Samstag, 8. Juni 2013

Westlich der Bucht

Sommerzeit – Fahrradzeit. Zeit, neue Wege zu erkunden, am liebsten entlang der Bucht. Der Radweg folgt dem Ufer und das Ufer folgt der Form der Bucht, die sich wie ein Fjord landeinwärts zieht. Der Gamlebyviken ist ungefähr 30km lang und endet in Gamleby, dem alten Handelsmittelpunkt Nordost-Smålands.

Natürlich gab es den Fjord lange bevor es den Ort Gamleby gab. Vor den Menschen war die Welt namenlos. Seine Entstehung verdankt er der letzten Eiszeit, wie überhaupt Schwedens heutige Landschaft vom Eis geformt wurde.

Die Bucht mit ihrer schwierigen Einfahrt von See her, bot den Menschen, die hier seit langem ansässig sind, Schutz. Schutz, der später mit Kontrolle einher ging. Die enge Einfahrt ist leicht überschaubar. Niemand passiert den Wasserweg ohne gesehen zu werden. Zu dieser Zeit erfand der Mensch die Maut.

Hinter der weitgestreckten Biegung, hinter der sich die Bucht Richtung Norden dehnt, meint man an einem Strom entlang zu fahren. Das Ufer der gegenüberliegenden Seite ist nur zwischen ein paar hundert Metern und einem Kilometer entfernt. Dazwischen finden sich kleine Inseln, von denen manche bewohnt sind.

Noch ist die andere Seite größtenteils bewaldet. Da und dort machen sich Kahlflächen breit, auf denen prachtvolle Häuser thronen. Von den Stadtvätern durchaus gewollt, siedelt sich hier die Finanzoberschicht an. Und es braucht keine Fantasie, um Vergleiche zu sehen, zwischen einschlägigen Orten an anderen Gewässern und in anderen Ländern.

Die Engstelle zum offenen Meer macht die Bucht empfindlich. Einträge von außen, Regen, Abwässer, Landwirtschaft und andere Einflussnahme verunreinigen das Wasser zusehends. Die Frage ist, wie lange das Ostseewasser der Bucht überhaupt noch „Frischwasser“ zuführen kann.

Noch ist das Baden oder Angeln nicht verboten, sondern ein Eldorado für Wassersportler und Leute, die sich angezogen fühlen vom Element des Lebens, wie ich.























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Kommentare:

amselgesang hat gesagt…

Ach ist das schön - wenn ich deine Bilder sehe, krieg ich immer Meerfernweh...
Danke für den wie immer interessanten und lesenswerten Post!

Einen lieben Gruß von Brigitte

Jo`s Garten hat gesagt…

"Vor den Menschen war die Welt namenlos"
Ein schön gelungener Satz, Bea- in Schweden kann man sich noch vortsellen, wie es mal war. Ich habe manchmal direkt Heimweh, die Wälder und der Duft nach Pfifferlingen. In Schweden hatte ich meinen schönsten Urlaub.

Ich wünsche Dir eine feine Sommerzeit,

herzliche Grüße aus Berlin, Jo

Bea hat gesagt…

Ja, das ist chronisch und dagegen gibt es nur ein Mittel, ohne Anspruch auf Heilung. Aber ich meine, das will man auch gar nicht ;-)
Euch alles Gute in Euerm neuen Zuhause und, dass Euch die Arbeit leicht von der Hand gehe!

Liebe Grüße
Beate

Nachtfalke hat gesagt…

Sehr schöne Bilder von einer fantastischen Landschaft da kann ich sehr gut verstehen dass Du Dich davon angezogen fühlst.
Ich hoffe es bleibt noch lange so erhalten.

Viele Grüße von der Nordsee
Nachtfalke