Mittwoch, 31. Juli 2013

Die Mispelstory

Fast ein Jahr ist es her, seit ich aus den glatten braunen Kernen das erste Mal Leben sprießen sah. Nach einem langen grauen Winter und einem späten Umzug von der Fensterbank in den Garten, hatten es die Sonne und Wärme liebenden Mispeln in den vergangenen Wochen selbst in Schweden richtig gut.
 


Einerseits ist das erfreulich. Der Wachstumsschub ist nicht zu übersehen. Andererseits macht mich das auch ein wenig nachdenklich. Es heißt zwar, "Kein Baum wächst in den Himmel", aber lange vorher ist es Zeit einen Standort für sie zu finden. Mispeln werden immerhin bis zu sechs Meter hoch und bekommen eine weit ausladende Krone. 


Natürlich haben meine Bäumchen vorerst noch etwas Zeit. Die ersten Blätter haben in den vergangenen Monaten ungefähr Originalgröße erreicht. Das feste, dunkelgrüne Laub ist handgroß und für mich ein Zeichen, dass sie gedeihen. Auch schiebt die Baumspitze ein um das andere Blatt nach, silbergrün und weich. Im Frühjahr umgetopft, hat der Wurzelballen wieder Luft und Raum sich zu vergrößern.




Im kommenden Winter brauche ich mir um den Standort keine Gedanken zu machen. Auf der Fensterbank ist immer noch reichlich Platz. Sie von draußen nach drinnen zu tragen ist immer noch ein Kinderspiel.

Irgendwann kommt die Zeit, in der es für die Bäume ein Kinderspiel sein wird "mich zu tragen". Wahrscheinlicher ist allerdings, dass es eine der folgenden Generationen sein wird, die in ihren Ästen sitzt und die Früchte verspeist. Das jedenfalls wünsche ich mir.





***

Kommentare:

Yael hat gesagt…

Hier in Israel gibt es in vielen Gaerten Mispelbaeume, sie heissen Shesek und wir hatten im vorherigen Garten auch einen. Die Fruechte kann man in der Saison auf jedem Markt und in jedem Supermarkt kaufen und sie sind nicht teuer. Ich liebe die glaenzenden und glatten Kerne und trockne sie manchmal, allerdings schrumpeln sie dann ein bisschen und sind nicht mehr so strahlend. Ich ziehe sie auf eine Schnur und haenge diese in den Shesekbaum oder sonstwo hin! :-)

Bea hat gesagt…

Hej Yael,
als Gartenschmuck kann ich mir die Kerne gut vorstellen. Es erinnert doch auch an die Kastanienschnüre aus der Kindheit.
Die Früchte gibt es hier nicht oft zu kaufen, in meinem Städtchen gar nicht. Obwohl es Mispeln in Schweden geben soll, habe ich noch keinen Baum gesehen.

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

ja, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, dann pflanzt man die Bäume für die nächste oder sogar übernächste Generation.
Aber nicht nur große Bäume sind schön, sondern auch das Heranwachsen bringt ja viel Freude. So sollte man also in jedem Alter für Baumnachwuchs sorgen.
Deine kleine Sprößlinge sehen richtig prächtig aus.

Liebe Grüße
Jutta

Pünktchen hat gesagt…

Oh wie schön: Mispeln. In meiner Kindheit oft von den Bäumen genascht. Seit Jahren aber weder welche gegessen, noch daran gedacht. Danke für die Erinnerung daran. Deine Bäumchen sehen wunderbar gesund aus. Wenn ich könnte, würde ich immer und überall Bäume mit Eßbarem hinpflanzen.

Waldflüstern hat gesagt…

Die haben sich aber herausgemacht! Ich erinnere mich noch vor einem Jahr, als du mit dem Experiment begonnen hast und es freut mich, das Ergebnis hier zu sehen.
Es lohnt ... alles ...
Herzliche Grüße
Sally

PS: Wo ist Smultron abgeblieben?

Bea hat gesagt…

Hej Sally,

... es fügt sich auch alles, wie es soll.
"Der Weise unternimmt nichts, aber tut alles", so oder ähnlich gibt es ein Sprichtwort. Das gilt für die Bäumchen und für mich.

PS: smultron ist am Waldrand und es geht ihr gut, kümmert sich jetzt um das, wofür sie da ist.
smultron53@gmail.com

mit sonnigen Schwedengrüßen
Beate

Waldflüstern hat gesagt…

Hej Smultron (ich schreib's nur noch dieses eine Mal, okay?),

ich hoffe, es hat sich für dich in ähnlicher Weise gefügt wie für die Bäumchen?
Den Weisen ihre Weise ...

... und eine gute Nacht zu dir

Herzlich
Sally

Die Bilder hier im Blog sind wundervoll. Nun hoffe ich, hier einige der "alten" Texte/Geschichten gut aufbewahrt zu finden?