Dienstag, 31. Dezember 2013

Willkommen 2014



Veränderungen zulassen, damit haben es Viele schwer. Kein Wunder also, wenn mit dem Jahreswechsel auch Wehmut einher geht. Dabei wissen wir alle zu gut, dass das Leben immerwährenden Veränderungen unterliegt, geradeso, wie auf einem Weg, den wir gehen und neben dem die Landschaftskulisse stetig wechselt: einmal gefällt sie uns, ein anderes Mal nicht.

Mir die schönen Momente eines Jahres ins Gedächtnis zu rufen ist ein guter Abschluss. In zwangloser Reihenfolge habe ich die Fotos ausgewählt. Zu jedem Bild gehören bedeutende Augenblicke der Freude, die ich mit Glück, Lachen, Lernen, Freiheit, Gesellschaft, Naturerleben, Neugier und Zuneigung verbracht habe. Dass es auch andere Momente gab, steht auf einem anderen Blatt.

Und nun wünsche Euch, dass Ihr das Jahr 2013 in das Schatzkästlein der Erfahrungen legt und mit allen anderen Menschen das Jahr 2014 "Willkommen" heißt.

Das Beste für 2014 Euch Allen,
Beate

12 Bildbeschreibungen mit Bloglinks in Reihenfolge von links oben nach rechts unten

Insel Björkö (Ausflug)
See Hjorten (Fahrradtour)
Mein neues Spinnrad 
Im Jahr der Schlange (Geburtstag)
Unser Schrebergarten
In Vimmerby (Astrid Lindgrens Grab)
Auf Öland (Tagestour)
Am Götakanal (Fahrradtour)
Mitten im Wald (vom Garten auf der Lichtung)
Svarteström (Wanderung)
Händelöp (Ausflug)
Hästhagsjön (Badewetter)

Sonntag, 29. Dezember 2013

Im Wellertal

Wir haben uns wieder ins Fichtelgebirge aufgemacht. Hinter der Stadt Selb, bekannt geworden durch das Rosenthal-Porzellan, geht es durch alten Wald, der dem meiner Wahlheimat sehr ähnelt.






Als Wasserscheide verteilt das Fichtelgebirge das Wasser von vier Flüssen auf drei Ströme: die Waldnaab in die Donau, Saale und Eger in die Elbe und den Main in den Rhein. Nahe der tschechischen Grenze plätschert die Eger über Stock und Stein. In ihrem Oberlauf hat sie sich zwischen Basaltfelsen tief in die Erde gegraben. Granit, Gneis und Basalt sind "harte Brocken". Das ist das Wellertal, erdgeschichtlich alt, wie das Gebirge.


Schon im Oberlauf wird das Wasser der Eger für die Stromgewinnung gesammelt. Durch den Wald zieht sich ein Kanalbett, das in Fels gehauen wurde. Der menschliche Eingriff in die Natur nimmt sich zwischen den urigen Bäumen seltsam gleichmäßig aus. Allerdings ist die Natur dabei, die Wunden abzumildern. Moose säumen die Steinkanten und verhelfen ihnen zu einer weicheren, abgerundeten Form. Die Natur greift in Menschenwerk ein.


Im weiter nach oben auf die bewaldete Hügelkette schwingt sich der Weg. Kleinere Holzeinschläge lassen bis weit ins Tschechische blicken. Die Landesgrenze ist nur einen Katzensprung entfernt.


Auf unserer Wanderung kreuzen wir viele Wege, Wege mit alten Namen, die den Schluss zulassen, dass es hier lange vor unserer Zeit Verbindungen gab.


Auf der Hälfte der Strecke passieren wir den Ort Neuhaus. Von der spektakulären Burg
existiert nur noch der Platz, auf dem sie stand. Ab Neuhaus geht es hinunter, zurück ins Wellertal.


Schon hier ist aus dem Flüsschen ein Fluss geworden. Behäbig, trägt er sein schwarze Flut durch viele Mäander. Nur ein Stück weiter wird sein Lauf durch das Kleinkraftwerk gestört. Das Rückstaubecken füllt ein kurzes Stück des Wellertales mit dem dunklen Wasser.


Hier drückt sich der Weg zwischen Ufer und Felstürmen am Flusslauf entlang. Die Felsen sind ein Kletterparadies geworden. Die überhängenden Basalttürme darf man durchaus als Herausforderung ansehen mit hohem Schwierigkeitsgrad. Deshalb, früh übt sich!

Früh übt sich!
Dort, wo sich "Fuchs und Hase gute Nacht sagen", ist auch der Biber nicht weit. Der fleißige Burgenbauer hat wieder eine Heimat gefunden und beglückt mit haarscharfen Beweisen seiner Baukunst.


Selbst am Ende der Rundweges wartet noch ein botanischer "Leckerbissen". Seltenes Leuchtmoos bedeckt die Felswand auf der anderen Flussseite. 


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Samstag, 28. Dezember 2013

"Halb voll Feuer" - in heaven

Dass neben Wolken Stämme und Äste winterlicher Bäume hervorragend das Rot eines Sonnenuntergangs spiegeln können, habe ich gestern auf der Wanderung erlebt. 

Dass die "Raumfee" "in heaven" mit "halb voll Feuer" untertitelt, ist der passende Zufall. 

"Halb voll Feuer", heute nicht nur im Himmel sondern auch in den Bäumen.











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Freitag, 27. Dezember 2013

"God fortsättning"

... das wünscht man sich gegenseitig gleich nach den Feiertagen in Schweden.

"Weiterhin alles Gute" und damit es nicht nur ein frommer Wunsch bleibt, haben wir uns auf den Weg gemacht, nicht nach Schweden, sondern ins Fichtelgebirge.




Er war auch oft und gerne zu Fuß unterwegs, weshalb man den Weg nach ihm benannt hat: Jean Paul. 



Dem deutsche Schriftsteller mit dem bürgerlichen Namen: Johann Paul Friedrich Richter war kaum ein Weg zu weit. Die schmale Kasse lehrte ihn das Laufen. So lernte er auf Schusters Rappen seine Heimat auf das Genaueste kennen.

Für einige Stunden waren wir heute auf den Spuren Jean-Pauls, keine besonders anstrengende Sache, aber voller schöner Aussichten,


 für Überraschungen gut :-)



 und eine richtig "gute Fortsetzung" nach üppigen Feiertagen.





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Donnerstag, 26. Dezember 2013

Montag, 23. Dezember 2013

Frohes Fest

Mein Wahlheimat-Städtchen im Dezember 2011
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Unterwegs nach Weihnachten

"Du kannst Dir den nehmen oder such Dir einen anderen aus, es stehen genug herum", zeigt der Waldbesitzer auf einen ungefähr 10-jährigen Baum neben dem Haus.

Weiter unten am Hang war vergangenes Jahr gerodet worden. Das hatte dem kleinen Waldhof Luft und Sonne gebracht. Luft und Sonne ist auf einer småländischen Waldlichtung Leben und Luxus, weil winters die Bäume zu jeder Tageszeit lange Schatten werfen.



Dass das so bleibt, wird der Fichtennachwuchs zu Weihnachtsbäumen. Der Wald erneuert sich selbst. Der Nachwuchs "in den Startlöchern" verteilt sich unter hohen Laubbäumen, die die Waldarbeiter stehen ließen: Birke, Espe, Wildkirsche. Ich sehe mich um und nicke zustimmend.

Ein Paar Tage später entscheiden wir, nach vielen Jahren wieder einmal in der alten Heimat Weihnachten zu feiern. Die Baumwahl fällt deshalb doch auf eine andere, viel kleinere Fichte.

Ein Bäumchen aus meiner Wahlheimat in die alte Heimat mitzubringen, hat für mich etwas Verbindendes. Es stellte sich die Frage des Transports. Der war dann mit einem kleineren Baum schnell gelöst.

Die stachlige Kleine wurde auf der Rücksitzbank des Autos transportiert. Behutsam verpackt in einer Riesen-Reisetüte, die uns der schwedische Möbelhersteller mit einer Schranklieferung hinterließ. Gut, solche Dinge aufzuheben.

Auf der Fähre begegnet unserem Bäumchen eine ältere Schwester. Im engmaschigen Netz musste die auf dem Dachträger die Reise über sich ergehen lassen, dem Fahrtwind und allen Wettern ausgesetzt.

Jetzt steht das Bäumchen im Wohnzimmer und wartet darauf morgen vom Wald- zum Lichterbaum zu werden.


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Sonntag, 22. Dezember 2013

Fluten

"Macht 8.30", tönt es von vorne; bezahlen -, während die Gedanken schon voraus eilen.

Die Autotüren fallen ins Schloss. Im selben Moment erfasst mich die Menschenmenge auf dem Gehsteig. Ich lass mich fort ziehen, ohne genau zu wissen, wohin es geht. Ich bin aber sicher, "die Flut" hat dasselbe Ziel wie ich.


Der bekannte Weihnachtsmarkt liegt im Zentrum. Menschenflut, Lichterflut, die vorweihnachtliche Zeit setzt noch eines obenauf mit Straßenschmuck, Schiffsschmuck, Fensterschmuck, Budenzauber: glitzern, blinken, funkeln, zwei- und dreidimensional.


Je weiter man ins Zentrum vordringt, desto üppiger. Bin ich schon so entwöhnt, dass mich beim Anblick die Lichterwelle einfach überflutet?

Ist schon richtig, bei mir am Waldrand erhellen die Sterne und der Mond und bestenfalls eine Laterne neben dem Haus die Nacht. Im Advent kam draußen eine Lichterkette über dem Rosenbogen dazu. Es sind stille Lichter, ohne aufgeregtes Blinken, ohne den Druck dahinter "SCHAU, WAS  ES HIER GIBT"!

Nur die Sterne im All tun das, so, wie sie es schon immer getan haben: das stille Funkeln, das es länger gibt, als Augen, die es sehen.


Der Mittelpunkt der Lichterfülle ist erreicht. Von außen nach innen ziehen sich Girlanden zu einem Punkt über dem Marktplatz. Darunter schiebt sich die Menschenflut, teilt sich auf, wie Wasser um Felsbarrikaden, um am Ende wieder zusammenzuströmen. Zusammenströmen, um sich abermals in verschiedene Arme aufzuteilen, die sich am Ende in den engen Straßen und Gassen der Innenstadt verlieren.



Erleichterung, nur ein Foto hier, ein Foto da. Gekauft habe ich ... nichts. So faszinierend mir der Lichtertrubel und der Menschentrubel erschienen, manches empfand ich in meinen Augen durchaus dem kommenden Fest angemessen, so gerne habe ich bei einem Abendessen meine Ruhe. Im achten Stock, mit Blinken und Blitzen der Festbeleuchtung aus der Ferne und Menschen, die sich in seinen Bann ziehen lassen, wie Motten das Licht.






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Samstag, 21. Dezember 2013

Mondglück

Glück mit dem Mond hatte ich gestern nicht. Trotz wunderschön beleuchteter Stadtkulisse aus dem 8.Stock und Mond-Wolken-Schauspiel,- wer das Stativ nicht dabei hat, ist selbst schuld. Na gut, dann heißt es ins Archiv greifen.

Für das Mondglück und für "In Heaven": Mondphasen und andere :-)


Mond im Nest


Mondsichelmond



Spitzentanz



Suchbild:  wo ist der Mond?



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Freitag, 20. Dezember 2013

Nicht berühren!

Eis und Sonne verwandeln den Wald in einen einzigen großen Juwelierladen. Ein Stück von der Küste entfernt, hebt sich die Landschaft allmählich. Die wenigen Kilometer lassen aus + ein Grad, - ein Grad werden.  




Nebel steigt aus dem kleinen Tal zwischen Birken,Fichten und Eichen auf und wo er an deren Äste streift, legt er sich in einzelnen feinen Kristallen nieder. Der Rest strebt der Sonne entgegen. Dabei wechselt er die Farbe. Aus dem Eisgrau wird ein sanftes warmes Rosa, das schließlich in leuchtendes Orange übergeht. Eine Märchenlandschaft.

Auch auf dem Boden glitzert es an diesem Mittag tausendfach. In der Sonne lässt der Brilliantschliff Kristalle in Regenbogenfarben funkeln. Ein Juwelierladen sähe armselig dagegen aus. Doch auch hier heißt es "bitte nicht berühren". Im Juweliergeschäft würden die Alarmglocken schrillen, Mutter Natur ließe ihre Kostbarkeiten einfach zerfließen.   




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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Mitten im Winter

Wenn Pflanzen Wärme spüren, wittern sie den Frühling. Sie tun, was sie tun müssen: Wachsen, blühen, Früchte tragen und sich vermehren.

Wenn so etwas mitten im Winter auf der Fensterbank stattfindet, ist das ein kleines Wunder, besonders, wenn es bei so vielen verschiedenen Pflanzen vor sich geht, wie bei mir zu Hause.

Als von Roswitha vor einigen Wochen ein Päckchen ankam, fand ich unter anderem drei Zweigstücke, in denen spürbar das Leben steckte. Seitdem hat sich daran einiges verändert. Jeder der Stängel hat inzwischen gewurzelt und sogar feine Blättchen bekommen.

Die Jostastecklinge sind mit mir "ausgewandert". Das hat sie nicht weiter gestört. Auf der Küchenfensterbank in Schweden haben sie sich munter weiterentwickelt. Demnächst bekommen sie das erste Mal Erde an ihre Wurzeln. Im nächsten Frühjahr werden sie das neue Gartengrundstück bereichern.

Ich kannte Jostabeeren bis dahin nicht. Die Mischung aus Johannis- und Stachelbeeren ist säuerlich und schmeckt genau nach ihrem Namen. Woher ich das weiß? Die beerig-feine Kostprobe in Form von Marmelade, die Roswitha mitgeschickt hat, hat mir darauf den Mund wässrig gemacht.

Gleich neben den Jostabeerenzweigen stehen nach guter alter(?) schwedischer Sitte Blaubeerzweige in einer Glasvase. Immer wieder sah ich Frauen mit Sträußen hier am Waldrand entlang gehen, wo das Gesträuch dicht an dicht wächst. Neugierig geworden, holte ich mir auch ein paar und siehe da, nach einigen Tagen zeigte sich, wie gut sich das Leben in ihnen versteckt hält, das die Wärme sogleich hervorlockte.

Mit Geduld und ausreichend Wasser beschenkte mich das "Gestrüpp" mit kleinen weißen Glöckchen. Mitten im Winter die Wiedergeburt von Licht und Leben ...

... weihnachtlicher kann es kaum werden! 


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Dienstag, 17. Dezember 2013

Wollgewand(t)

Sicher kein Meisterstück, aber mit Hingabe gefertigt.!

Diesmal ist es nicht so sehr Zufriedenheit, die sich breit macht und die für mich zählt. Es ist eine Art tiefgreifende Beruhigung, etwas für den Menschen Essentielles ohne Hilfe herstellen zu können. Das erste Woll-Gewand, an dem ich, bis auf das Scheren der Schafe, alles selbst gemacht habe, ist fertig. 

Ein Projekt, von dem ich lange geträumt habe und das zu einem meiner innigsten Wünsche zählte, ist auf dem besten Weg.

Zwar entstanden diesmal statt einem Pullunder Wollschuhe aus den ersten Knäueln, aber das spielt für mich eine untergeordnete Rolle.

Die neue Idee wurde aus einer gewissen "Not" geboren. Ich bemerkte, die vorbereitete Wolle würde bei weitem für einen Pullunder nicht reichen. Der Neigung, immer feinere Wolle zu spinnen, konnte ich mich nicht entziehen. Fast automatisch gelang der Faden immer feiner, sodass letztendlich die Stärke der Wollfäden nicht mehr zusammen passte.

Die Fadenstärke zu steuern ist wohl einer der nächsten Lernschritte.

Ein Paar Woll- oder Hüttenschuhe, die ich gelegentlich trage, brachten mich auf die Idee. Sie eigneten sich außerdem ausgezeichnet als Vorlage. Wegen der dehnbaren, weichen Strickart konnte ich auf besondere Genauigkeit verzichten. Und so passen die Schuhe für alle Größen zwischen 37 und 41. 

Jeder Schuh ist aus einem Stück in Nadelstärke 5 gestrickt. Zwei Nähte geben ihm zum Schluss die Form. Den Schuhcharakter bekommen die Strickteile von der Häkelkante am Schaft. Und eines kann ich jetzt schon sagen: Damit bekommt niemand KALTE  FÜSSE.



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