Mittwoch, 30. April 2014

Spurt am Morgen

Ich bin wach. Über den Daumen gepeilt haben wir geblinzelte 4 Stunden und 30 Minuten des neuen Tages.... Tatsächlich verschätze ich mich nur um rund 15 Minuten. Die Tageszeitung fällt mit dem bekannten "Plopp" in den Briefkasten, während ich -erfolglos- versuche auf der anderen Seite weiter zu schlafen.

Nicht immer, nur manchmal ist der frühe Morgen für mich die schönste Zeit. Alles ist ruhig und die Gedanken kommen und gehen und...

... soll ich oder soll ich nicht?, "Kaffee" ist der nächste Gedanke und damit ist klar, ich soll!

Der Kaffeegedanke wird auch gleich in die Tat umgesetzt. Während das Wasser heiß wird, öffne ich den Zimmern "die Augen". "Heute bewölkt, aber trocken", läuft die innere Stimme wie ein interner Wetterbericht ab. Die Wolkenlücken stimmen mich positiv.

Von der Schwerkraft gezogen sickert das heiße Wasser lautlos durch dunkelbraunes Kaffeepulver, um in einem ebenso dunkelbraunen Rinnsal in die weiße Porzellankanne zu tröpfeln. Allmorgendliche Prozeduren, die zu einer Art Ritual gehören, eine gute Gewohnheit für den Start in den Tag.

Die Bewegungen sind annähernd jeden Morgen die gleichen, die Ausstattung ebenso: hellblauer Untersetzer mit gelben Sonnenblumen, die weiße große Kaffeetasse mit passendem Frühstücksteller, dazu gehört dann noch mein Platz am Fenster.

Der Blick auf den Innenhof hat mit den drei Zierkirschen seinen eigenen jahreszeitlichen Rhythmus. Jetzt gerade ist die Kirschblüte vorbei, das rote Laub hat die Oberhand gewonnen, kurz und knapp, fast von einem Tag auf den anderen.


"ROT", mein Blick fällt auf die obere Fensterreihe im Haus schräg gegenüber. Signalartig spiegelt sich dort die Morgenhimmelsfarbe im Glas. Ich bin schlagartig hellwach und habe das Gefühl gegen Zeit arbeiten zu wollen.

Systematisch läuft der Wettlauf gegen die aufsteigende Sonne, für eine Morgenstimmung mehr, auf Foto gebannt. Die Foto-Euphorie hilft: Hose, Pullover, Jacke und barfuß in die hohen, gefütterten Wintergummistiefel, das ersetzt die Socken. Keine Zeit lange zu suchen!

Die Fototasche steht immer gepackt bereit. Ein Handgriff und hinaus geht es, hinauf auf den Hügel, der zwei Stadtteile voneinander trennt und mich etwas über die Häuser hinaushebt. Jahreszeitlich bedingt geht die Sonne jetzt im Nordosten auf, nicht mehr im Osten zwischen Baumwipfeln, sondern über Hausdächern. Sei 's drum, das Rot der Wolken ist phänomenal und einige Fotos wert, wie den Spurt am Morgen, auf den Hügel hinauf.







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Samstag, 26. April 2014

"Hey Scotty, beam me up!" - In heaven

Bei entsprechender Abendsonne hätte sie wahrscheinlich UFO-Alarm ausgelöst.







oder hat sie vielleicht doch?!!!!!!!


Raumschiff Enterprise lässt grüßen!


Und ich schicke die Grüße weiter zu "In heaven" der Raumfee.

Donnerstag, 24. April 2014

Ein kleines Stück vom Paradies

Kalju ist einer meiner Gartennachbarn. Kalju stammt aus Estland, ist über 80 Jahre, Künstler und hat seeehr viel erlebt in seinem Leben.

Kalju spricht neben estnisch, russisch und schwedisch auch deutsch. Als ich das merkte, sagte er, dass er sehr froh sei, ein wenig deutsch üben zu können. Er habe schon viel vergessen. Seitdem unterhalten wir uns ab und zu.

Manchmal fällt Kalju etwas ein, dann kommt er die paar Schritte rüber zu mir an den Garten und erzählt. Neulich sagte er zum Schluss: Weißt Du, dass "Paradies" persisch ist und "Garten" heißt? Nein, das wusste ich nicht, aber es ist ja nahe liegend und das Wort vom "Garten Eden", wie das Paradies auch genannt wird, deutet darauf hin. Kalju nickt zustimmend.


Der Mittlere Osten wies bereits im Altertum ein hohes Kulturniveau auf. Der Reichtum der Gegend zeigte sich auch in den Gärten. So sagt man, dass das, was wir als Paradies verinnerlicht haben, eben genau in dieser Wiege der Menschheit zu suchen sei, dass der Apfel eben kein Apfel in unserem Sinn war, sondern ein Granatapfel, der auch Liebesapfel genannt wird.

 die freundlichen Menschen auf dem reichhaltigen Obst-/Gemüsemarkt in Taschkent, Granatäpfel, Äpfel, Birnen

Ich beschäftige mich gerne mit solchen Assoziationen und irgendwie ufert das Thema Garten gerade in diese Regionen aus. Nun habe ich in meinem Garten ein kleines Stück vom Paradies gefunden, auf besondere Art.

Den Fund habe ich nämlich der Tatsache zu verdanken, dass ich einfach manchmal mit meiner Gartenarbeit nicht ganz fertig werde. Unter dem alten Pflaumenbaum, der mit dem Herzen für mich, war noch alles so, wie wir es von unseren Vorgängern übernommen haben. Es gab Pflanzen, von denen man im Herbst nicht mehr, als grünes Kraut sah, ganz zu schweigen von dem, was unterirdisch auf das Frühjahr wartete.

Da war die Überraschung vor ein paar Tagen perfekt. Kleinblütige, zarte Tulpen schwangen ihre Köpfe im grellen Sonnenlicht. So zerbrechlich sie aussehen, so hart sind sie im Nehmen. Der Wind ist kalt und auch die Nächte. Sie ist, wie ich erfahren habe, eine persische Schöne. Wie könnte es auch anders sein, paradiesisch, wie sie aussieht, die "Persische Tulpe"!



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Sonntag, 20. April 2014

Samstag, 19. April 2014

Kirschblüten und ein Haiku ...

Ein Frühlingsmorgen, wie ihn sich die dichtende Bevölkerung Japans von der Edo*-Zeit bis heute nur wünschen würde. Ein Morgen voller Poesie, der hinter jedem Baumwipfel eines dieser dreizeiligen Kurzgedichte verspricht, das in seiner Form so viele Sprachen rund um die Welt erobert hat, das ...

*Edo = Tokio
...Haiku 





Zwischen Kirschblüten
lampiongleich an Zweigen 
der Dreiviertelmond








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Mehr Himmlisches gibt es bei der Raumfee

Freitag, 18. April 2014

Die Schätze des Poseidon


Der schmale Weg verläuft im Sand, sprichwörtlich. Zwischen Steinmauern, Hecken und Grasbüscheln führt er von der Straße an den Strand. Angekommen, trifft der Blick zuerst auf eine vorgelagerte Insel, die in der klaren Luft, täuschend nah, die Sicht auf offenes Wasser versagt. Aber nicht ganz. Gleich links davon finden die Augen die Stelle, an der sich Meer und Himmel treffen, an der sich "endlich" und "unendlich" die Hand reichen.


Heute schmeichelt das Wasser dem Sand. Rollend folgt es dem selten ruhenden Wind in goldenen Wellen. Hier vereinen sich die Grundelemente irdischen Lebens, weshalb wir uns wohl immer wieder angezogen fühlen von diesem Urrhythmus des Kommens und Gehens.




Aber es kann auch anders sein. Aus dem Urrhythmus wird dann Urgewalt. Dann donnern weißschäumende Walzen an das Ufer, reißen mit oder schleudern fort, was ihnen unter kommt. Dicke Äste oder ganze Bäume bleichen danach in der Sonne vor sich hin.


Sie haben in der Fläche ihren besonderen Reiz. Malerisch heben sie sich als Naturskulpturen in Zartgrau vom grau-gelben Sand ab. Überhaupt ist der Sandstrand eine sich ständig verändernde Landschaft, anders, als die starre Barriere der Felsenküste, deren Veränderungen dem menschlichen Auge in seiner Zeit verborgen bleibt.

Jetzt, um diese Jahreszeit, ist man noch allein. Heute teile ich den Strand nur mit ihr.


Vereinzelte Felsblöcke im Wasser sind das Refugium der Seevögel. Dort kommen sie zur Ruhe. Die Füße unter dem Gefieder versteckt, blinzeln sie in der Sonne zu mir herüber. Manche starren ungerührt


 ins Wasser immer auf der Lauer nach Fressbarem.


So ganz sicher scheinen sie sich nicht zu sein. Plötzlich erhebt sich einer nach dem anderen. Ein weiter entfernter Fels bietet mehr Sicherheit.


Erst neulich müssen die Wellen das Ufer wesentlich weiter überflutet haben. Die dunkle Kante mit Seetang, Muscheln und anderem Treibgut liegt nur knapp unter der beginnenden Grasnarbe weiter oben. Schlangengleich winden sich Kieferwurzeln ins Leere.


Dazwischen liegt ein Teil des Reichtums des Meeresgottes. Und wer das Meer liebt, wird die Schätze des Poseidon nicht unbeachtet lassen.




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Das Sandfliegen-Foto schicke ich zu Steffis "Makro Monday"

Dienstag, 15. April 2014

Rückkehr ins "Paradies"









Jetzt ist es endlich soweit. Die Birken haben "Mauseohren". Das ist der Startschuss für so manche Gartenarbeit, weil es warm genug ist.


Die feinen weißen, mit einem zarten Rosaschimmer blühenden Rosen, bekamen ihren Frühjahrsschnitt. Mit einer Handvoll Dünger wurden sie in die kommende Blütensaison geschickt. Die Beete mussten vorbereitet werden, für Steckzwiebeln und Samen für Möhren und Schwarzwurzel und etwas später noch den Lauch.


So sieht die Rückkehr ins "Paradies" aus, auf das der Winter hoffentlich keinen Zugriff mehr nimmt. Sicher kann man im April und bis Anfang Mai natürlich nicht sein.

Während der Arbeitspausen sitze ich gerne auf einer Bank am Waldrand. Dort habe ich das Gelände gut im Blick, ein Ruheplatz, der den Namen wirklich verdient und von dem aus ich den Einzug der Tierwelt auf die Lichtung beobachten kann.

Ein Stück entfernt auf der Wiese hat die Forsythie die auffallend gelben Blüten geöffnet. Ihre Zweigen haben sich unter der Schneelast eines Winters gesenkt und spannen sich im weiten Bogen zu Boden. Darunter schimmert im Sonnenlicht etwas Bewegliches. Beim Näherkommen sehe ich die "alte Bekanntschaft" aus dem Paradies. Auch sie sind zurückgekehrt und nicht nur paarweise.












Obwohl so unterschiedlich in der Färbung sind das drei Ringelnattern. Das gewöhnliche Olivgrün mit den gelben Flecken am Kopf wird öfter auch zu Schwarz mit hellgrauem Bauch und gelben Kopfflecken. Jetzt findet die Paarung der Ringelnattern statt. Dabei umschlingen sich die Tiere. Sie sind lebendgebärend.
Die Pupillen der Nattern sind rund im Gegensatz zu den Ottern, die eine schlitzförmige Pupille haben. Ringelnattern sind ungiftig, aber etwas angriffslustiger.

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Sonntag, 13. April 2014

Sie Krieg-en nie genug

Frau hat so ihre Zeiten. Bei mir zeichnet sich eine Art Bienenphase ab. Die nähere Beschäftigung mit diesem Geschöpf lohnt sich. Irgendwie niedlich kommen sie einem neben den Hummeln ja vor, mindestens seit Biene Maya und ihrem Freund Willy.

Kurz und gut, es zieht mich immer öfter hinüber zu den Bienenstöcken, um dem Treiben der Völker zuzusehen. Ein paar angelesene Fakten über das Bienenleben haben mich ermutigt, dem fliegenden Honigproduzenten näher zu treten, als ich das sonst gewagt hätte und sie sind toleranter, als ich dachte.

Dass sich Insekten untereinander nicht gut vertragen und oft ein Konkurrentendasein "hart auf hart" führen, ist hinlänglich bekannt. Wespen und Bienen können beispielsweise nicht gut miteinander und die bärenstarke Hornisse stellt alle, obwohl eigentlich friedlich, schon größenmäßig in den Schatten.

Bislang konnte ich wenig Eindrücke sammeln, wie sich in diesem Teil der Tierwelt das Verhalten untereinander zeigt.

Bis heute Nachmittag.

Ich laufe zu den Bienenkästen und sehe aus einiger Entfernung, dass da etwas nicht stimmt.
Irgendwie ist die falsche Gattung zu Gange und krabbelt ungeniert auf der Beute (das ist das Häuschen, in dem das Bienenvolk wohnt) herum. Als ich näher komme, sehe ich, was Sache ist: Insektenkrieg, Ameisentruppen marschieren ein.

Hunderte Tiere vom Typ "Große Waldameise" klettern auf der Bienenbeute herum und ein erklecklicher Teil ist auf dem Weg nach drinnen. Hinter den Wänden der Beute herrscht lautes, wildes und aufgeregtes Summen, das dem einer Starkstromleitung gleich kommt. Das intensive Geräusch erzeugt bei mir Gänsehaut.

Zugleich sehe ich am Eingang viele, viele Pollenpäckchen liegen, als hätte jemand im Vorübergehen eine Dose voll verstreut. Einige Bienen kommen und werden sofort von Ameisen attackiert. Die meisten Bienen können gewandt die Ameisenhorde umgehen und verschwinden im Bienenstock. Heraus kommen bedeutend weniger, nur vereinzelte. Ich bin ratlos, habe ich doch gelesen, dass Ameisen einem Bienenvolk derart zusetzen können, dass es stirbt.

Tatsächlich werde ich Zeugin, wie ein paar richtig große Ameisen eine tote Biene abtransportieren wollen. Eine hat bereits den Pollenkloß an sich genommen und trägt ihn zwischen ihren Zangen davon. Etwas später sehe ich, wie ein wahrer Herkules von Ameise (im Bild unten rechts) die tote Biene davonträgt. Die Plünderung des Bienenstocks ist in vollem Gang.

Ähnlichkeiten mit gerade stattfindenden Ereignissen im Bereich des homo sapiens sapiens (??) sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.









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Samstag, 12. April 2014

Wolkenmalerei - "In heaven"

Der Himmel malt, mal wolkendramatisch wie Gainsborough, mal ganz modern. Die Bilder sind vom April, nur eines nicht. Das ist dann "April, April".
















"In heaven" eine Idee der Raumfee

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Dienstag, 8. April 2014

Blaublütiges :-)

Ein schwerer Duft lag an jenem heißen Sommertag in der Luft. Ich hatte mir gerade ein Eis gekauft und klemmte die Handtasche mit Schulterriemen zwischen Unterarm und Oberkörper, als es passierte.

Dieser Bienenstich war nicht süß, sondern ziemlich schmerzhaft. Das Insekt hatte sich unbemerkt auf meine Handtasche gesetzt und stach aus reiner Notwehr. Die Biene bezahlte mit dem Leben. Ich bekam eine rot unterlaufene Schwellung am Unterarm und zweckentfremdete das Eis.

Was das Insekt bewogen hat, sich ausgerechnet meine Handtasche als Landeplatz auszusuchen, Parfümgeruch, Farbe oder die Wärme des Materials, lasse ich dahin gestellt. Die Anziehungskraft bestimmter Farben auf Bienen ist unbestritten und hat etwas mit ihrer ökologischen Bestimmung zu tun.

Nach kalten Tagen regt sich endlich das Insektenleben in meiner Wahlheimat. Ein wenig Sonne und mäßig warme Temperaturen sollten es schon sein. Die Bienen brauchen ihre Betriebstemperatur, sonst "fliegt es sich nicht." Frühlingsblüher versprechen erste Nektarquellen, die fleißig umschwärmt werden.

Südwärts gelegenen Hanglagen sind jetzt übersät von kleinen sternförmigen Blüten, einfarbig blauen und solchen mit weißen Kelchvertiefungen. Von den "scillae", die gerade blühen gibt es ziemlich viele Unterarten. Die blaublütigen Blumen sind genügsam und robust, treiben an Wegrändern, Mauerkanten oder auch inmitten von Wiesenflecken ihr Wesen.

Gerne tummeln sich die Bienen in diesem Meer von Blau. Nach der langen dunklen Jahreszeit fasst das Leben Fuß. Dabei erfasst mich jedes Mal eine tiefe Freude, dabei zu sein. Da liegt es nahe, ganz nah dran sein zu wollen (mit einem Augenzwinkern für die Initiatorin dieses Blog-Projekts).

Oberflächlich betrachtet, summt es an diesem warmen Tag überall, wo es Blüten gibt. Das Makroobjektiv erschließt dem Auge die Feinheiten der Nektarsuche. Mit dem Rüssel findet die Biene den Zugang zur Nektarquelle. Bienen sehen zwar anders, " die Farbe blau" ist für sie jedoch "blau", ähnlich, wie für uns Menschen.

Zielgerichtet steuern die Bienen ihre Nahrung an. Im Vorbeigehen streifen sie die Staubgefäße. Der Pollen bleibt an den feinbehaarten Beinen hängen und mit der Zeit entstehen kleine kugelige Gebilde, die sogenannten Pollenhöschen.


Schneeglanz (Chionodoxa luciliae) oder Blaustern (Scilla siberica),
die Höschenfarbe verrät die Nektarquelle. 























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