Sonntag, 28. Oktober 2012

Natur-Begabung



Svarteström/Småland/Schweden

* Anmerkung: das Foto ist unbearbeitet, einzig Wasser und Wind waren hier die impressionistischen Gestaltungskünstler

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Blattgold


Leuchtendes Herbstlaub
erhellt die grauen Tage.
Die Laterne schweigt.



Kastanie im Stadtpark von Gamleby/Schweden

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Sonntag, 14. Oktober 2012

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Dienstag, 9. Oktober 2012

Von den Socken

Sprichwörtliches wird ja immer gern genommen. Warum auch nicht, spiegelt sich darin doch die Erfahrung der Generationen wieder. Irgendwann gelang es jemandem den Erfahrungsschatz in wenige Worte zu kleiden. Leicht verständlich und auf den Punkt gebracht entstand das Sprichwörtliche.


Ich bin „von den Socken“, sagt jemand, der völlig überrascht ist. Soweit, so klar. Das Spiel mit dem Wort erweitert sich auf amüsante Weise, wenn sich zwei Sprachen der Gestalt überlappen, dass gleich geschriebene Wörter völlig Verschiedenes bedeuten. Ich bin dann gerne bereit solche Dinge für mich zu karikieren.

Der Behauptung: „Ich bin von den Socken“, würde in Schweden zweifellos die Frage folgen: „Und von welchem?“ Und natürlich würde man nicht antworten: von den selbstgestrickten, sondern hier bedeutet die Antwort der Name eines Landschaftsteils. Schweden ist unterteilt in socknar und das sind ursprünglich die Kirchspiele bzw. Gemeinden, zuerst ausschließlich die kirchlichen später wurden die staatlichen Gebilde angepasst.

Es finden sich in Tjust 21 verschiedene socknar auf einer Strecke von ungefähr 120 km Luftlinie. Jeder socken hatte sein eigenes Gotteshaus. Von einigen dieser socknar habe ich schon berichtet.
Eine Zusammenfassung der socknar ganz anderer Art habe ich gestern entdeckt.

Für mich war gestern ein besonderer Tag. Wider aller Planung habe ich nämlich gestern das erste Buch in der Stadtbibliothek geliehen. Den Leihausweis besitze ich seit der ersten Woche meiner Ankunft hier und erst gestern war es soweit. Ich habe mir ein Buch über die Sagen der Landschaft Tjust geliehen. Neugierig habe ich es schon mal durchgeblättert und fand auf der ersten Seite die Landschaft von Tjust mit ihren Kirchspielen abgebildet. Und gleich zu Anfang verspricht das Buch aus fast jedem socken eine Sage. Spannend, oder?


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Staatswesen



Arbeiterinnen am Bienenstock

Samstag, 6. Oktober 2012

Ungehört

Stille,- nur ein Blatt
fällt und fällt zwischen Zweigen
ungehört ins Moos



Herbstlicher Blick aus meinem Fenster

Donnerstag, 4. Oktober 2012

"hjärtblad",- ein Stück Frauengeschichte

Ein Buch, ein Roman, und was für einer!, kann ich heute zum Abschluss meines Leseabenteuers sagen:

Mittelschweden, die Landschaft Dalarna (= die Täler). Malerisch und traditionsreich liegt die Landschaft zwischen dem Siljansee und den südlichen Bergen des schwedischen Fjälls. Einer der Hauptorte ist Malung, in dem sich die ersten Lebensjahre Huldas zutragen.


Die Geschichte der Dalakulla Hulda, wie man die Mädchen aus Dalarna nannte, wird von Aino Trosell erzählt. Ende des 19.Jahrhunderts, die Industrialisierung hatte Schweden vollständig erfasst, ist Darlarna, bis auf wenige Ausnahmen, ein landwirtschaftlich geprägtes Land geblieben. Es besteht Schulpflicht. Hulda besucht einige Jahre die Schule, lernt Lesen, Schreiben und Rechnen.


Danach folgt sie den Spuren vieler Frauen dieses Landstrichs, wird Hirtin und ist verantwortlich für das Vieh der hier ansässigen Großbauern. Nach ihrer Konfirmation stirbt die Mutter plötzlich. Hulda übernimmt die Lasten des gesamten Haushalts und die Erziehung ihrer Geschwister. Dabei kommt zum ersten Mal eine ihrer Begabungen ans Licht, die Art Menschen mit Geschichten in ihren Bann zu ziehen. Sie tröstet damit sich und ihre Geschwister über die schwere Zeit hinweg.


Der Vater heiratet wieder. Hulda fühlt sich überflüssig und bricht aus der bisher gewohnten Umgebung aus. Obwohl sie verliebt ist, versucht sie sich als Händlerin und zieht mit einer älteren Dalakulla, die Bescheid weiß, fort. Unterwegs merkt sie, dass sie die Arbeit als Händlerin nicht will und beschließt sich in Stockholm als Magd zu verdingen.


Hulda findet Stellung bei einer wohlhabenden Familie. Wieder schenkt ihr die Begabung, Geschichten zu erzählen, den kleinen Vorsprung Außerordentliches zu erreichen. Der kleine Sohn der Familie gesundet, dank des natürlichen Wesens und der Erzählkunst der inzwischen jungen Frau.

Auch die Herrschaft ist fasziniert von Huldas Geschichten und bittet die junge Frau vor Gästen zu erzählen.

Als die Dame des Hauses stirbt, wird Hulda die Ehefrau des Dienstherrn. Aber Huldas herrschaftliche Zeit währt nicht lange. Das Nichtstun, das Leben ohne Aufgabe und Anstrengung macht die einst quicklebendige Hulda ernsthaft krank. Wieder bricht sie aus diesem Leben aus, findet für eine geraume Zeit Unterschlupf bei einem Freund der Stockholmer Familie.


Auf Reisen rund um im Land wird Hulda langsam gesund. Auf Arbeitssuche lernt sie eine selbstbewusste Hotelbesitzerin kennen. Die Frauen fühlen sich aus dem gleichen Holz geschnitzt. Hulda bekommt die Arbeit, kehrt nach Dalarna zurück, wo die Errungenschaften der neuen Zeit einem verwandelten Leben Bahn brechen.



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