Sonntag, 8. Dezember 2013

Lockend

Die vorletzte Partie Schafwolle liegt in der Wanne. Mit Shampooresten rücke ich dem Weide- und Stallschmutz zu Leibe. Ein großer Teil der Wolle wartet bereits weiß und duftend im Karton auf neue Geschehnisse.

Es ist sehr angenehm, mit diesem Material zu arbeiten und ich genieße es mich abends damit zu beschäftigen. Es fühlt sich sogar ein bisschen vorweihnachtlich an: "Krippenschafe im Advent". 

Aber es ist nicht nur Arbeit. Wer sich Zeit nimmt, mit Muße die Tätigkeiten der Wollverarbeitung aufzunehmen, lernt nicht nur ein altes Handwerk, sondern auch innere Ruhe.

"Bei einer Sache sein", damit kommt ganz langsam das Gespür für die Technik. Ich kann auf erste Erfahrungen zurückblicken. Das Geheimnis daran ist die Vielseitigkeit des Vorgangs, der Wechsel der Tätigkeit und ihr Fortgang. Das tut gut, wenn mit eigenen Händen etwas entsteht.

So arbeite ich nicht stundenlang nur mit den Karden. Da ist noch Wolle, die vorgereinigt werden muss, das Waschen und Trocknen bedarf der Übersicht und beansprucht bis zu drei Tage. Das anschließende Kardieren dauert am längsten.

Deshalb habe ich mich entschlossen, mir nach zwölf kardierten Wollrollen das Verspinnen zu gönnen. Die zweite Spule ist fast voll. Was aus dem Wollfaden werden soll, hat sich schon ergeben:  Es wird ein ärmelloser Pullover. Es ist das erste Kleidungsstück, für das ich das Rohmaterial von Anfang an selbst bearbeitet habe.

Und wie man sieht, eine in jeder Hinsicht lockende Arbeit, die ich mir für die Wintermonate ins Haus geholt habe.


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Kommentare:

Pünktchen hat gesagt…

Oh, auf den Pullunder bin ich schon ganz gespannt. Das wird etwas ganz Besonderes werden. Viel Spaß und Erfolg auch weiterhin. Lieben Gruß...

Galina Kran hat gesagt…

sehr spannend sowas will ich unbedinkt noch lernen kenne das aus meiner Kindheit meine Mama hat uns alle so versorgt einfach toll wie es alles entsteht .lg galina

geistige_Schritte hat gesagt…

da kannst du stolz dann sein alles sleber gemacht zu haben bis zum anziehen von dem schönen Stück deswegen viel Freude beim stricken davon!

Lieben Gruss Elke

amselgesang hat gesagt…

Sehr befriedigend stelle ich mir diese Arbeit vor - wenn man die Geduld dazu aufbringt. Ich könnte es momentan nicht, aber ich bin nun auch gespannt auf das, was daraus werden wird. Viel Freude weiterhin und gutes Gelingen!
Brigitte

Roswitha hat gesagt…

Liebe Beate,
ich habe es gelesen und fühle Dir so nach. Hier ist noch eine sehr volle Woche, deshalb bin ich wenig Gedanken- und schreib-kreativ.
Liebe Grüsse
Roswitha

rheinland-blogger hat gesagt…

Hallo Beate,
dies habe ich auch bei meinem Besuch zuletzt in Leuven in Belgien gelernt, dass die Verarbeitung von Wolle, Leinen und Flachs ein uraltes Handwerk ist. Im Mittelalter war Flandern eine der reichsten Gegenden in Europa. All dieser Reichtum ist mit Wolle, Leinen und Flachs entstanden.

Gruß Dieter

schöngeist for two hat gesagt…

liebe Beate
Cuxfalke wird dir die Anleitung einsannen und bei dir dann melden wo du sie abrufen kannst mit einem Link!

Schönen Abend Elke