Sonntag, 22. Dezember 2013

Fluten

"Macht 8.30", tönt es von vorne; bezahlen -, während die Gedanken schon voraus eilen.

Die Autotüren fallen ins Schloss. Im selben Moment erfasst mich die Menschenmenge auf dem Gehsteig. Ich lass mich fort ziehen, ohne genau zu wissen, wohin es geht. Ich bin aber sicher, "die Flut" hat dasselbe Ziel wie ich.


Der bekannte Weihnachtsmarkt liegt im Zentrum. Menschenflut, Lichterflut, die vorweihnachtliche Zeit setzt noch eines obenauf mit Straßenschmuck, Schiffsschmuck, Fensterschmuck, Budenzauber: glitzern, blinken, funkeln, zwei- und dreidimensional.


Je weiter man ins Zentrum vordringt, desto üppiger. Bin ich schon so entwöhnt, dass mich beim Anblick die Lichterwelle einfach überflutet?

Ist schon richtig, bei mir am Waldrand erhellen die Sterne und der Mond und bestenfalls eine Laterne neben dem Haus die Nacht. Im Advent kam draußen eine Lichterkette über dem Rosenbogen dazu. Es sind stille Lichter, ohne aufgeregtes Blinken, ohne den Druck dahinter "SCHAU, WAS  ES HIER GIBT"!

Nur die Sterne im All tun das, so, wie sie es schon immer getan haben: das stille Funkeln, das es länger gibt, als Augen, die es sehen.


Der Mittelpunkt der Lichterfülle ist erreicht. Von außen nach innen ziehen sich Girlanden zu einem Punkt über dem Marktplatz. Darunter schiebt sich die Menschenflut, teilt sich auf, wie Wasser um Felsbarrikaden, um am Ende wieder zusammenzuströmen. Zusammenströmen, um sich abermals in verschiedene Arme aufzuteilen, die sich am Ende in den engen Straßen und Gassen der Innenstadt verlieren.



Erleichterung, nur ein Foto hier, ein Foto da. Gekauft habe ich ... nichts. So faszinierend mir der Lichtertrubel und der Menschentrubel erschienen, manches empfand ich in meinen Augen durchaus dem kommenden Fest angemessen, so gerne habe ich bei einem Abendessen meine Ruhe. Im achten Stock, mit Blinken und Blitzen der Festbeleuchtung aus der Ferne und Menschen, die sich in seinen Bann ziehen lassen, wie Motten das Licht.






***

Kommentare:

amselgesang hat gesagt…

Weihnachten in der alten Heimat? Da wünsche ich dir herzerwärmende Tage mit viel gemütlichem Beisammensein. Alles Gute!
Brigitte

Mondgucker-Strandläufer hat gesagt…

wie schön auf dem Weihnachtsmarkt, man kann nicht genug bekommen Fotos zu schiessen geht mir oftmals auch so! Ein tolles Erlebnis!

Noch einen Tag dann ist es so weit!
Bis dahin einen hoffentlich nicht so anstrengenden Morgen!
Lieben Gruss Elke