Montag, 12. August 2013

Wunscherfüllungstage

Am vergangenen Freitag war es so weit! Ich konnte mein niegelnagelneues Spinnrad abholen. Die grandiose Fahrt in den Westen des Landes, nahe der norwegischen Grenze, habe ich ja bereits in bunten Farben geschildert und bebildert.

Natürlich lag Spannung in den Fragen: Wie würde das Spinnrad tatsächlich aussehen, wie komme ich damit zurecht? Zwar hatte ich in der Zwischenzeit fleißig mit der selbstgemachten Spindel das Ausziehen der Wolle geübt, aber ein "Restrisiko" bleibt, zumindest in Gedanken.


Die Ankunft am sonnigen Nachmittag an einem Häuschen am See, war eindrucksvoll und Freude pur. Mein Spinnrad "erwartete" mich, stand fertig aufgebaut vor der Haustür. Ich sah es schon vom Auto aus. Eigentlich standen da zwei Spinnräder, aber ich erkannte meines gleich. Es hat im Gegensatz zum anderen zwei Trittbretter!


Dass das so ist, habe ich Roswitha vom Blog "durchschnittlicht" zu verdanken, die mir mit ihrem Rat Entscheidungshilfe geleistet hat. Auf diesem Weg ein herzliches Danke an dich, liebe Roswitha!!




Die Familie Henkys ist mir sicherlich nicht böse, wenn ich ihren Namen nenne, denn in ihrer Drechslerei wurde mein Spinnrad gebaut. Und weil die Henkys Schweden mögen und jedes Jahr hier Urlaub machen, haben wir vereinbart, dass sie das Spinnrad nach Schweden mitbringen. 

Und natürlich ging es gleich " in medias res". Die Folgezeit war vollgepackt mit Informationen über das Spinnen an sich, über das Spinnrad, die Bauweise, das Holz, die Pflege und viele andere interessante Neuigkeiten mehr. Familie Henkys hatte auch Wolle zum Spinnen dabei. Die unterschied sich meilenweit von der, die ich daheim selbst gewaschen, kardiert und versponnen hatte. Hier durfte ich "Wolkenwolle" verspinnen.



Die erschwerte Übungszeit mit der kurzfasrigen Wolle hatte jedoch ihren Vorteil. Zu Anfang ging das Spinnen wie von selbst. Wenn da nicht das Bedienen des Doppeltritts wäre. Irgendwie braucht die Hand-Fuß-Koordination noch Übung.

Wunscherfüllungstage haben etwas Seltsames an sich. In dem Moment nämlich, in dem der Wunsch keiner mehr ist, bleibt ein Platz leer. 

Aber "Tritt zu fassen", das ist ja, was wir im Leben immer wieder anstreben, um zurecht zu kommen. Mit Wunscherfüllungstagen bleibt man in Übung. 




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Kommentare:

amselgesang hat gesagt…

Das sieht ja gut aus mit den zwei "Pedalen", wie bei so einem alten Harmonium (letzteres erfordert ebenfalls diese Unabhängigkeit von Händen und Füßen). Eine feine Sache, Strickgarn nach eigener Vorstellung spinnen zu können (wenn man es dann endlich kann...)! Mein Wunscherfüllungstag, was das Spinnenlernen angeht, liegt noch in unbestimmter Ferne :-), aber ganz bestimmt kommt er eines Tages auch...

Pünktchen hat gesagt…

Fast zehn Jahre her, daß ich mal einenSpinnkurs gemacht habe. Das hatte schon was... Dann habe ich ein Sprinnrad geschenkt bekommen, kam aber über jahre nicht dazu, das fehlende Teil ersetzen zu lassen, so daß es ewig nur ungenutzt auf dem Dachboden stand. Irgendwann habe ich es weiter gegeben. Warum soll es nicht von anderen genutzt werden, wenn ich es nicht nutzen kann?! Ich wünsche dir viel Freude an deinem Spinnrad. Mein erstes selbst gesponnenes Knäuel von damals habe ich noch heute.

Patricia hat gesagt…

Liebe Bea,
herzlichen Glückwunsch zu deinem Schätzchen !
Ich habe auch ein Rad mit Doppeltritt und liebe es,
es ist wie Radfahren .
Viele schöne versponnene Stunden !!

Bea hat gesagt…

@ amselgesang

ja doch, lass es für Dich wahr werden! Wenn man mal soweit ist, dass es so selbständig funktioniert, wie Autofahren, ist es die unterhaltsamste Art einen langen Winterabend in der Familie oder unter Freunden/Innen zu verbringen.
Ich freu mich drauf.

Herzlich grüßt Dich
Beate

Bea hat gesagt…

@ Pünktchen,

das erste selbst Spinnrad gesponnene Knäuel habe ich heute aufgewickelt. Und auch ich möchte es als Erinnerung so aufheben, wie es ist. Es liegt mehr darin, als man ihm außen ansieht.

Liebe Grüße aus Schweden
Beate

Bea hat gesagt…

@ Patricia,

danke sehr! Und weil ich bestimmt schon jetzt viel Zeit damit verbringe, habe ich überlegt aus der Wolle Pulswärmer zu stricken, eine feine Sache als Weihnachtsgeschenk und durchaus etwas Besonders.
:-)

sei herzlich gegrüßt,
Beate

Roswitha hat gesagt…

Liebe Beate,
ich freue mich so sehr für Dich! Heute nur ein kurzer Gruß, es ist für mich schon spät.
Herzliche Grüße,
Roswitha

Yael hat gesagt…

Viel Spass damit! :-)

Bea hat gesagt…

Danke Roswitha und Yael!

Es macht wirklich sehr viel Freude mit dem Spinnrad zu arbeiten.

Herzlich, Beate

Roswitha hat gesagt…

Ich bin immer wieder in Gedanken bei Dir. Es ist sehr schön anzusehen Dein Rädchen und Deine netten Füße! Hast Du es mal barfuß probiert? Das mag ich im Sommer besonders gerne, im Winter eben mit Socken. Da fühle ich mich noch mehr mit dieser Ur-Beschäftigung verbunden. Ich weiß inzwischen auch, welches Rädchen bei mir irgendwann noch einziehen soll. Aber das dauert noch ein Weilchen. Kommst Du inzwischen mit dem Doppeltritt gut klar? Hach ja, Doppeltritt. Ich benutzte meinen "Ein-Tritt" manchmal mit beiden Füßen, was aber kein Vergleich ist.
Schön, das wir so ein paar gemeinsame Hobbies haben :-)
Alles Liebe.
Roswitha