Dienstag, 17. Dezember 2013

Wollgewand(t)

Sicher kein Meisterstück, aber mit Hingabe gefertigt.!

Diesmal ist es nicht so sehr Zufriedenheit, die sich breit macht und die für mich zählt. Es ist eine Art tiefgreifende Beruhigung, etwas für den Menschen Essentielles ohne Hilfe herstellen zu können. Das erste Woll-Gewand, an dem ich, bis auf das Scheren der Schafe, alles selbst gemacht habe, ist fertig. 

Ein Projekt, von dem ich lange geträumt habe und das zu einem meiner innigsten Wünsche zählte, ist auf dem besten Weg.

Zwar entstanden diesmal statt einem Pullunder Wollschuhe aus den ersten Knäueln, aber das spielt für mich eine untergeordnete Rolle.

Die neue Idee wurde aus einer gewissen "Not" geboren. Ich bemerkte, die vorbereitete Wolle würde bei weitem für einen Pullunder nicht reichen. Der Neigung, immer feinere Wolle zu spinnen, konnte ich mich nicht entziehen. Fast automatisch gelang der Faden immer feiner, sodass letztendlich die Stärke der Wollfäden nicht mehr zusammen passte.

Die Fadenstärke zu steuern ist wohl einer der nächsten Lernschritte.

Ein Paar Woll- oder Hüttenschuhe, die ich gelegentlich trage, brachten mich auf die Idee. Sie eigneten sich außerdem ausgezeichnet als Vorlage. Wegen der dehnbaren, weichen Strickart konnte ich auf besondere Genauigkeit verzichten. Und so passen die Schuhe für alle Größen zwischen 37 und 41. 

Jeder Schuh ist aus einem Stück in Nadelstärke 5 gestrickt. Zwei Nähte geben ihm zum Schluss die Form. Den Schuhcharakter bekommen die Strickteile von der Häkelkante am Schaft. Und eines kann ich jetzt schon sagen: Damit bekommt niemand KALTE  FÜSSE.



***

Kommentare:

Pünktchen hat gesagt…

Diese tiefe Befriedigung kann ich sehr gut nachvollziehen. Viel Freude daran wünsche ich dir. Liebe Grüße.

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

das stelle ich mir absolut schwierig vor, so einen Wollfaden gleichmäßig zu spinnen. Mit der Zeit wird das sicher immer besser klappen.
Obwohl ich viel und gerne stricke, damit werde ich aber sicher nicht mehr anfangen. Ich finde es aber absolut toll, dass Du Dich da rangewagt hast und Deine Befriedigung kann auch ich gut verstehen.

Liebe Grüße
Jutta

Roswitha hat gesagt…

Wunderschön sind die Puschen, liebe Beate. Die Stulpen sind ebenfalls schon fertig oder sind das keine?
Mir ging es mit dem immer dünner spinnen wollen auch so. Jetzt erst habe ich gelernt, wie man verschiedene Fäden spinnt. Denn manchmal möchte man bestimmte Eigenschaften für eine Wolle. Aber erstmal kannst Du ja gut genießen, so wie es Dir einfach durch die Finger "flutscht".
Liebe Grüße, Roswitha

Beate hat gesagt…

@ Roswitha,

es ist tatsächlich genauso, wie Du es beschreibst. Ich möchte auch nicht immer die Wolle von Anfang an aufbereiten. Wenn ich fragen darf, wo kaufst Du Dein Wollvlies?
Ansonsten fühle ich mich der Arbeitsehr wohl und freu mich einfach darüber :-)

Liebe Grüße
Beate

Roswitha hat gesagt…

Du darfst immer fragen, liebe Beate. Es gibt doch fast nichts Schöneres, als das Hobby zu teilen:-) Ich habe meine ersten Fliese bei der Firma Huppertz gekauft: http://shop.die-wollfabrik.com/ und bei Wollknoll. Chantimanou verkauft auch Kardenbänder oder Batts. Bei Huppertz habe ich mir sehr verschiedenes gekauft, um die Unterschiede kennen zu lernen. Manche Qualität war nicht so besonders. Ach, in einer Lebensgemeinschaft habe ich mir auch schon etwas gekauft. Hier gibt es auch auf Märkten öfter Wolle. Oder durch meine Spinnfreundinnen, die z.T. selber Schafe haben, konnte und kann ich immer etwas bekommen. Es gibt über Blogs auch viele Privatanbieter oder guck mal bei dawanda. Finkhof hat naturfarbene Fliese.
Viele liebe spinnerte Grüße,
Roswitha

Mondgucker-Strandläufer hat gesagt…

Was für ein tolles paar da sso warm an deinen Füssen jetzt darf sein!
Toll gestrickt, nun deins dass du stolz sein kannst selbst vom Schaf bis an dein Fuss gemacht hast die Wolle!

Gruss Mondgucker

Brigitta Wullenweber hat gesagt…

Was für ein schönes Projekt. Habe es mir gerade von Beginn an angesehen und gelesen. Über dieses mollige Ergebnis und die schönen Fotos hinaus, habe ich auch deine Art des Schreibens sehr genossen. Klasse.

lieben Gruß
Brigitta