Mittwoch, 30. Juli 2014

Haiku im Juli III

Stille,- kein Windhauch!
Über den Bäumen wächst ein
Berg in den Himmel *




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Montag, 28. Juli 2014

Aromia moschata - Makro Monday

Er stinkt nicht, sondern duftet, offensichtlich - hoffentlich!  "Aromia moschata", Moschusduft - und der, der diesen Duft absondert, ist der Moschusbock(-käfer). Weit verbreitet soll er sein. Ich habe noch nie einen gesehen. Und beherrscht hat er sich auch. Ich habe auch nichts gerochen.

Es war ein Überraschungsbesuch. Vor zwei Tagen ließ mich ein sonderbares Fluggeräusch gleich neben meinem Ohr in Deckung gehen. Ein Geräusch zu beschreiben, das ein ungefähr 5cm großer Käfer beim Fliegen abgibt, ist nicht so leicht. Es hatte etwas Klappriges an sich. Im Nachhinein muss ich sagen: "Kein Wunder". Die harten Flügel (ich vermute eine Hornsubstanz) haben klangmäßig etwas Hölzernes. Es war auf jeden Fall ein für mich "neues" Geräusch.

Das anhängliche Tier zeigte sich unerschrocken. Der Durst war größer als die Angst, sofern Käfer überhaupt zu solchen Regungen in der Lage sind. Die Suche nach Flüssigem trieb den Käfer ständig zwischen Kirschbaum und Gartenstuhl hin und her, bis ich feststellte: "der Käfer muss ein Bayer sein!" Sein Hang zu Bier war nämlich überdurchschnittlich.

Bekommen hat er keines und als Bayer hätte er sowieso abgewunken beim dem stark alkoholreduzierten Schwedenbier. Dann schon lieber ein paar Tropfen Wasser und die bekam er auf einem Glastellerchen serviert.

Mehr Makros gibt es bei Steffi und "Makro Monday"




















Sonntag, 27. Juli 2014

Frederik F. Asan gibt sich die Ehre ...

"Sie erinnern sich? Frederik F. Asan mein Name! "





"Ich habe da etwas... "




"Meine Frau Charlotte und ich beehren uns die Ankunft unseres Nachwuchses anzuzeigen" 



:-)



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Donnerstag, 24. Juli 2014

Richtig Sommer!

Ferienzeit in Schweden. Der Sommer läuft zur Hochform auf. Seit dem Morgen zirpen die Grillen rund um das Haus im dürren, ausgebleichten Gras. Die Seebrise wurde zum Wüstenwind, die Blätter der Birkenzweige sachte fächelnd.

Den ganzen Tag Entspannung in einer mäßig erwärmten, d.h. angenehmen Wohnung, darum beneiden uns jetzt Viele. Durch die offene Terrassentür schlägt in der Ferne eine Sirene Alarm. Kein Einzelfall in einer Touristenhochburg, in der die Gäste die Einwohnerzahl verdoppelt haben. Umgang mit Hitze ist eine Sache von Wissen und Wollen.



Es ist keine mühsame Hitze, die uns da im Griff hat. Sie hat etwas von afrikanischer Savanne. Trockene, duftende Hitze, das empfand ich, als ich den Hügel hinauf lief, um ein paar Fotos zu machen. Es ist viele Tage her, seit der letzte Regen fiel. Und alles hat Durst.

Der staubtrockene Sandboden hat längst alle Feuchtigkeit an die Luft abgegeben, der Wind hat sie fortgetragen. Und hier oben auf dem Hügel haben sich noch dazu die Felsen erwärmt. Nachmittags um fünf waren es immerhin noch 38°, 10° mehr, als im Schatten auf der Terrasse.

Für die Bäume hat der Boden nichts mehr an Flüssigkeit zu bieten. Und weil sie am meisten Feuchtigkeit über die Blätter verlieren funktioniert der Schutzmechanismus perfekt. Das Laub wird gelb und fällt ab, wie im Herbst. Ein vorgezogener "Goldener Oktober" mitten im Sommer.








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Mittwoch, 23. Juli 2014

金橘

金橘, das heißt Kumquat und ist chinesisch, wie der Ursprung der Bäume und gleichnamigen Früchte. 

Ob die genaue Übersetzung mit "Goldene Tangerine" stimmt, muss ich dahingestellt sein lassen. Es ist schier unmöglich sich in der Welt der Zitrusfrüchte von jetzt auf dann zurecht zu finden. Seit ein paar Wochen besitze ich ein Kumquat-Bäumchen. Mit ihm zog in mein Gewächshaus der Süden ein und ein Hauch von Orangerie.

Nun bin ich niemand, der sich etwas ins Haus holt, ohne wenigstens einigermaßen etwas darüber zu wissen. Der Reiz, sich mit Pflanzen aus aller Herren Länder auseinanderzusetzen, ist ja nicht neu. Reisende haben schon früh fremde Pflanzen (später leider auch Tiere und Menschen (!) ) in die Heimat mitgebracht.

Heute gibt es, ohne Fernreise, die Pflanzen im Supermarkt nebenan, werbewirksam und farblich passend im orangen Blumentopf und in einem Substrat, das das Bäumchen am Leben hält, solange es mit den attraktiven Früchten geschmückt ist. Diese Kumquats pflückt man vom Baum in den Mund.



So ähnlich wie mit meinen zwei Mispelbäumchen, packte mich der Ehrgeiz dieses hübsche kleine Bäumchen am Leben zu erhalten. Nachdem ich vor einem Monat die Kumquats bis auf eine (die wollte nicht reifen) gegessen habe, tat sich die Frage auf: "Was nun"?

Die Zeiten entwickeln sich auf manchen Ebenen parallel. Zu den fremden Pflanzen im Supermarkt gesellt sich das neue Medienzeitalter "Internet", wo man sich per Knopfdruck mit Infos ausstatten kann, so bequem und schnell, wie niemals zuvor. Da heißt es lesen, lesen und nochmals lesen und mit der Anzahl der Seiten, trennt sich die Info-Spreu vom Weizen. 

Als ich eines Tages von kleinen weißen Punkten im Bäumchen überrascht werde, traue ich meinen Augen kaum, dachte zuerst an Ungeziefer. Von Tag zu Tag wurden es mehr und nach kurzer Zeit war ich sicher, dass mein Bäumchen zu blühen begonnen hat. Die Suche nach Informationen begann wieder und diesmal war das Suchwort "Bestäubung" 

Ein Treibhaus ist als "Welt für sich" recht abgeschnitten von außen. Wie werden Kumquats bestäubt oder bestäuben sie sich selbst? Die Natur ist in ihrer Bestäubungstechnik vielseitig, aber sie kennt keine Treibhäuser. Möglicherweise muss ich also mit dem Pinsel von Blüte zu Blüte ... ? :-)

Ich bin ein experimentierfreudiger Mensch und in dieser Hinsicht gründlich. Ich beginne mit dem Einfachen. Wer könnte die Bestäubung besser vornehmen, als die Insekten? Nachdem es Insekten schwer haben ins Gewächshaus zu kommen, muss das Bäumchen zu den Insekten. Ich habe es kurzerhand hinaus gestellt. Bei den Temperaturen ist das kein Problem.



Und siehe da, die Bienen haben nach einer guten Stunde die Nahrungsquelle entdeckt. Meine Beobachtung für das Insekt ist inzwischen geschärft. Die weißen jasminartig duftenden Blüten versetzen die erste Biene in Euphorie. Sie versucht sogar in halb geöffneten Blüten Nektar und Pollen zu sammeln, fuselt aufgeregt an dem fremden Leckerbissen.

Nicht lange danach gibt es mehr Bienen (und eine Hummel). Die Erste hat die Information schon im Stock weitergegeben, nicht per Knopfdruck, sondern "Schwänzeltanz" und den hätte ich gerne gesehen!





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Montag, 21. Juli 2014

Garten-ABC

Das Garten-ABC ohne Anspruch auf  Vollständigkeit: von Ameise bis  Zitronenfalter 
schicke ich zum Makro Monday von Steffi by "glasklar und kunterbunt."



Mühsam



Rot wie die Sonne 



" ein Bien-Lein" 



Auf der Suche



noch ein Haus im Grünen



Wer spinnt denn da?



Farbe tanken


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Sonntag, 20. Juli 2014

Vogel frei !

"Also, zuerst fliegst Du rechts die erste Straße runter und dann die zweite links weiter. Dort steht die Frittenbude. Echt Klasse Dinger.
Da fällt immer was ab."

 "Nee, sach bloß ... !"







"Na dann mach schon einen Abflug oder soll ich Dir das auch noch zeigen !!!!"

"?????"






"Mach Dir nichts draus, er ist eben cholerisch veranlagt."



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Samstag, 19. Juli 2014

Gelborange

Gelborange sei meine Farbe, meinte die Frau. Und sie meinte damit das Heilsame, das von Farben ausgehen kann. Tatsächlich ist Gelborange meine zweite Lieblingsfarbe.

Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit die Wirkung selbst auszuprobieren, mit einer Sonnenbrille. Die Brillengläser zeigten die Umgebung in einem warmen "Licht", als wäre alles in Sonne getaucht, obwohl an diesem Tag zwischendurch dicke Wolken am Himmel hingen. Die Wirkung war einfach frappierend. Der Körper reagierte sofort mit einem merklich positiven, anhaltenden Gefühlserlebnis.



Gelborange ist die Farbe Asiens. Die Blüte erinnert an ein Mandala, die Farbe an Kurkuma, die Gelbwurz, dem Gewürz der Indischen Küche als Teil unseres Currypulvers. Ich "färbe" oft den Reis damit. Die Augen "essen" bekanntlich mit!


In meinem Garten ist Gelborange die Farbe der Ringelblumen. Zu meiner Freude ist mir endlich die Aussaat geglückt. Die Blumen brauchen viiiiiiiel Sonne, die sie im Garten auf der Nordseite des Hauses nie hatten. Allen Bemühungen zum Trotz sind sie kein Jahr gewachsen. Heute leuchtet mir das ein. Sehen sie doch aus wie kleine Sonnen und geben deren Kraft als Heilpflanzen an uns weiter.

Das brachte mich auf die Idee, selbst einmal drogistisch tätig zu werden. Zuerst dachte ich an Ringelblumenöl. Beim Weiterlesen wurde mir dann schnell klar, dass eine Ringelblumensalbe für meine Gärtnerhände nicht zu verachten sei.

Zunächst hatte ich etwas Bedenken, woher ich die Zutaten zu einer Salbe bekommen sollte. Der Zufall kam mir zu Hilfe. Ich bekam Wachs aus der Imkerei eines Freundes geschenkt und wusste, dass man Vaseline in der Apotheke bekommt. Gutes Olivenöl ist in meiner Küche eine Selbstverständlichkeit.

Gezupfte Blütenblätter trocknete ich mehrere Tage. Gestern habe ich die Blütenblätter in einem großen Einmachglas mit nativem Olivenöl übergossen. Das Ganze ruht nun 2 bis 3 Wochen an einem hellen, besser noch sonnigen Platz. Täglich einmal wird das Öl überprüft und bewegt.

Und natürlich freu ich mich, wenn dann die Salbe gerührt wird, in zwei bis drei Wochen.


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Freitag, 18. Juli 2014

Nachbars Garten

Der schwedische Sommer ist in seiner 2. Phase. Nach der dritten Sommerwoche geht die Helligkeit der Tage merkbar zurück. Schnelligkeit ist jetzt gefragt - schnell noch blühen, reifen und Samen bilden. Das Leben geht weiter seinen Gang, jedoch mit einer gewissen Spannung.

Die Nachbarn haben Lein gesät. Vielleicht etwas ungewöhnlich in einem Garten, weshalb ich die Pflanze so gar nicht erkannte. Nun ist es klar und inzwischen blüht es bei Nachbars in einem wundervollen Blau. Was sie genau von dieser vielseitigen Pflanze ernten wollen, weiß ich noch nicht.

Den Bienen ist das egal. Hauptsache sie finden, was sie brauchen und ihren häufigen Besuchen nach, ist Lein für sie genau richtig. Und so summt und brummt es über den Blütenreihen.

Während ich mich an der Farbe erfreue, scheint Lein für Insekten besondere Düfte auszusenden, denn an manchen Tagen überschlagen sich die Bienen geradezu an Pollen und Nektar zu kommen.






Manche machen sogar Kopfstand dafür



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Dienstag, 15. Juli 2014

Augenblicke

Ich schleiche mich aus dem Haus. Es ist wieder einmal sehr früh, gegen vier Uhr. Aber was heißt das schon, an einem hellen schwedischen Sommermorgen, an dem sich die Sonne gerade anschickt am Horizont zu erscheinen.

Ich bin gespannt und sogar ein bisschen aufgeregt. In meinen  Händen halte ich, spürbar, über zwei Kilo Fotoausrüstung und das neue Objektiv (ein Geburtstagsgeschenk) ist mit dabei. Ob ich das wohl still halten kann? Das Stativ aus dem Auto in der Tiefgarage zu holen, ist nicht das, was ich jetzt möchte. Ich muss unbedingt probieren.

Die vergangenen Tage brachten viel Bewölkung, sodass ich den Vollmond verpasst habe und die Spannung stieg. Aber heute ist der Himmel perfekt für meine Belange. Die Sonne erhellt den Himmel gerade so, dass der Mond, der ja nicht selbstleuchtend ist, voll zur Geltung kommt, ebenso seine Landkarte, von der ich mir ein paar Punkte eingeprägt habe.

Ein paar Schritte den Hügel hinter dem Haus hinauf und das Gestirn steht frei von Hausdächern und Baumwipfel am Himmel.

Das hier ist mein erstes Foto mit meinem neuen Teleobjektiv. Ich freue mich sehr über Beides.



*"Copernikus" und "Tycho" sind Mondkrater (-berge)
*"Mare" sind Tiefebenen, die deshalb dunkler erscheinen
*"Oceanus Procellarum" ist das größte "Mare" mit über 4 Millionen Quadratkilometern
* die Apollo 11 Landestelle bezeichnet den ersten Schritt der Menschheit auf dem Erdtrabanten.

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Montag, 14. Juli 2014

"Ballgefühl" - Makro Monday

Im weitesten Sinn sind Fußballspieler ja auch Grashüpfer. Der Grashüpfer, der das Fensterputzen mitverfolgte, hat seinen "Abstauber" jedenfalls nicht mehr hergegeben.

Ein gewagter Sprung auf den Eimerrand brachte ihn in Ballbesitz.







... beherzt nahm er ihn in den Fühler und ... weg war er.

Mehr Makroereignisse gibt es heute bei Steffis "Makro Monday".

Sonntag, 13. Juli 2014

Von den Häuschen im Grünen

Fahrendes Kriechendes Volk mit Dauerwohnsitz im Grünen gibt es jede Menge. Es hat Quartier auf der Fetten Henne (nein, kein Federvieh ;-) ) bezogen. Und es sieht so aus, als würde es bis auf Weiteres bleiben.




Die Fette Henne ihrerseits wächst neben dem Eingang zum Garten, der ist wiederum gleich neben dem Gartenhäuschen, das sich, der Größenverhältnisse wegen, unter den Kirschbaum kuschelt.


Das Häuschen bekam neulich sein "Drittes Auge". Und weil "Dritte Augen" (nicht immer Hühneraugen, aber ...) immer magisch sind, so ist es klein und zur Erhellung des Innenraumes gedacht. Das kleine Fenster rechts unter der Dachschräge lässt im Sommer die Nachmittagssonne herein, im Winter zumindest Licht.

Natürlich ist mir längst aufgefallen, dass das Gartenhäuschen dem Schmiedehäuschen, unserer liebenswerten "smultronställe" im südlichen Småland immer ähnlicher wird. Das ist sicher kein Zufall. So ist es kein Wunder, dass ein paar Erinnerungsstücke die Raumausstattung ergänzen.

In meinen immer noch vorhandenen Umzugskartons wurde ich fündig. Diesmal war es ein Vorhang, den ich vor Jahren für mein Schmiedehäuschen häkelte, damals für das kleine Türfenster. Und siehe da er passt ...




... wie angegossen.


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Samstag, 12. Juli 2014

Spieglein, Spieglein ... "In heaven"

Die "gewünschten" dramatischen Himmelsillusionen oder illusorischen Himmelsdramen habe ich heute für "In heaven" der Raumfee nicht im Gepäck.

Dafür hat mich die Spiegelung, die Brigitte in ihrem Blog "amselgesang" zeigt, an eine Reise in Deutschland erinnert und an Bilder, die ich in dem kleinen Ort Schaffelkingen bei Ulm fotografiert habe.

Weil ich dort bei der besten und nettesten Osteopathin, die ich kenne, immer wieder lästige "Wehwehchen" kurieren lasse, lassen sich, der weiten Anreise wegen, Wartezeiten  nicht vermeiden. Die nutze ich sehr gerne, in und um das "wenige-Seelen-Dorf" meine Erkundungstouren zu unternehmen.

Dabei entdeckte ich diese Spiegelungen und es versteht sich jetzt fast von selbst: "Spieglein, Spieglein ...".
;-) 










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Freitag, 11. Juli 2014

Tier reich

Ein beliebtes Bild in der Tierfotografie ist die Ansammlung dutzender Schmetterlinge im Regenwald, die am Rand von Bachläufen Feuchtigkeit und Salze mit ihrem Saugrüssel aufnehmen.

Ganz so abenteuerlich tropisch gehts im Koloniegarten nicht zu, aber immerhin hat mich der Bläuling zu dieser Assoziation verleitet.

Er war zwar allein auf weiter Flur, aber nicht davon abzubringen auf dem Boden nach der dringend benötigten Feuchtigkeit zu rüsseln. Nach dem Bewässern wird die Erde steinhart. Der Garten gleicht dann stellenweise einem ausgetrockneten Bachbett.


Das federleichte Tier hatte es richtig schwer. Die heftige Seebrise erfasste immer wieder seine Flügel. Mit Müh und Not konnte sich der fliegende Edelstein auf den Beinen halten.

Ich hatte es umso schwerer, ihn vor die Linse zu bekommen, denn der unruhige Gaukler stand nur sekundenlang still und wirklich nah heran, ließ er mich nicht kommen.








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