Dienstag, 15. Januar 2013

Schwedendesign

Neuigkeiten aus Schweden
Sie haben langweilige Wohnungseinrichtungen satt, die perfekt gestylt, aussehen wie Ausstellungsräume. Die drei Designer Pernilla, David und Roland wollen mit ihrem „FULDESIGN“ einen ehrlichen, persönlichen Gegenpol schaffen, der Einrichtungen von Perfektionismus befreit.

Design ist ein beliebtes Betätigungsfeld in Schweden und nicht selten wird aus dem Hobby der Beruf, wie bei den drei Jungdesignern. Die Richtung „Kunst“ im schwedischen Gymnasium ist sicher eine Grundlage für das bis ins Ausland bekannte Schwedendesign. Die Ideenvielfalt ist tatsächlich groß und ich werde oft den Gedanken nicht los „Es gibt nichts, was es nicht gibt“. Da heißt es sich abheben von der Masse, auffallen ist Trumpf, angesichts einer großen Anzahl Jungdesigner.


Ob sie ihre werbewirksame Idee nur geschickt verpacken oder ob es tatsächlich ihrem Wunsch entspricht, ein Gegengewicht zur Vereinheitlichung zu schaffen, hin zu persönlichem muss dahingestellt bleiben. „FUL“ heißt „Hässlich“ und das alleine ist in einer perfektionistisch orientierten Welt eigentlich ein No-Go und somit geschäftsschädigend. Allerdings, gerade deshalb etwas mit dem man sich beschäftigt, weil es, bizarr, so ins Auge fällt.

Perfekt gestylt, perfekt eingerichtet, perfekt in der Arbeit, perfektes Leben, der Hang zum Zwang ist nicht weit und wird geschürt. Hässlich ist grob gesagt etwas, das nicht in die Norm passt. Doch wer legt die Norm fest, die sich ja doch ständig ändert. Norm wird zum Diktat, gerne bezeichnet man das Diktat der Mode so, dem sich JederMann/Frau so gerne unterwirft. Dabei sein, um zu gelten, die Selbstbestimmung, der Selbstwert wird der Bestätigung von außen geopfert.

Ist es den drei jungen Leuten wirklich ernst, dann ist ein bisschen hässlich nicht mehr hässlich, sondern interessant, individuell und sogar schön. Und, steckt nicht in jedem von uns ein Minimonster?

Wie wäre es dann mit einem selbst genähten?

http://www.fuldesign.se/en/pyssel/gor-ett-minimonster/



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