Dienstag, 2. Juli 2013

Fantasia

Wer sich vor der schwedischen Sommersonne in den Stadtpark flüchten wollte, bekam gleich doppelt Gänsehaut. Nicht weil das Streichorchester im frisch renovierten Musikpavillion die Töne um Haaresbreite verfehlt hätte, sondern weil man sich in die Urwelt versetzt sah.

Im Schatten der Parkbaumriesen lauern sie, die Ungetüme, Urweltfliegen, Schmetterlinge und Libellen im Riesenformat, Insekten aller Art mit Ausmaßen, wie sie mir hoffentlich nie ohne Vorwarnung begegnen. Ich muss das Gruselkabinett nicht lange suchen.



Unter den ausladenden Bäumen steht eine überdimensionale Mücke im Gras. Mit diesem Blutsauger bekommt Familie Vampir ernsthafte Konkurrenz. Dass es sich nicht um ein paar Tropfen Blut handelt, zeigt der "Blutfleck".



Unfreiwillige Blutspende oder doch nicht? Sinnigerweise ist die Mücke mit einem entsprechend auffordernden Vermerk versehen. Meine Frage ganz allgemein: " Wer trägt die Kosten für das Gel gegen Den Juckreiz?



Wesentlich harmloser erscheint da der Marienkäfer. Mancher Gärtner würde sich in Blattlausjahren einen solch überdimensionierten Käfer wünschen. Die Blattläuse wären chancenlos, außer sie hätten Amselgröße.



Mit einem schrägen Blick nach oben fängt mein Auge das einer Fliege ein und was für einer! Starren Blickes schaut sie, vom Winde verdreht, ständig in eine andere Richtung. Scheinheiligerweise schwebt sie hier völlig lautlos. Die Flügelgröße lässt allerdings vermuten, dass sie im Anflug lärmt, wie ein Kleinflugzeug aus der Ferne. Unheimlich dabei an eine Fliegenplage zu denken. Und bevor sie auf einem Fenster landet, würde man gut daran tun, dies so schnell wie möglich zu öffnen.




Ein Stück weiter hängt ein rundes Etwas vom Ast, in den Dimensionen, wie man es von den weißen Papierlampen kennt. Mit deutlichen Schlupfspuren wiegt sich ein Riesenkokon in der Luft. Gleich gegenüber "trocknen" eben geschlüpfte Schmetterlinge ihre Flügel aus Spitzendeckchen. Oder war es doch die Kinderstube der Riesenspinne?






Zwischen den Astgabeln sitzt Thekla. Sie ist nicht irgendeine Riesenspinne, sondern die Königin derselben. Ich habe keinen Spinnenekel, aber Spinnen gehören so oder so nicht zu den Streicheltieren, obwohl sie ja irgendwie nett aussieht mit ihrer weißgepunkteten Oberseite und dem roten Bauch. Ins Netz gehen wollte ich ihr lieber nicht.

Ob Zeitreise oder Nils Holgersson-Effekt, wenn  sich  Größenverhältnisse verschieben, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.





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1 Kommentar:

rheinland-blogger hat gesagt…

Hallo Beate,
schöne Idee, den Park mit solchen Insektenfiguren auszugestalten. Mit Skulpturenparks und dergleichen habe ich mich viel zu wenig befasst. Die Ausgestaltung mit Insekten ist einmal etwas anderes.

Gruß Dieter