt sich etwas finden. Entsprechend der Einwohnerzahl kann sich das mit Stockholm durchaus messen.

So ganz ablegen können und wollen wir unsere Vorlieben also nicht. Und wir haben ausgemacht in unregelmäßigen Abständen die 100km weite Fahrt zu unternehmen. Noch etwas haben wir nämlich entdeckt. Nach dem Essen beim Inder führte uns die Straße geradewegs zum Markt. Das bunte Treiben erinnerte eher an südländische Gepflogenheiten, auch wenn in Schweden der Trubel nicht so groß ist. Die Anzahl der Verkaufsstände ist überschaubar, aber die Auswahl ist in unseren Augen erlesen. Sie stellen die heimisch-schwedischen Supermarktangebote weit in den Schatten. Und alles ist frisch!


  
Die dunklen Augen, das braune Haar und die olivfarbene Haut verraten die südländische Herkunft der Standlbetreiber. Sie tun, was sie von zu Hause kennen und gelernt haben. Recht haben sie und wir sind die Nutznießer dieser Händler von Obst, Gemüse, Käse und Exotischem.

Exotisches......!? Ich lese "Okras". Hmmm,- da gab es ein Rezept in meinem indischen Kochbuch. Bisher hatte ich das fremdartige Gemüse immer mit kleinen Zucchinis ersetzt. Na die Gelegenheit kann ich mir nicht entgehen lassen. Ich kaufe ein ganzes Kilo. Nach der Grünfutterauswahl bei Konsum und Co in unserem kleinen Städtchen kommen mir die Okras jetzt wie ein kleines Wunder vor.


Ein Grund mehr für den nächsten Stadtbesuch.




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