Samstag, 30. November 2013

In heaven ...

"Duster" ist heute die himmlische Aufgabe bei der "Raumfee", für die ich Fotos aus dem Archiv geholt habe.

Duster ist dunkel mit einem kleinen bisschen Licht. Das sollte für Schweden keine schwierige Aufgabe sein, aber es ist eben kein typisches Fotowetter. So musste das Archiv der verschiedenen Jahre und Jahreszeiten herhalten. Hier also düstere Tage aus meiner Wahlheimat (bitte Bildunterschrift beachten :-)  :

Glanzeis auf dem See Hjorten



Stürmische Stunden



Typisch Schwedensommer



Hier wird heimgeleuchtet :-)

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Freitag, 29. November 2013

"Einmal Visby und zurück"...

... das gab es lange nicht mehr in unserem Städtchen und nun soll es entgegen aller Unkenrufe bald wieder soweit sein. Visby ist der Hauptort auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland und gute 3 Stunden Bootsfahrt vom Festland hier entfernt. Die kürzeste Entfernung übrigens.

Die Wirtschaftsgeschichte der jüngsten Zeit meinte es nicht gut mit meiner Wahlheimat, der "Perle der Ostküste". Nachdem ein namhafter schwedischer Elektrokonzern seine Pforten vor einigen Jahren schloss, stand die Fährverbindung nach Visby auf Gotland auf dem Prüfstand, bis sie aufgegeben wurde. Das Städtchen verlor nicht nur die Steuereinnahmen aus der Wirtschaft, sondern auch seine Bedeutung als Hafen. Ein herber Einschnitt für den Tourismus, dem einzigen Wirtschaftszweig, der die Stadt einigermaßen, saisonal über Wasser hielt.

Das Glück der Wirtschaftswelt verabschiedete sich in das 80 km weiter südlich gelegene Oskarshamn. Mit dem nahen Kernkraftwerk sprudelten die Steuereinnahmen fast automatisch in den dortigen Stadtsäckel. Der Wirtschaftsstandort wurde attraktiv. Bald gab es aus Småland nur noch diese einzige Fährverbindung auf die beiden großen Ostseeinseln Schwedens.

Im Nachhinein sprach man von Nachlässigkeit und Schlamperei der damaligen Stadtväter. Viel zu schnell wurde der Aufgabe der Fährverbindung zugestimmt. Dass man nun Mühe hat, diese wieder aufzubauen und vor allem rentabel zu gestalten, ist allein an den widersprüchlichen Aussagen in den Artikeln der heimischen Zeitung abzulesen.

Mindestens einmal pro Woche werden gegensätzliche Aussagen über eine neue Fährverbindung unters Volk gebracht. Die Leute "winken ab" und widmen sich anderen Themen. Verständlich, denn die Triebfeder, Projekte voranzubringen, stellte sich mehr als einmal als zu kurz heraus. Wie ich schon einmal schrieb, verlief hier Einiges im Sand.

Nun bekam die Hoffnung neue Nahrung. Ein Boot sei gechartet und stünde in Athen zur Abholung bereit. Nicht bereit sind aber die Hafenanlagen, die bis nächstes Jahr im Juni modernisiert werden müssen, damit die Inbetriebnahme zur schwedischen Urlaubszeit erfolgen kann. Arbeitsplätze müssen besetzt werden und ein Fahrplan erstellt.

Ein Wettrennen mit der Zeit hat begonnen, der Winter ist die Eiskugel am Bein. Und trotzdem hoffen alle auf gute Aussichten für die neue Chance. "Einmal Visby und zurück", das wär' schon was!





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Mittwoch, 27. November 2013

Essen in Schweden

Was dem Italiener die Pizza ist, ist dem Schweden sein Pyttipanna. Pyttipanna ist umgangssprachlich und fast ein Nationalgericht. Es heißt übersetzt "Winziges in der Pfanne" und deutet schon die Resteverwertung an, die es sein soll. Daher sucht man es vergebens auf den Speisekarten gehobener Restaurants. Es handelt sich um Hausmannskost.

Pyttipanna, ein Name und viele Ausführungen also. Nicht zuletzt gibt es das Gericht auch als Dosenware zu kaufen und hat den Anspruch als Resteverwertung natürlich damit verloren, weil es einfach paradox ist. Wer kauft freiwillig Reste, eingedost???!

:-)  Das ist natürlich nur ein Spaß, denn längst hat sich Pyttipanna als eigenständiges Gericht in den Küchen von Raststätten und Schnellrestaurants breit gemacht. Die Zutaten sind landesüblich und das ergibt ein preiswertes Essen.

Die Grundzutat des Pyttipanna sind Kartoffeln. Im Original werden diese in kleine Würfel geschnitten und mit Zwiebelstückchen angebraten, nach Geschmack gesalzen und gepfeffert. Pyttipanna ist ein ausgezeichnetes Mittagessen für "blaue Montage", weil der Fleischrest vom Sonntag, ebenfalls klein geschnitten, darunter gemischt werden kann (oder Hackfleisch oder deftige Wurststücke)

Für Vegetarier ganz wichtig, Tofu in Würfel geschnitten geht auch. Pyttipanna ist flexibel (nur mit Fisch habe ich das Gericht noch nie gesehen, aber wer weiß?). Zum Original gehört Rote Bete, am besten die eingelegte oder auch selbst gekocht und in Scheiben geschnitten. Die Krönung der Mahlzeit ist das Spiegelei, das einfach über das ganze gelegt wird.

Manchmal sieht man Pyttipanna auch mit Eisbergsalat oder gekochten Karotten, eben das, was vom Sonntagsessen übrig ist. Und wer Hausmannskost mag, der kommt an Pyttipanna nicht vorbei. Mir schmeckt es nicht nur montags!

Bildquelle: Wikipedia

Dienstag, 26. November 2013

Ein Nachmittag im Schärengarten

Und noch ein Sonnentag, der genutzt werden wollte, zu einem Besuch im Schärengarten, etwas abseits gewohnter Wege. Das lässt neue Blickwinkel zu. Die Erde ist gefroren, der Schnee fehlt noch. Das eröffnet Wege, die sonst nicht so mein Ding wären: Felskletterei und "Sümpfewaten". 

Niemand ist unterwegs außer ein paar Seevögeln. Das gestrandete Schiff weit draußen erweist sich als Sinnestäuschung, der man erliegt, wenn die Luft so klar ist, dass man mit bloßem Auge so weit sieht, wie sonst nie. Das Tele der Kamera klärt die Situation: Es sind bisher nie gesehene Felsen an denen die Gischt hochspritzt, die Tücken eines Garten mit lauter Inseln.

Vertrocknete Blumen erweisen sich als ideales Motiv vor Hüttenwand oder Wasserfläche. Schwäne rücken sich ideal ins Sonnenlicht, bevor ich ihnen zu nahe komme und sie über die Bucht das Weite suchen. An klaren Tagen, wie diesem, bekommt die Sonne schon am Nachmittag diesen Stich ins Orange und Rote, das seinen Schein auf Felsen und Bäume legt. Die innere Uhr sagt "Abend" dazu, ein Widerspruch, den man spürt.














































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"Eisbein"

Der "Möbelriese" am Stadtrand ist als Pflicht schnell abgehakt. Die Kür ist mir lieber.


Leider hat sich die Stadtkarte von Linköping immer noch nicht ausreichend ins Gedächtnis eingeprägt. Das Auto und ich "landen" am Dom. Das ist nicht schlecht, weil eindeutig.

Linköping im Lichterschmuck verspricht Abwechslung. Ich habe die Kälte unterschätzt und für einen ausgedehnten Stadtbesuch viel zu wenig angezogen. Zusehends rutschen die Temperaturen noch einmal um einzelne Grade nach unten. Die Kälte wird bissig, kriecht unangenehm am Körper hoch, ich bin angespannt. "Keine Lust auf Fotos" und so bleibt das des Glockenturmes das einzige.

Ich bin hungrig und friere, ein Zustand, den ich schon sehr lange nicht mehr in dieser Intensität hatte. Die Kälte zehrt und zerrt. Ich jage fast schon die Straße hinunter zum Marktplatz.

Verlockend reihen sich dort Restaurants und Cafes aneinander. In den Panoramafenster spiegelt sich meine Gestalt. Gleichzeitig schauen mir entspannte Gesichter gut gelaunter Menschen entgegen und Mäntel über den Stuhllehnen.

Meine Wahl fällt auf den Italiener an der Ecke. Beim ersten Schritt nach drinnen fällt die Kälte schlagartig von mir ab. Eine riesige Last ist wie weggeblasen. Ich spüre wie sich jeder Muskel entspannt. Mein Innenleben beginnt sich zu beruhigen.

Es gibt genügend freie Plätze. Ob mir die Bedienung ansieht, dass ich Hunger habe? Sie weist freundlich auf das Buffet. Erst dann gibt sie mir die Speisekarte. Ein Italiener, der keiner ist, das ist in Schweden häufig so. Die Zuwanderung aus dem Nahen und Mittleren Osten ist enorm. Die Küche liest sich eindrucksvoll und für meine Begriffe ideenreich und ist endlich mal abseits von köttbullar (Fleischklößchen), potatismus (Kartoffelbrei) und pytt i panna ("Rest von Gestern und Vorgestern", eine Art Nationalgericht).

Gefüllte Weinblätter, Reissalat, Artischocken, Oliven. Ich muss aufpassen, dass mir der Hunger nicht zu viel auf den Vorspeisen-Teller löffelt. Ich warte indessen auf "Ofenkartoffel mit Tunfischpaste und Salat".

Draußen, vor dem Panoramafenster huschen Gestalten vorbei: den Kopf in die Schulter gezogen, den Mantelkragen bis über beide Ohren hochgeschlagen, die Hände in den Taschen vergraben oder in dicke Schals gewickelt. Ich bin zufrieden.


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Montag, 25. November 2013

Zu Fuß nach Svarteström

Das Tief zieht über die Ostsee ab. Ich bin bei Sonnenaufgang wach und kann den Wolken noch nachwinken.




Jeder Sonnentag ist im Herbst/Winter willkommen. Für solche Fälle plant man schon mal etwas im Voraus. Heute war so ein frischer, strahlender Tag. Die Strecke nach Svarteström bin ich lange nicht gegangen und für heute war sie genau das Richtige.


Der Stadtrucksack reicht für eine kleine Brotzeit unterwegs. In Schweden ist man selbst die Frau, denn Ausflugsgaststätten sind im Winter geschlossen, wenn es denn überhaupt welche gibt. Leider sind solche Lokalitäten komplett unterrepräsentiert. Tee und ein Stück Brot müssen herhalten und sind besser als nichts.

Das Auto bleibt in einer kleinen Ausbuchtung zurück. Der gut ausgebaute Waldweg zweigt direkt von der Hauptstraße ab. Am anderen Ende liegt das Kraftwerk von Svarteström, das einem der schwedischen Stromgiganten gehört.

Die Nase riecht unverfälschte Frischluft. Die Lungen verschaffen sich mit einem tiefen Atemzug Platz. Die Sonne, noch nicht ganz im winterlichen Zenit, streut da und dort Lichtflecken in den Wald und auf den Weg. Später liegen ganze Partien in vollem Sonnenschein. Es ist der pure Luxus!

Scheint die Sonne, ist es kalt. Die wenigen Grad unter Null lassen Pfützen gefrieren. Überall wachsen Eisblumen, -farne und -palmen auf der feinen Kruste. Wie immer kommt auf dem Hinweg die Kamera nicht zur Ruhe. Mitwandernde brauchen da schon Geduld mit mir.



Das Waldstück hat sich seit dem letzen Mal wenig verändert. Der Unterschied besteht darin, dass alles in ungetrübtem Sonnenlicht liegt. Die Wasserspiegel der Seen, zwischen denen das Kraftwerk liegt, haben Tiefstand. Keine Turbine ist zu hören, dafür fällt das Wasser rauschend durch die Schlucht zu Tal, wo es der größere der beiden Seen auffängt.



Im Turbinenhaus sind historische und moderne Technik miteinander verknüpft. Nun wundere ich mich nicht mehr, dass kein Turbinengeräusch zu hören ist und finde die Antwort hinter dem Haus. Dort, wo das Wasser in den See strömen müsste, herrscht gähnende Leere.
Die leicht gekräuselte Wasseroberfläche hat andere Sehenswürdigkeiten zu bieten:
"Moderne Wasserkunst".




Es wird Zeit zurück zu gehen. Gewöhnlich bleibt die Kamera dann im Rucksack, wenn sich da nicht doch noch ein paar Besonderheiten aufgetan hätten. 



























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Samstag, 23. November 2013

Mit Hund und Herz

Glück und Himmel, da fällt mir zuerst der 7. Himmel ein. Der 7. Himmel ist ein wunderbarer, aber wusstet ihr, dass er mehr als eine Tür hat?

Mitten in den Wäldern Smålands gibt es wenig freie Sicht auf den Himmel. Da wirkt es schon mal als Befreiung, wenn ein Waldstück gerodet und der Blick ungehindert ins Weite führen darf.

Auf dem Weg zur Lichtung, auf der ich immer wieder freie Zeit verbringe und ein Stück Garten bearbeite, begegnete mir dieses Himmelsglück, von dem ich nicht wusste, dass es bald Wirklichkeit wird. 







und selbst das, dass wir uns so gut leiden mögen, wusste der Himmel schon vorher.




mehr Himmelsglück ist bei "In heaven" zu sehen.


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Freitag, 22. November 2013

Post, die Zweite

  
 aus meiner Postkartensammlung "Asakusa", Tokio, Japan


Schneeflocken,
 im Gleichmaß bedecken sie
  Brücke und Land.
Nur der Fluss, das Weiß verschlingend,
 folgt dunkel seinem Weg.

Die Geisha am Fluss, 

der blaue Mantel,
auf den Schultern ist er weiß,
seit der Novemberschnee
sich lautlos nieder ließ.

                                                        Beate




Das Schreiben von Tanka und Haiku ist eine weltweit beliebte Form der Dichtkunst, für die ich eine Vorliebe habe. Sie ist die kürzeste Form, eine Begebenheit, etwa aus der Natur, zu schildern. 

5-7-5 heißt die schlichte Form des Haiku und gemeint sind die Silben japanischer Wörter. In anderen Sprachen nur schwer einzuhalten, ist nicht ausschließlich das Silben zählen entscheidend für ein gutes Haiku, sondern vor allem sein Inhalt.

Ursprünglicher, nämlich 1300 Jahre alt, ist das etwas längere Tanka-Gedicht mit 5-7-5-7-7 Silben, aus dem das Haiku später hervorgegangen ist.

Es ist lange her, seit ich mich zuletzt mit dem Haiku beschäftigt habe. Neben der unerfreulichen Post in meinem E-Postfach bekam ich heute, völlig überraschend, ein Päckchen aus der bayerischen Landeshauptstadt. Darin, gut verpackt, ein Bändchen mit Tanka-Gedichten aus 1300 Jahren.

Ein sehr lieber Anstoß aus dem Süden, jetzt im Winterhalbjahr meiner alten Leidenschaft wieder nachzugehen und etwas zu tun, das die Aufmerksamkeit aller Sinne verlangt und Achtsamkeit will.


Zusammen in der
Welt der Haiku und Renga
Du und ich.

:-)

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BETRUGSVERSUCH !!!

Alle Jahre vor Weihnachten. Vorgestern war es wieder mal soweit.

Im e-Postkasten fand ich eine Mail mit Strafandrohung, wenn ich eine bestimmte Rechnung nicht bezahlen würde. Pech, ich schulde Niemandem was, also FAKE.

Deshalb, solltet Ihr eine gleichlautende Mail bekommen haben, dann Finger weg!!!!!!! 


Verehrter Kunde,

Sie haben die Bestellung vom 23.10.2013 bis heute nicht beglichen. Es wurden Zahlungen bis zum 21.11.2013 berücksichtigt.

Aktennummer: OH38202748I
Bestellnummer: 69587872219
Betrag: 354,00 EU

Der Betrag der Bestellung entspricht 354,00 EU. Unser Anwaltsbüro wurde berechtigt den ausstehenden Betrag für Ihre Bestellung einzufordern. Zusätzlich wird Ihnen eine Mahngebühr von 11,00 Euro berechnet und die Gebühren unserer Tätigkeit von 54,78 Euro.

Sparen Sie uns bitte weitere Maßnahmen gegen Ihre Person. Wenn Sie die Zahlung verweigern müssen Sie mit weiteren Strafen rechnen. Sie haben bis zum 26.11.2013 die letzte Chance die gesamte Summe zu zahlen.

Einzelheiten der Abrechnung und die Bankdaten zur Überweisung finden Sie im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen

Beauftragte Anwaltskanalei Levin Friedank und Welser



Nur doof, wenn man die Sprache der einschlägigen Berufssparte nicht beherrscht.



:-)      :-(


Donnerstag, 21. November 2013

En miniature

Die blaue Stunde ist längst vorbei. Die Bäume im Wald hinterm Haus staken wie schwarze Reisigbesen in den dunklen blaugrauen Abendhimmel. Wenn ein Tag Novembertag heißen sollte, dann müsste das der heutige sein. Anders als vor zwei oder drei Tagen hat nur diffuses Licht auf die Erde gefunden. Das einzig wirklich Strahlende ist die Straßenlaterne an der Ecke, bevor der kurze, gepflasterte Weg an unsere Haustür führt.

Abends erscheinen an den Fenstern da und dort schon erste Lichterbögen. Das erstaunt hier Niemanden. Die Sehnsucht nach Licht wächst mit der Anzahl der Stunden Dunkelheit. "Bloß keine trüben Gedanken aufkommen lassen!" Wollen sie näher kommen, werden sie verscheucht. Aber auch ohne Betrübnis ist die Beschäftigung mit dem Adventsgedanken hell und freundlich. Einmal Zeit haben, statt dem sonst üblichen "ich-muss noch was für den Advent...", tut der Kreativität gut.



Ein leerer Blumenkasten, sonst Behältnis für Geranien, Fleißige Lieschen und ähnliche Gewächse, ist eine willkommene Aufgabe für solche Novembertage. Der Wald nebenan erleichtert die Gestaltung. Dort gibt es alles, was für eine kleine Traumlandschaft aus dem Reich der Wichtel gebraucht wird: Steine, Moos, Erde, Zweige. Die übrigen Zutaten befinden sich im Keller: kleine Glaskugeln, Mohnkapseln, Sternchen, ein Holzwichtel, den ich vor Jahren von einer kleinen Schwedin geschenkt bekam. Die Wohnung hat keinen geeigneten Platz für solche Arbeiten, deshalb dient die überdachte Terrasse als Arbeitsplatz. Noch lassen die Außentemperaturen das zu.




Zuerst fülle ich die Erde in den Blumenkasten, lege dann die vier verschiedenen Moosarten, die ich auf dem Felsenhügel gefunden habe, darüber. Die Moosteile sind nicht passgenau. In den Zwischenräumen ist die Erde zu sehen. Dort stecken zum einen die Zweige von Heide und Wachholder, zum anderen werden sie mit den kleinen Glaskugeln ausgefüllt oder mit den Mohnkapsel, die aus einem Gesteck früherer Jahre stammen.

Der adventliche Fensterschmuck kostet keine Krone, außer ein wenig Zeit an einem trüben, typisch novembrigen Tag.


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Sonntag, 17. November 2013

Vogel und Beere

Erster Frost im Garten, am frühen Morgen beim Zeitung holen. Kein Glitzerfrost, sondern nur ein eisgrauer Hauch auf dem Laubteppich. Unter meinen warmen Fingern zerfließt das Grau in Nässe. 

Für die Vögel ist Winter. Nach der Frostnacht ist der Boden hart gefroren. Die Meisen, einige Amseln und Rabenvögel suchen sich jetzt ihr Winterfutter vor meiner Haustür. "Vogelbeere" haben wir früher dazu gesagt. Der einheimisch gebräuchliche Name klingt für mich heute noch wie eine Warnung.

Meine Eltern sorgten sich, ich könnte von den Beeren naschen, weil sie eine so auffordernd rote Farbe haben. Tatsächlich heißt es, die Vogelbeeren sind schwach giftig. Ich habe sie nie roh probiert.


Andererseits ist die Vogelbeere oder Eberesche, wie sie eigentlich heißt, einer meiner Lieblingsbäume mit Strauchcharakter. Hier in Schweden habe ich zwei verschiedene(?) Arten ausgemacht, eine mit orangen Beeren und hellgrünen Blättern und eine mit feuerroten Beeren und dunklerem Laub. Ich sehe den Unterschied, kenne aber keine Erklärung dafür.




Den Vögeln ist das völlig egal. Mit der Kälte wächst die Begeisterung der gefiederten Freunde und ihre Anzahl tagsüber. Erst kommen die Großen, dann die Kleinen. Bei der Früchtemenge will auch kein Baumbesucher die Beeren vom Boden auflesen. Wie nach einer Schlacht am kalten Buffet verteilt sich der rote Beerensegen über das braune Laub unter dem Baum. Die Nager wird's freuen.

Für kurze Zeit ist alles vorbei. Etwas später holen sich die Großen ihren Nachschlag. Vögel von der Größe eines "Eichelhäher" ungefähr. Die Tiere kommen in Scharen. Der Baum ist bald vollbesetzt.

Sie sind scheu und ich benehme mich nicht unauffällig genug. Dann kommt mir die Sonne zu Hilfe und scheint für ein paar Minuten genau auf den Baum. Die unruhige Gesellschaft merkt bald, dass ich sie auf's Korn nehme. Einer nach dem anderen sucht das Weite.

Fotoauswertung: das ein oder andere Foto "geht durch", aber was sind das für Vögel? Manchmal verquicken sich die Tatsachen zu einem größeren Ganzen: Wacholderdrossel auf Drosselbeere, könnte man sagen, so heißt die Eberesche nämlich auch, mit einem ihrer vielen landsmannschaftlichen Namen. 















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