Sonntag, 29. Dezember 2013

Im Wellertal

Wir haben uns wieder ins Fichtelgebirge aufgemacht. Hinter der Stadt Selb, bekannt geworden durch das Rosenthal-Porzellan, geht es durch alten Wald, der dem meiner Wahlheimat sehr ähnelt.






Als Wasserscheide verteilt das Fichtelgebirge das Wasser von vier Flüssen auf drei Ströme: die Waldnaab in die Donau, Saale und Eger in die Elbe und den Main in den Rhein. Nahe der tschechischen Grenze plätschert die Eger über Stock und Stein. In ihrem Oberlauf hat sie sich zwischen Basaltfelsen tief in die Erde gegraben. Granit, Gneis und Basalt sind "harte Brocken". Das ist das Wellertal, erdgeschichtlich alt, wie das Gebirge.


Schon im Oberlauf wird das Wasser der Eger für die Stromgewinnung gesammelt. Durch den Wald zieht sich ein Kanalbett, das in Fels gehauen wurde. Der menschliche Eingriff in die Natur nimmt sich zwischen den urigen Bäumen seltsam gleichmäßig aus. Allerdings ist die Natur dabei, die Wunden abzumildern. Moose säumen die Steinkanten und verhelfen ihnen zu einer weicheren, abgerundeten Form. Die Natur greift in Menschenwerk ein.


Im weiter nach oben auf die bewaldete Hügelkette schwingt sich der Weg. Kleinere Holzeinschläge lassen bis weit ins Tschechische blicken. Die Landesgrenze ist nur einen Katzensprung entfernt.


Auf unserer Wanderung kreuzen wir viele Wege, Wege mit alten Namen, die den Schluss zulassen, dass es hier lange vor unserer Zeit Verbindungen gab.


Auf der Hälfte der Strecke passieren wir den Ort Neuhaus. Von der spektakulären Burg
existiert nur noch der Platz, auf dem sie stand. Ab Neuhaus geht es hinunter, zurück ins Wellertal.


Schon hier ist aus dem Flüsschen ein Fluss geworden. Behäbig, trägt er sein schwarze Flut durch viele Mäander. Nur ein Stück weiter wird sein Lauf durch das Kleinkraftwerk gestört. Das Rückstaubecken füllt ein kurzes Stück des Wellertales mit dem dunklen Wasser.


Hier drückt sich der Weg zwischen Ufer und Felstürmen am Flusslauf entlang. Die Felsen sind ein Kletterparadies geworden. Die überhängenden Basalttürme darf man durchaus als Herausforderung ansehen mit hohem Schwierigkeitsgrad. Deshalb, früh übt sich!

Früh übt sich!
Dort, wo sich "Fuchs und Hase gute Nacht sagen", ist auch der Biber nicht weit. Der fleißige Burgenbauer hat wieder eine Heimat gefunden und beglückt mit haarscharfen Beweisen seiner Baukunst.


Selbst am Ende der Rundweges wartet noch ein botanischer "Leckerbissen". Seltenes Leuchtmoos bedeckt die Felswand auf der anderen Flussseite. 


***

Kommentare:

Junischnee hat gesagt…

Wie immer hast Du wunderschöne Bilder mitgebracht! Und eine schöne Beschreibung einer Landschaft, in der ich noch nie war. Aber was nicht ist, kann ja noch werden - ich habe ein Pilgerweg-Schild gesehen ;-)
Lieben Gruß, Christine

schöngeist for two hat gesagt…

Das war Landschaftlich unwahrscheinliche schönes was du gesehen hast!
Diese total andere Welt, fast schon unheimlich wirkt es auf mich aber doch fasziniernd genauso!
Danke für diesen wunderbaren Ausflug!

Lieben Gruss Elke

Jutta.K hat gesagt…

Es ist schon sehr interessant, wenn "Fremde" eine Landschaft beschreiben, die einem sehr vertraut ist, weil man sehr nahe daran wohnt.
Meine Stadt Hof ist nur wenige Kilometer von Selb entfernt und durch das Wellertal habe ich schon Radtouren gemacht.
Ich kann nur bestätigen, dass es wirklich eine sehr schöne Gegend ist, besonders im Sommer.
Herzliche Grüße
Jutta

rheinland-blogger hat gesagt…

Hallo Beate,
schöne Wanderung und vor allem schöne Steinformationen !

Gruß Dieter

Oma macht das schon hat gesagt…

Faszination Foto,
ganz wunderbare Bilder
hab mich mal an dich gehängt, vielleicht kann ich ja
doch was lernen.
Liebe Grüße
Nähoma