Dienstag, 12. November 2013

Herbst


Herbst am Waldrand. Einzelne Blätter segeln zu Boden und füllen letzte Lücken im bunten dichten Teppich. In vier Wochen verändert sich viel. Ein "anderes Småland" ist es, das mich zurück erwartet.

Es ist schattenlos und durchsichtiger geworden im Wald. Die laubarmen Bäume sind dem Restlicht kaum mehr ein Hindernis. Durchlässigkeit eingetauscht gegen Licht, welch geniale Balance. Nicht zuletzt wirkt das Fehlen der Birke, direkt vor dem Fenster, auf die gleiche Weise.

Der Blick auf den Waldrand ist jetzt ungehindert offen und vermittelt Weite. Dem spürbaren Empfinden von "frei" folgt ein tiefes Durchatmen.

Der Wunsch nach Rückzug bleibt. Zunehmende Dunkelheit und Kälte verlangen dem Leben eine deutliche Zäsur ab. Die Lebenskraft strömt in die Wurzeln unter der Erde. Dort sichern sie den Fortbestand. Die Wurzeln tragen das Leben. Die Erde schützt es vor dem, was kommt. 



Herbst zu Hause. Helligkeit und Wärme. Ein einfaches Feuer erfüllt beides gleichzeitig.

Die Grund-Bedingungen für menschliches Leben werden sich nie verändern. Die Bedingungen des menschlichen Lebens haben sich verändert.

Inzwischen wohnen die meisten Menschen auf der Welt in Städten. Die Hütte, das Haus ersetzte die Höhle. Aus der Feuerstelle ist für Viele Licht und Wärme auf Knopfdruck geworden. Doch mit dem Fort-Schritt entfernt sich der Mensch immer weiter von der Natur. Er vergisst und verliert seine Wurzeln und damit die Bodenhaftung und wird haltlos.

Zurück in die Höhle?- sicher nicht gewollt. Allerdings, die Zeichen stehen auf Sturm, der uns ohne Bodenhaftung einfach wegreißt. Die Unersättlichkeit lässt übersehen, was wir haben. Nach dem Aufstieg der Absturz, zurück zu den Wurzeln eben. Kein Baum wächst in den Himmel und trägt reich, wenn er beschnitten wird. Beschneiden - bescheiden wir uns und geben dem Leben auf der Erde eine Zäsur, der Einfachheit halber! 



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Kommentare:

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

Dein Post regt zum Nachdenken an über unser Verhältnis zur Natur. Sicher haben wir nicht auf alles Einfluss, aber trotzdem kann wohl jeder Einzelne etwas tun. Aber dazu müsste ein Umdenken stattfinden und da habe ich bei Vielen so meine Bedenken. Viele Menschen sind unentlich naturfern geworden und gehen mit ihre gnadenlos um ohne Rücksicht auf Verluste.

Liebe Grüße
Jutta

Roswitha hat gesagt…

In dieser Jahreszeit ohne Blätter kann man besonders weit sehen, nach außen und nach innen.
Liebe Grüße, Roswitha

Kleine Waldameise hat gesagt…

Deine Gedanken gehen mir wieder einmal unter die Haut, liebe Bea. Gänsehaut pur. Wunderbar geschrieben ... mir aus der Seele. Danke dafür.

Ein lieber Abendgruß
Waldameise

Mondgucker hat gesagt…

eine sehr an regende Post die einen das Wirkliche im Leben hin führen lässt und nicht das streben nach mehr und mit Geld verbunden alles...
ja, hier bei mir erlebe ich es, dass nicht das mit rennen und nach rennen für mich wichtig ist sondern mein inneren Ausgleich und was mir gut tut im Einklang der Natur!
Da sage ich Danke fürs bewusster machen was so wichtig ist!

Grüssle Mondgucker