Sonntag, 17. November 2013

Vogel und Beere

Erster Frost im Garten, am frühen Morgen beim Zeitung holen. Kein Glitzerfrost, sondern nur ein eisgrauer Hauch auf dem Laubteppich. Unter meinen warmen Fingern zerfließt das Grau in Nässe. 

Für die Vögel ist Winter. Nach der Frostnacht ist der Boden hart gefroren. Die Meisen, einige Amseln und Rabenvögel suchen sich jetzt ihr Winterfutter vor meiner Haustür. "Vogelbeere" haben wir früher dazu gesagt. Der einheimisch gebräuchliche Name klingt für mich heute noch wie eine Warnung.

Meine Eltern sorgten sich, ich könnte von den Beeren naschen, weil sie eine so auffordernd rote Farbe haben. Tatsächlich heißt es, die Vogelbeeren sind schwach giftig. Ich habe sie nie roh probiert.


Andererseits ist die Vogelbeere oder Eberesche, wie sie eigentlich heißt, einer meiner Lieblingsbäume mit Strauchcharakter. Hier in Schweden habe ich zwei verschiedene(?) Arten ausgemacht, eine mit orangen Beeren und hellgrünen Blättern und eine mit feuerroten Beeren und dunklerem Laub. Ich sehe den Unterschied, kenne aber keine Erklärung dafür.




Den Vögeln ist das völlig egal. Mit der Kälte wächst die Begeisterung der gefiederten Freunde und ihre Anzahl tagsüber. Erst kommen die Großen, dann die Kleinen. Bei der Früchtemenge will auch kein Baumbesucher die Beeren vom Boden auflesen. Wie nach einer Schlacht am kalten Buffet verteilt sich der rote Beerensegen über das braune Laub unter dem Baum. Die Nager wird's freuen.

Für kurze Zeit ist alles vorbei. Etwas später holen sich die Großen ihren Nachschlag. Vögel von der Größe eines "Eichelhäher" ungefähr. Die Tiere kommen in Scharen. Der Baum ist bald vollbesetzt.

Sie sind scheu und ich benehme mich nicht unauffällig genug. Dann kommt mir die Sonne zu Hilfe und scheint für ein paar Minuten genau auf den Baum. Die unruhige Gesellschaft merkt bald, dass ich sie auf's Korn nehme. Einer nach dem anderen sucht das Weite.

Fotoauswertung: das ein oder andere Foto "geht durch", aber was sind das für Vögel? Manchmal verquicken sich die Tatsachen zu einem größeren Ganzen: Wacholderdrossel auf Drosselbeere, könnte man sagen, so heißt die Eberesche nämlich auch, mit einem ihrer vielen landsmannschaftlichen Namen. 















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Kommentare:

Roswitha hat gesagt…

So wie Du die Vögel beschreibst und ich sie sehe, hatte ich sie hier auch schon und dann den Namen Wacholderdrossel raus gesucht und aufgeschrieben.
Es gibt verschiedene Vogelbeerarten. Man kann sie aber gekocht essen. Guck mal hier bei Birgit: http://olann-wolle.blogspot.de/2013/09/eberesche-apfel-und-birnen.html
Ich glaube, in der "Landlust" habe ich mal einen ausführlichen Artikel darüber gelesen. Ich gucke mal, ob das in den wenigen Zeitschriften in meinem Besitz war.
Liebe Grüße, Roswitha

Yael hat gesagt…

Unglaublich wie leer gefressen der Baum schon ist - ein richtiges Fest fuer die Voegel!
Gelungene Fotos! :-)

Junischnee hat gesagt…

Tolle Fotos sind Dir gelungen!
Hab einen schönen Sonntag, lG, Christine

übringes bin ich auch mit der Warnung vor den Vogelbeeren groß geworden und habe die an meine Söhne weitergegeben ;-)

Cux-Nachtfalke hat gesagt…

Sehr schöne Fotos, leider kann ich Dir nicht sagen was für Vögel das sind.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.
Viele Grüße
Nachtfalke

Galina Kran hat gesagt…

Wunderschöne Bilder ,meine schwigermutter kocht Marmelade aus den Beeren .lg Galina

Jana hat gesagt…

Schön hast den Vogel aufgenommen mit den Beeren sieht das wunderschön aus.
Schönen Abend und liebe GRÜße Jana.

Mondgucker hat gesagt…

Wie toll du ihn getroffen hast! Es ist nicht einfach ein flatterter Vogel in die Linse rein zu bekommen!
Ich dachte auch sie sind nicht mal essbar diese roten Früchten verbotene strengstens für Kinder verboten hiess auch bei mir...
Herrlich dein Posting!

Gruss Mondgucker