Sonntag, 1. Dezember 2013

Die Valstad kvarn


Selbst tagsüber legt die Mühle ihr geheimnisvolles Äußeres nicht ganz ab. Tief im Talgrund, hinter hohen Bäumen verborgen, streift die Sonne nur mit Mühe die Fassade. Herrschaftlich sieht das mächtige Gebäude aus. Herrschaftlich sind auch die früheren Eigentümer. Die Mühle gehörte zum Gut Valstad, das nicht weit entfernt liegt.



In ein enges Steinbett gezwängt, drängt sich der Bach rauschend am Mühlenhaus vorbei. Jetzt hat die Wasserkraft nur noch selten zu tun. Hier wird seit 1970 kein Mehl mehr gemahlen. Ein Holzsteg führt ganz nah an das Geschehen, dort wo einst das große Rad mit seinen sieben Metern Durchmesser vom Wasser bewegt wurde.



Die oberschlächtige Wasserzuführung, das Wasser erreicht das Rad über einen hölzernen Kanal, wird durch zwei Wehre geregelt. Drei Paare Mühlsteine gab es für verschiedene Getreide: Weizen, Roggen und Futtergetreide.



Die Reihe der Müller auf der Schautafel ist lang, aber längst nicht vollständig. Ein Carl Peter Fagerström war der erste Müller, der die Valstad Mühle betreute und das angelieferte Getreide mahlte. Er bewohnte das Mühlengebäude mit seiner Familie. Das erste Haus wurde bereits Ende des 17.Jahrhunderts gebaut. Er zog jedoch erst 1778 hierher. Knapp hundert Jahre später kam ein zweites, größeres Haus dazu.

Die wirtschaftliche Lage der Müllersfamilien muss nicht rosig gewesen sein. Schwedens Landbevölkerung war arm, die Zeiten kriegerisch und die Kindersterblichkeit sehr hoch. Nachzulesen ist, dass die Müller auch noch anderen Berufen nachgingen, z.B. als Mesner in den Kirchen dienten. 



Seit dem Jahr 2001 wird die Mühle durch das Museum in Västervik renoviert, das das Anwesen geerbt hat. Im Sommer werden für Besucher hin und wieder die alten Räderwerke der Mühle in Gang gesetzt.












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Kommentare:

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

schön, wenn sich jemand um solche alten Anlagen und Gebäude kümmert, damit es nicht gänzlich verloren geht. Tolle Fotos hast Du gemacht und interessant beschrieben. So lernt man immer wieder ein Stückchen von Schweden kennen.

Ich wünsche Dir einen schönen 1. Advent!

Liebe Grüße
Jutta

amselgesang hat gesagt…

Solche alten Höfe und Gebäudeensembles wirken auf uns Heutige - zumal wenn schön renoviert - immer wie ein Stück "gute, alte, heile Welt". Die Wirklichkeit war, wie du ja schreibst, oft ganz anders, und die damaligen Bewohner würden vielleicht unsere heutige Zeit eher als lebenswert empfinden...
Herzliche Adventsgrüße aus dem schwäbisch-fränkischen Unterland nach Schweden hinauf!
Brigitte

schöngeist for two hat gesagt…

Liebe Beate
Wie schön diese alte Mühle aussieht jetzt und ist gut erhalten wurden, wunderschön deine Erklärung dazu, war sehr intressant und sage dir Dankeschön dafür!
Schönen 1. Advent wünsche ich dir!
Lieben Gruss Elke