Sonntag, 13. April 2014

Sie Krieg-en nie genug

Frau hat so ihre Zeiten. Bei mir zeichnet sich eine Art Bienenphase ab. Die nähere Beschäftigung mit diesem Geschöpf lohnt sich. Irgendwie niedlich kommen sie einem neben den Hummeln ja vor, mindestens seit Biene Maya und ihrem Freund Willy.

Kurz und gut, es zieht mich immer öfter hinüber zu den Bienenstöcken, um dem Treiben der Völker zuzusehen. Ein paar angelesene Fakten über das Bienenleben haben mich ermutigt, dem fliegenden Honigproduzenten näher zu treten, als ich das sonst gewagt hätte und sie sind toleranter, als ich dachte.

Dass sich Insekten untereinander nicht gut vertragen und oft ein Konkurrentendasein "hart auf hart" führen, ist hinlänglich bekannt. Wespen und Bienen können beispielsweise nicht gut miteinander und die bärenstarke Hornisse stellt alle, obwohl eigentlich friedlich, schon größenmäßig in den Schatten.

Bislang konnte ich wenig Eindrücke sammeln, wie sich in diesem Teil der Tierwelt das Verhalten untereinander zeigt.

Bis heute Nachmittag.

Ich laufe zu den Bienenkästen und sehe aus einiger Entfernung, dass da etwas nicht stimmt.
Irgendwie ist die falsche Gattung zu Gange und krabbelt ungeniert auf der Beute (das ist das Häuschen, in dem das Bienenvolk wohnt) herum. Als ich näher komme, sehe ich, was Sache ist: Insektenkrieg, Ameisentruppen marschieren ein.

Hunderte Tiere vom Typ "Große Waldameise" klettern auf der Bienenbeute herum und ein erklecklicher Teil ist auf dem Weg nach drinnen. Hinter den Wänden der Beute herrscht lautes, wildes und aufgeregtes Summen, das dem einer Starkstromleitung gleich kommt. Das intensive Geräusch erzeugt bei mir Gänsehaut.

Zugleich sehe ich am Eingang viele, viele Pollenpäckchen liegen, als hätte jemand im Vorübergehen eine Dose voll verstreut. Einige Bienen kommen und werden sofort von Ameisen attackiert. Die meisten Bienen können gewandt die Ameisenhorde umgehen und verschwinden im Bienenstock. Heraus kommen bedeutend weniger, nur vereinzelte. Ich bin ratlos, habe ich doch gelesen, dass Ameisen einem Bienenvolk derart zusetzen können, dass es stirbt.

Tatsächlich werde ich Zeugin, wie ein paar richtig große Ameisen eine tote Biene abtransportieren wollen. Eine hat bereits den Pollenkloß an sich genommen und trägt ihn zwischen ihren Zangen davon. Etwas später sehe ich, wie ein wahrer Herkules von Ameise (im Bild unten rechts) die tote Biene davonträgt. Die Plünderung des Bienenstocks ist in vollem Gang.

Ähnlichkeiten mit gerade stattfindenden Ereignissen im Bereich des homo sapiens sapiens (??) sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.









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Kommentare:

Martina Pfannenschmidt hat gesagt…

Wahnsinnig tolle Aufnahmen - und ja, wie im Kleinen, so im Großen!
Einen schönen Sonntag! Martina

Yael hat gesagt…

WOW. ich bin sprachlos! Was fuer eine tolle Fotodokumentation! :-)

limeslounge hat gesagt…

Oh nein, was für ein Gräuel, das unverhofft ansehen zu müssen. Aber so ist die Natur, und andererseits ja auch total interessant, das live sehen zu können. Aber da kann man wohl nichts machen, oder. Oder meinst Du, der Imker hätte eingegriffen?
Liebe Grüße, Petra

Beate hat gesagt…

Hallo Petra,

gute Frage. Ich weiß nicht, wie oft der Imker nach seinen Beuten schaut.
Aber Pflege und Achtsamkeit brauchen domestizierte Bienen auch. Ob man in diesem Stadium noch helfen kann und wie sinnvoll das ist, das kann ich nicht sagen. Man kann vorbeugen.
Danke für Dein Interesse!

Lg, Beate

Roswitha hat gesagt…

Weißt du, wie man vorbeugen kann? Wirst du mit dem Imker darüber sprechen und uns noch mal davon erzählen?

Beate hat gesagt…

Hallo Roswitha,

Nein, werde ich nicht tun. Das würde man in Schweden als Einmischung betrachten. Hier gelten Deutsche sowieso als Besserwisser, da muss ich nichts drauf setzen, als Laie zumal.
Hier laufen die Uhren völlig anders und auch anders als Touristen ahnen!
Danke für Dein Mitdenken.

Lieben Gruß
Beate

Mondgucker-Strandläufer hat gesagt…

intressant wie die Natur und die Tiere leben.. so ist es in der Natur ob es grausam ist ist die Frage oder der Mensch fühlt sich damit nur so.
Die Bilder sind beeindruckend.
Gruss Strandläufer

Roswitha hat gesagt…

Liebe Beate,
das ist sehr interessant. Darauf wäre ich als Schweden-Unwissende nicht gekommen. So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen.
Früher sagte man im Osten zu den "Wessi´s" schon mal "Besser-Wessi".
Viele Grüße, Roswitha

Jutta.K hat gesagt…

Ein wirklich sehr interessanter Post !
Erschreckend, aber auch zugleich aufregend und spannend.
Wie das Leben an sich halt.
Tolle Aufnahmen und ich bin fasziniert von den Fotos, Fotografenglück !
Liebe Grüße
Jutta