Samstag, 21. September 2013

Am Götakanal

Der Herbst gibt sein Bestes: Nicht zu warm, nicht zu kalt und für das fotografische Tüpfelchen auf dem i ein paar weiße Zierwolken auf Reinblau. Nachdem SMHI im Frühstücksradio eine Regenfront für das Wochenende in Aussicht stellte, stand der Entschluss für eine Tour mit dem Rad fest.




Ziel war der Radweg entlang des Götakanals, eine Entdeckung beim ersten Besuch in Söderköping. Die reizvolle Erinnerung an die Fahrt ein Stück entlang des Canal du Midi war schnell präsent und ich hoffte auf eine ähnliche Erfahrung am Göta-Kanal.

Söderköping, knapp 100 km nördlich meiner Wahlheimat-Stadt, gehört zu den Touristenattraktionen im Sommer. Die Zeit ist für diese Saison vorbei, die Tagesordnung des Städtchens eine andere, wenn das Gedränge fehlt. Es fehlt- eigentlich nicht-, mir jedenfalls nicht. Und so fährt es sich still auf dem Radwanderweg, der wie der Wasserweg, die Ostsee mit dem Kattegatt in Westschweden verbindet.

Zumindest denke ich mir das. Der Radweg führt nämlich nicht durchgängig am Kanal entlang, aber für die nächsten 25km bis zum ersten Binnensee. Dann geht es weiter über Straßen, bis der Götakanal sich wieder durch die Landschaft schlängelt und mit ihm der begleitende Weg. Klug durchdacht, nutzten die Ingenieure des Kanals die große Anzahl Seen, um sich Bauarbeiten zu sparen.

Im Touristenbüro in Söderköping gibt es einen Plan über die Strecken bis zum Vänern, dem größten aller Binnenseen Schwedens, der ebenfalls ein Teil des Götakanals ist, ein kleines Meer, dessen Umrundung eine Sache für sich ist.

Wir begnügen uns mit einer ersten Etappe und beginnen diese nicht in Mem, dem Start- bzw Schlusspunkt des Kanals, sondern direkt im Städtchen Söderköping, das der Kanal streift. Er unterquert die E22, auf der der Autoverkehr dafür jede halbe Stunde gestoppt wird. Dann hebt sich die Brücke und die Schiffe können auf ihrem Weg ins Landesinnere oder umgekehrt weitersegeln. Für uns Radwanderer steht so eine sichere Überquerung nicht bereit und so quälen wir uns über diese Fast-Autobahn, auf der die Fahrzeuge schon mal mit 100 km/h daher kommen. Eine lebensgefährliche Geschichte.

Danach wird es ruhig. Nicht einmal eine handvoll Schiffe ist unterwegs. Die Schleusenwärterhäuschen sind unbesetzt. Wer jetzt den Götakanal befahren will muss sich anmelden. Die Wartezeiten vor den Schleusen dauern. Das kümmert die Radler natürlich nicht. Die stressfreie Fahrt entlang dieser Wasserstrasse ist das herbstlich eindrucksvolle Bilderbuch einer urschwedischen Landschaft. 




























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Kommentare:

wir-und-das-leben hat gesagt…

Wooow - gerade zu Foto 3 und 5. Sehr schöne Gegend da. Hmm Schweden, da war ich noch nie. Wohl mal eine Reise Wert. So weit ist es ja nicht weg. Viele Grüße

Waldameise hat gesagt…

So schönes Wetter hattet ihr, wahrlich ein goldener Herbsttag.
Danke für die schönen Fotos und den begleitenden Bericht.

Besonders gefällt es mir an der Stelle, wo das Tischlein mit den Bänken am Baum steht. Ein herrliche Perspektive von dort aus, da hätte ich es ein Weilchen ausgehalten.

Liebe Abendgrüße!

Cux-Nachtfalke hat gesagt…

Schweden ist ein schönes Land, das wußte ich schon lange und Du bestätigst meine Meinung immer wieder mit fatastischen Bildern und guten Beschreibungen.
Danke Dir.

Viele Grüße
Nachtfalke

Sarah-Maria hat gesagt…

hach. schön! ;)
- und so wie die beiden enten auf dem letzten bild, fühle ich mich grad. habe grad urlaub und genieße ihn bis zur erschöpfung. ;)

liebe grüße zu dir,
sarah maria