Freitag, 27. September 2013

Heute mal ...

"Närrische Träume"
eines meiner Lieblingsgedichte

Heute Nacht träumte mir, ich hielt den Mond in der Hand,
wie eine große, gelbe Kegelkugel und schob ihn ins Land,
als gält' es alle Neune.
Er warf einen Wald um, eine alte Scheune,
zwei Kirchen mitsamt den Küstern, o weh, 
und rollte in den See.






Heute Nacht träumte mir, ich warf den Mond ins Meer.
Die Fische all erschraken und die Wellen spritzen umher
und löschten alle Sterne.
Und eine Stimme ganz aus der Ferne, schalt:
"Wer pustet mir das Licht aus?
 Jetzt ist's dunkel im Haus!"





Heute Nacht träumte mir, es war rabenfinster rings.
Da kam was leise auf mich zugegangen, wie auf Zehen ging's.
Da wollt' ich mich verstecken,
stolperte über den Wald, über die Scheune vor Schrecken,
über die Kirchen mitsamt den Küstern, o weh,
und fiel in den See.




Heute Nacht träumte mir, ich sei der Mond im Meer.
Die Fische alle glotzten und standen im Kreis umher.
So lag ich seit Jahren,
 sah über mir hoch die Schiffe fahren
und dacht, wenn jetzt wer über Bord sich biegt
und sieht, wer hier liegt
zwischen Schollen und Flundern,
wie wird der sich wundern.



 Gustav Falke (1853-1916)



*** 

Kommentare:

Waldameise hat gesagt…

Wow, fantastische Aufnahmen, liebe Bea. Und das Gedicht kannte ich noch nicht. Es ist wunderbar. Danke dafür.

So kann man ins Wochenende starten. Dass es schön wird, wünsche ich dir.

Mondgucker hat gesagt…

Das Gedicht ist trollig und so wunderschön zu lesen mit deinen wunderbaren Aufnahmen!
Dir ein schönes gemütliches, was das Herz begehrt wünschendes Wochenende!

Lieben Gruss Elke

SUSIBELLA hat gesagt…

Wunderbar dieses Gedicht und die Aufnahmen des Mondes. Danke. schönes Wochenende wünscht susibella.

Brita hat gesagt…

Thanks for your comment. Nice, varied and nice pictures of the moon. A fine post. Have a good / brita