Donnerstag, 14. März 2013

Lust auf Wolle

Es passt zum Frühjahr,- nichts hält mich in den vier Wänden, von der Kälte abgesehen.

Ich will mein Wollprojekt voranbringen und plane eine Fahrt nach Smultronboda. Auf den Höfen ist im Winter Holzzeit. Wir sind trotzdem willkommen.


Mit meiner Frage nach Wolle, laufe ich gegen offene Türen. Bevor ich mich umsehe, stehe ich in der guten Stube und versuche mich im Spinnen mit der Handspindel. Üben, üben und nochmal üben, irgendwann sollte es wie von selbst funktionieren. Wie immer haben die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt. Unlängst habe ich beim Strümpfe stricken schon Bekanntschaft damit gemacht.

Die Lust auf Wolle zieht für mich Kreise. Mein Spinnrad wird erst Ende Juni lieferfertig. Bis dahin sollte ich auf eine Handspindel ausweichen, um das Wolle ausziehen zu üben, meint die Bäuerin. Der Lernvorsprung ist von Vorteil. Eine Spindel könne ich mir leicht selbst bauen, sagt sie auch und zeigt mir ihre.

Ich versuche mich also an diesem Einfach-Werkzeug, ziehe die Wolle, reiße sie ab, muss die Enden wieder und wieder miteinander verflechten. Am Anfang ein mühsames Geschäft. Aber ich weiß, Üben und Geduld sind die einzig brauchbaren Mittel auf dem Weg der Fertigkeiten. Die Hoffnung auf Kunstfertigkeit wird es mir hoffentlich pausenlos versüßen.

Die Bäuerin zeigt mir, wie die Wolle „frisch vom Schaf“ vorbereitet werden muss. Kardieren gehört dazu. Die Handkarden probiere ich gleich an einer Partie Wolle aus. Dieses stachlige Paar brauche ich also auch noch.

Nachdem aus dem Versuchsballon die Luft raus ist, geht es zu den Hauptakteuren auf dem Hof, zu den Schafen. Keinerlei Scheu zeigen die 40 Tiere. Sie kommen nacheinander aus dem Stall getrottet, als sie uns hören. Eines davon ist ziemlich „nackt“. "Bald sehen alle so aus", erzählt die Bäuerin. Demnächst werden die Schafe geschoren.

Ich erfahre noch: „Die Winterwolle ist schwieriger zu verarbeiten“. Und dann, meint die Bäuerin: „Zum Üben kannst Du das gut verwenden“. Eine ganze Papiertasche voller Wolle wechselt die Besitzerin und leihweise stecken die Handkarden mit dabei. „Smultronboda“,- wie sagte ich vor Kurzem: „Nomen est Omen“ ...


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