Samstag, 16. März 2013

Ein fluffiges Etwas

Schafe sind kuschelige Tiere. Schafe wären noch kuscheliger, wenn sich nicht alles, was „kreucht und fleucht“, in ihrem Pelz verfangen würde.


Die Gelegenheit das „Wollgeschäft“ von Grund auf zu lernen, hat Vorteile. Nichts und niemand drängt, wann welche Erfahrung zu machen sind. Alles kommt, völlig logisch, aus der natürlichen Arbeitsabfolge.

Wolle waschen. 
Als ich die Wolle zu Hause auspackte, war mir klar, die sollte erst sauber sein, bevor ich mit einem brauchbaren Ergebnis rechnen kann. Im Internet findet, wer Antworten auf solche Fragen sucht. Leider ist es noch zu kalt, um das Wollwaschprogramm nach draußen zu verlegen.

Für jetzt ist die Badewanne das Mittel der Wahl. Wollwäsche ist Handwäsche. In Pflegeanleitungen zeigt die Hand direkt in die Wanne! Diese Handwäsche dauert ein paar Tage. Die Wolle muss nicht dauernd gewaschen werden, sondern muss einweichen,- stundenlang.

Vorher ist Fieselei angesagt. Grobe Verunreinigungen müssen aus den Flusen gezupft werden. Dabei wird die Wolle auseinander gezogen, eine Tätigkeit, die ihren Teil an Zeit braucht, eine schöne Arbeit, Muße, in der kleine braun-weiße "Wölkchen" entstehen.

Ich stelle eine Wanne in die Badewanne, fülle sie halb mit lauwarmem Wasser, schäume darin etwas Shampoo auf, ein Schuss Essig kommt dazu. Vorsichtig drücke ich die Wolle ins Nass, sonst filzt sie. Das Wasser wird zusehends braun. Am Abend wechsle ich das Wasser das erste Mal. Diesmal ohne Shampoo und Essig.

Verunreinigungen entfernen, Wasser wechseln, das wird Tag für Tag wiederholt. Am Montag wird die nasse Wolle voraussichtlich in den warmen Keller zum Trocknen verlegt.

Eines ist jetzt schon unverkennbar: Mit der Erfahrung vollständig eigenhändiger Herstellung, bekommt Kleidung einen anderen Wert.


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