Sonntag, 26. August 2012

Der Optimist

Geschichten können Lebensbegleiter sein. Zu meinen Lebensbegleitern gehört diese Fabel:

Zwei Frösche landen in der Milchkanne einer Molkerei,- eine ausweglose Situation, da der Rand unerreichbar ist. Die Chance, sich zu befreien, steht also äußerst schlecht.

Nach einer Zeit des „sich-über-Milch-Haltens“ gibt der eine auf und ertrinkt in den weißen Fluten. Der andere strampelt die ganze Nacht vor sich hin,- und …. sitzt am nächsten Morgen auf einem Klumpen Butter! ....

Treffend trägt die Fabel die Überschrift: "The optimist and the pessimist!" Im Nachgang kann man über den Ausspruch „Sei kein Frosch!“ also durchaus geteilter Meinung sein.

Einem solchen Optimisten aus dem Tierreich bin ich begegnet, allerdings eher einem Beutetier der amphibischen Art, einem Insekt: nicht weniger am Leben interessiert, nicht weniger ausdauernd und nicht weniger optimistisch. Ich benenne bewusst den vermenschlichenden Vergleich.

Der Ausflug zum Hästhagsjön, einem der nächstgelegenen Binnenseen, ist immer wieder lohnenswert. Gewohnheiten sind etwas Stabilisierendes, liebgewordene Routinen machen heimisch.


 
Wenn auch das Seeufer gerade herbe Einschnitte erfährt, der See nimmt's gelassen, plätschert ans Ufer, wie er es immer getan hat und gibt sich dem Wind hin, dem Regen und der Sonne.

Ein beruhigend wohltuendes Bild also, und doch … es kann voller Dramatik stecken.

Zuerst bemerke ich konzentrische Kreise, die sich auf die Wasseroberfläche malen. Bei näherem Hinsehen sehe ich das Insekt, das sie verursacht. Mit zäher Ausdauer schiebt das Tier seinen Körper Zentimeter für Zentimeter in Richtung Ufer. Wenn man die Größenverhältnisse rechnet, wären das für einen Menschen einige hundert Meter.

 
Die dünnen Beinchen und die Fühler unter Wasser frage ich mich, wie es überhaupt die richtige Richtung halten kann. Unbeirrt schwimmt das Tier und man glaubt zu erkennen, dass es seine letzten Kraftreserven gibt. Der Wind schweigt angesichts des Überlebenskampfes, zum Glück. Minuten später erreicht das Tier den rettenden Ast.

 
Ich weiß immer noch nicht, welches Flügeltier ich genau vor mir habe. Respekt, seinem Lebenswillen gegenüber, habe ich allemal. 

  
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Samstag, 18. August 2012

Das Mispelkern-Experiment

Wie war gleich noch der Name? Eigenartig, dass Manches so gar nicht im Gedächtnis haften bleiben will. Also nachsehen! Ah ja, Mispel, das war es, die Frucht, die als Königin des Frühlings bezeichnet wird, eingekauft auf dem Gemüsemarkt in Linköping vor neun Wochen!

Und … ich hatte die Kerne in Erde gesetzt und draußen zwischen den steinumrahmten Beeten in die Sonne gestellt. Mehr unbeachtet, weil man nun wochenlang keine Veränderung sah. Ganz automatisch habe ich die Töpfe mit gegossen. Und ihr habt mich ja schon damals darauf aufmerksam gemacht, dass es lange dauern würde, bevor sich etwas zeigt.


Daher heute die freudige Überraschung: Das Mispel-Experiment ist geglückt. Ich weiß nicht mal genau, wie lange schon. Die ersten Blättchen zeigen sich - eine Geburt, heimlich still und leise. Die sechs Kerne in den sechs Töpfchen wollten keine Sechslinge werden. So unterschiedlich groß, wie sie sind. Drei von ihnen tun sich noch schwer und wollen sich nicht mal dem Tageslicht zeigen. Also, husch zurück ins Erdbett und zugedeckt noch ein Weilchen unter Tage ruhen in wohlig warmer Dunkelheit.
Aber die anderen drei: die größte Pflanze sieht richtig kräftig aus mit deutlich erkennbaren Blättern an einem kurzen kräftigen Stämmchen. Und wie das in einer Familie eben so ist, die einen werden klein und kräftig, die anderen lang und schlank.



Eingebettet



Wolken-Sonnebild über der Stadt

Donnerstag, 9. August 2012

Liebe ist ...

Ivonne hat mich in ihrem Blog "Kjoi's Gedankenwelt" gebeten, über das Thema Liebe zu schreiben. 8 X etwas zu einem Thema, das, auf den zweiten Blick, gar nicht so einfach ist.

Wie das Glück, definiert die Liebe jeder anders. Man erinnere sich an die vielen Meinungen (und das nette Pärchen) zu "Liebe ist" ... . Tja, was ist nun Liebe für mich?


Die Liebe ist ein essentielles Phänomen des Lebens. Die Fähigkeit zu lieben, wird in der Regel in der Kindheit erworben.
Da ich nur geben kann, was ich selbst habe, ist Liebe zuerst Liebe zu sich selbst:  Ich bin ...



... so wie ich bin. Ich mag mich, habe Vertrauen in meine Fähigkeiten und verzeihe mir Fehler! Selbstliebe ist ein Lernprozess oder Zustand, der mir manchmal spürbar von einem warmen Gefühl im Herzen bestätigt wird.

Als Gefühl nach außen hat Liebe viel mehr als 8 Facetten. Liebe bezieht alles ein, was uns umgibt. Sie erweitert im Menschsein das "Ich" zum "Du" und zum "Wir".


Liebe ist Lebensfreude und Wohlwollen


Liebe ist Vertrauen und Wahrhaftigkeit



Liebe ist Klarheit und Offenheit



Liebe ist Zuneigung und Einfühlungsvermögen



Liebe ist Hilfsbereitschaft und Getragensein



Liebe ist Selbstbestimmung und Verantwortung



Liebe ist Verbundenheit und Geborgensein



Liebe ist Aufmerksamkeit und Hingabe



Liebe ist Verständnis und Verzeihen




Liebe ist ... das große Ganze. Sie füllt mit ihren Facetten das Leben aus, gibt Stärke, nimmt Angst und macht es dadurch in positivem Sinn möglich.




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Samstag, 4. August 2012

Freitag, 3. August 2012