Freitag, 24. Januar 2014

Zeit zu gehen -

Trotz Forschens im tiefsten Inneren, das Herz hat zum Glück noch nichts bemerkt.

Ich kann nicht leugnen, dass die Alte Heimat verwurzelt blieb. Nur manchmal, wenn ich lange fort bin, beginnt ihr Bild allmählich zu verblassen. Jeder Besuch dagegen frischt ihre Konturen auf und erneuert längst vergessene Teile.

Es sind meine "alten Gemälde", die in mir verankert sind, alle fast so alt wie ich.

Jeder erste Tag nach dem Ankommen ist "Vernissage". Manchmal überschlagen sich die Einladungen für die Wiederkehrenden.

Im vergangenen Jahr nahm ich die Gelegenheit wahr und sagte einer Gruppe Wanderfreunde meine Teilnahme zu. Wie besser, als zu Fuß, lernt man Altes neu kennen?

Meine alte Bilder bekamen neuen Glanz, ergänzten sich oder vertieften den Blick auf Land und Leute neu. Ehemals Gewohntes bedarf keiner langen Übung, um sich wieder wohl zu fühlen. Das macht es einfach.

Für diesmal ist die Zeit der Bildbetrachtung vorüber. Die Bilder werden "von den Wänden geholt" und sorgsam verpackt, im Herzen.

Es ist Zeit zu gehen.


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Kommentare:

Nula hat gesagt…

Liebe Beate,

spannend, was du schreibst. Ich bin wohl eher entwurzelt. Aber das hat wahrscheinlich weniger mit der Geografie und den Bildern der Alten Heimat zu tun als mit meiner ganz persönlichen Biografie. So ist mein Bedürfnis die Bilder aufzufrischen sehr gering.

Liebe Grüße
und ein schönes Wochenende

Nula

rheinland-blogger hat gesagt…

Hallo Beate,
bei mir ist die Entfernung dorthin, wo ich aufgewachsen bin, eher gering, nämlich einhundert Kilometer. Es ist ein besonderes Gefühl wieder "zu Hause" zu sein, obschon mich außer meinem Elternhaus nicht so riesig viel damit verbindet. Größeren Kontakt mit früheren Freunden habe ich nicht mehr.

Gruß Dieter

schöngeist for two hat gesagt…

Liebe Beate
ich kanns nach voll ziehen nur ist es gerade umgekehrt zu vergessen lernen was meiner alten Heimat dort wo ich aufgewachsen bin und viele Jahre gelebt habe aus meinem gedächtnis streichen das tut weh weil auch wenns so schlimm war und vieles an dne Orten geschah ist es meine Geburtsstadt. Mein Schwäbisches kann ich nicht weg machen und das würde ich auch am liebsten doch es gehört zu mir zu meine Heimat...so habe ich es jetzt komischer weise rückwärts tun meine Heimat mein Cuxland die Nordsee.
Ich freue mich für dich dass du im Herzen es behälst und so oft dort hin gehen kannst in deine alte Heimat und Kontakte immer wieder auffrischen kannst.

Schönen Abschied für dich wünsche ich dir!

Lieben Gruss Elke


amselgesang hat gesagt…

Wenn man einmal an mehreren Orten zu Hause war, hat man immer so eine "Gemäldesammlung" im Keller - nein, im Herzen. Egal wo man gerade ist. Es bereichert das Leben ungemein, nur die Übergänge, das "Bildereinpacken", wie du es nennst, sind immer ein bisschen schmerzlich... ja. Ist man dann wieder angekommen, rückt das Hier und Jetzt wieder in den Mittelpunkt - bis zur nächsten Vernissage :-)