Dienstag, 8. April 2014

Blaublütiges :-)

Ein schwerer Duft lag an jenem heißen Sommertag in der Luft. Ich hatte mir gerade ein Eis gekauft und klemmte die Handtasche mit Schulterriemen zwischen Unterarm und Oberkörper, als es passierte.

Dieser Bienenstich war nicht süß, sondern ziemlich schmerzhaft. Das Insekt hatte sich unbemerkt auf meine Handtasche gesetzt und stach aus reiner Notwehr. Die Biene bezahlte mit dem Leben. Ich bekam eine rot unterlaufene Schwellung am Unterarm und zweckentfremdete das Eis.

Was das Insekt bewogen hat, sich ausgerechnet meine Handtasche als Landeplatz auszusuchen, Parfümgeruch, Farbe oder die Wärme des Materials, lasse ich dahin gestellt. Die Anziehungskraft bestimmter Farben auf Bienen ist unbestritten und hat etwas mit ihrer ökologischen Bestimmung zu tun.

Nach kalten Tagen regt sich endlich das Insektenleben in meiner Wahlheimat. Ein wenig Sonne und mäßig warme Temperaturen sollten es schon sein. Die Bienen brauchen ihre Betriebstemperatur, sonst "fliegt es sich nicht." Frühlingsblüher versprechen erste Nektarquellen, die fleißig umschwärmt werden.

Südwärts gelegenen Hanglagen sind jetzt übersät von kleinen sternförmigen Blüten, einfarbig blauen und solchen mit weißen Kelchvertiefungen. Von den "scillae", die gerade blühen gibt es ziemlich viele Unterarten. Die blaublütigen Blumen sind genügsam und robust, treiben an Wegrändern, Mauerkanten oder auch inmitten von Wiesenflecken ihr Wesen.

Gerne tummeln sich die Bienen in diesem Meer von Blau. Nach der langen dunklen Jahreszeit fasst das Leben Fuß. Dabei erfasst mich jedes Mal eine tiefe Freude, dabei zu sein. Da liegt es nahe, ganz nah dran sein zu wollen (mit einem Augenzwinkern für die Initiatorin dieses Blog-Projekts).

Oberflächlich betrachtet, summt es an diesem warmen Tag überall, wo es Blüten gibt. Das Makroobjektiv erschließt dem Auge die Feinheiten der Nektarsuche. Mit dem Rüssel findet die Biene den Zugang zur Nektarquelle. Bienen sehen zwar anders, " die Farbe blau" ist für sie jedoch "blau", ähnlich, wie für uns Menschen.

Zielgerichtet steuern die Bienen ihre Nahrung an. Im Vorbeigehen streifen sie die Staubgefäße. Der Pollen bleibt an den feinbehaarten Beinen hängen und mit der Zeit entstehen kleine kugelige Gebilde, die sogenannten Pollenhöschen.


Schneeglanz (Chionodoxa luciliae) oder Blaustern (Scilla siberica),
die Höschenfarbe verrät die Nektarquelle. 























***

Kommentare:

Martina Pfannenschmidt hat gesagt…

Wenn ich diese tollen Aufnahmen sehe, dann werde ich ein kleines bisschen neidisch, denn ich habe weder eine Kamera, die zu diesen Aufnahmen fähig wäre, noch könnte ich diese Momente so erfassen, wie du. Ein ehrliches Kompliment - ich erfreue mich stets an deinen Bildern! Martina

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

ich kann gut nachvollziehen, was Du hier schreibst. Mir geht es ganz genauso. Jedes noch kleine Blümchen wird mit großer Freude begrüßt und natürlich auch fotografiert - jedes Jahr wieder.
Deine Bilder sind wunderschön und ganz toll sind natürlich die fliegenden Bienchen. Welche mit blauen Höschen habe ich noch nie gesehen.

Liebe Grüße
Jutta

amselgesang hat gesagt…

Liebe Beate, nun muss ich dich doch einmal fragen, mit was für einer Kamera du fotografierst. Ich bin durch besondere Umstände in der angenehmen Lage, gerade so viel Geld "übrig" zu haben, dass es für einen "gescheiten" Fotoapparat reichen wird. Endlich, ich hab lange darauf gewartet. Nun brauche ich ein paar Tipps und Erfahrungswerte von Leuten, die gute Fotos machen :-)
Ich habe hier im Blog keine e-mail-Adresse gefunden (viell. bin ich auch blind?), deshalb die Bitte per Kommentar. Du kannst mir über meine googlemail-Adresse mailen.
Die Bienenfotos sind so klasse, besonders die letzten drei: Biene im Anflug!
Ich grüß' dich,
Brigitte

Roswitha hat gesagt…

Eine Biene mit blauen Höschen habe ich auch noch nicht gesehen. Ich wusste auch nicht, dass es blauen Blütenstaub gibt.
Sagenhafte Flugfotos und die Scilla mag ich auch sehr gerne. Jedes Jahr von Neuem.

Kleine Waldameise hat gesagt…

Liebe Beate,

welch schöne und informative Geschichte, wenngleich auch mit schmerzhaften Passagen ... ;-)

Ja, und wie es ist, wenn die Pollenhöschen voll sind, habe ich mal so gedeutet:

http://waldameise.designblog.de/kommentare/ueberladen....2605/

Ein lieber Gruß
von der Waldameise

rheinland-blogger hat gesagt…

Hallo Beate,
Bienen und Wespen sind bei uns noch wenig verbreitet. Wunderschöne Detailfotos von den Bienen.

Gruß Dieter

geistige_Schritte hat gesagt…


autsch das tat weh und juckt bestimmt der Stich!
Deine Bilder von der Biene sind ja toll und wie sie noch fliegen können trotz dem vielen Pollen am Beine und auch noch blauen .. das habe ich noch nie gesehen!
Ich hoffe du kannst trotz Bienenstich gut schlafen!
Lieben Gruss Elke

maryaustria hat gesagt…

Die Aufnahmen von den Bienen im Flug sind genial! Ich habe auch schon schmerzhafte Erfahrungen mit Bienen hinter mir, aber mir hat trotzdem immer die Biene leid getan.
LG Mary