Freitag, 13. September 2013

Groß-Artig

Sie ist Einwanderin und soll aus dem Himalaya stammen. Als ich sie das erste Mal sah, war ich fasziniert, wusste nicht, wie es eine derartige Schönheit, wie sie, an den Rand des Waldes verschlagen kann und dachte an Zufall. 

Später las ich über sie in der Tageszeitung, damals noch in meiner schwäbischen Heimat. Die Menschen, die über sie berichteten, standen ihr nicht so uneingeschränkt positiv gegenüber. Von Unterwanderung war die Rede, von Verdrängung.

Tatsächlich ist das indische Springkraut über Finnland auch in Schweden angekommen. Auf der Lichtung, dem Ort, wo ich Lauch, Karotten und Zwiebeln gesät und gesetzt habe, nimmt sie einen kleinen Platz am Waldrand ein. 

Und natürlich heißt sie hier anders. Sie trägt den sehr weiblichen Namen: Balsamine und weil sie so "großartig" ist, hat man ihr den Beinamen "Jätte" gegeben, was nichts anderes als "Riese" bedeutet. Die Jätte-Balsamine oder Riesenbalsamine kann mich gut und gerne zwischen ihren Pflanzenstängeln verstecken. Sie ist wie ein Wald am Wald, aber licht mit hellgrünen Stängeln im Sommer, die jetzt im Herbst rot werden.

Die wunderschönen rosaroten Blüten, die aussehen wie Pantöffelchen, ziehen Insekten magisch an. Am öftesten sieht man Hummeln, die in den Blüten vollständig verschwinden, wenn sie auf Nektarsuche sind.

Ob es die Farbe der Blüten oder ihr Duft ist, der Insekten lockt oder beides, weiß ich nicht. Für die Welt der Insekten ist die Einwanderin aus dem Fernen Osten ein Nahrungszuwachs im Wald, der die Tiere weit in den Herbst mit dem Lebensnotwendigen versorgt.

Doch mancher Biologe kann, anders als die Insekten, die Jättebalsamine "nicht riechen". Die einheimische Pflanzenwelt wird durch das Springkraut bedrängt, heißt es. Allerdings gab es zu allen Zeiten einwandernde Pflanzen, die alte durch neue ersetzt haben.

Das Springkraut macht seinem Namen alle Ehre. In Siebenmeilen-Stiefeln (die Samen können bis zu sieben Meter weit geschleudert werden) verbreitet sich die schöne eilige Asiatin überall hin, wo sie annähernd ihre Lebensbedingungen findet.

Den damaligen Ausrottungsgedanken kann ich nicht viel abgewinnen, dem Duft der Jättebalsamine allerdings auch nicht.




















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Kommentare:

schöngeist for two hat gesagt…

Diese Pflanze kenn eich nicht aber sieht toll aus und die Blüten davon .. wie hoch wachsen kann und ihre Blühtensamen scheudern kann ist ja toll!
Was alle so gibt!

Lieben Gruss Elke

Junischnee hat gesagt…

Schön aussehen tut diese Pflanze wohl, ich kenne sie von vielen Pilgertagen, ganze "Plantagen" gibt es inzwischen. Sie vermehrt sich wirlich unheimlich und nimmt anderen Pflanzen leider den Platz und die Nahrung zum Übereben.
Liebe Grüße aus Bayerns Süden, Christine