Mittwoch, 6. August 2014

Schwitzen

Schwitzen fand ich immer ätzend. Was soll schon angenehm sein an einem hochrotem Kopf und klebrigem Körpergefühl? Gesehen, abgeschaut und nachgeahmt hat mir diese gedankliche "Altlast" schon viele Sommertage verleidet.

Manchmal kann der Mensch auch das: Lernen! Lernen, dass Schwitzen ein vernünftiger Ausgleich ist, um dem Körper die nötige Kühlung zu verschaffen; Verdunstungskälte mit körpereigenen Möglichkeiten. Klingt doch schon ganz anders und ist allemal besser als mit hängender Zunge. Hunde können nämlich nicht anders schwitzen.

Der Verstand weiß das und hat doch keine Verbindung zum Gefühl, welches dies nicht glauben will ... damit bleibt alles bleibt beim Alten. Vorerst!

Ein Zufall brachte mich dazu in Schweden das Schwitzen zu lernen und das geht wohl nirgends besser, als in der Sauna.

Die ersten Schritte hinein in das für mich vorerst zweifelhafte Vergnügen waren wirklich nicht leicht. Neues ist nie leicht, egal, worum es dabei geht. Mit der festgefahrenen Einstellung zum Schwitzen und zur Sauna erwartete ich eine entsprechende Erfahrung.

Die blieb aus, weil ich mich an einige wenige Regeln für Sauna-Unerfahrene hielt. Ganz im Gegenteil, es war ein bahnbrechender Erfolg mit Spassfaktor, allem voran die wechselnden Temperaturen: hier frisch gefallener, watteweicher Schnee statt kaltem Wasser!

Nun bin ich seit Jahren ein Saunafreak, allerdings nur im Winter, weil für mich die Außentemperaturen eben kalt sein müssen. In wärmeren Jahreszeiten habe ich das Bedürfnis einfach nicht. Habe ich nicht? Anders gesagt: Bei Bedarf gestehe ich mir das Schwitzen jetzt zu, das Schwitzen mit einer frappierenden Feststellung: Es funktioniert ohne gedankliche Altlast wunderbar!

In jüngster Zeit bin ich nämlich ab und zu auch im Sommer in der "Sauna". Nicht Strom oder Holz heizen ein, sondern die Sonne: das Gartenhäuschen auf 29 Grad! Die Innenarbeiten für die Hausisolierung sind in vollem Gange und das warme, schöne Wetter auch. Es kommt, wie bestellt, mit besagtem Effekt, es ist schweißtreibend.

Bewegung und Arbeit in einem derart aufgewärmten Haus hätten mich früher schnell "schach-matt" gesetzt und mich in die Flucht geschlagen, zumal mit einer so "fest gestellten" Einstellung.
Zum erstem Mal spüre ich, dass etwas anders ist. Die Körperfunktion "Schwitzen" scheint durch das Saunatraining gut in Gang gekommen zu sein. Um bei einfachen Worten zu bleiben: "Es macht mir nichts mehr aus"!

Das alleine war es wert, vor Jahren umzudenken und den Schritt in die Sauna zu wagen, alten Erfahrungen zum Trotz etwas neu zu lernen!



***

Kommentare:

Pünktchen hat gesagt…

Ein Saunafreak wird aus mir nicht werden, habe ich es doch oft genug ausprobiert. Dieses vor sich Hinsuppen war nie mein Ding, genau so wenig wie für andere das Schwimmen so toll sein wird, wie für mich. Aber glücklicherweise kann ja jeder so, wie er meint und möchte... Liebe Grüße, M. - die sich wieder einmal wundkommentiert, bis irgendwann einmal ein Kommentar auch tatsächlich erscheint.

Pünktchen hat gesagt…

Liebe Beate,
vielen Dank für deinen netten Hinweis! Ich gebe zu, daß ich mich oft davor scheue, irgendwelche Experten zu bemühen. Aber es wird Zeit, daß zu tun. Es nervt immens zu sehen, daß vielerorts meine Kommentare garnicht mehr auftauchen.
Liebe Grüße nach Schweden.

Pünktchen hat gesagt…

Liebe Beate,
vielen Dank für deinen netten Hinweis! Ich gebe zu, daß ich mich oft davor scheue, irgendwelche Experten zu bemühen. Aber es wird Zeit, daß zu tun. Es nervt immens zu sehen, daß vielerorts meine Kommentare garnicht mehr auftauchen.
Liebe Grüße nach Schweden.

Junischnee hat gesagt…

Vielleicht sollte ich auch mal die Sauna ausprobieren, ich kann da garnicht mitreden. Schwitzen mag ich, bei Draußen-Aktivitäten. Leider schwitze ich momentan schon bei der kleinsten Anstrenung (staubsaugen, Wäscheaufhängen,...) und manchmal einfach auch nur so. Ich hoffe, dass das irgendwann mal wieder verschwindet.
Liebe Grüße in den momentan wohl heißen Norden, Christine

Cux-Nachtfalke hat gesagt…

Hallo Beate,

schwitzen war früher auch nicht mein Ding, aber ich weiß auch, wie wichtig es im Sommer zur Abkühlung des Körpers gehört. Vor ca 10 Jahren bin ich dann auch zum Saunagänger geworden, und ich muss sagen es gefällt mir und das Schwitzen stört mich nicht mehr.
Im Sommer gehe ich auch nicht in die Sauna. Im Schwarzwald konnte ich danach auch in den Schnee, später konnte ich (mangels Schnee) nur kalte Duschen oder Bäder nach den Saunagängen nehmen.
Ich kann mich Dir nur anschließen und den Schritt in die Sauna wagen. Es lohnt sich.

Viele Grüße
Nachtfalke

Beate hat gesagt…

Liebe Christine,
an das Wechsel-Schwitzen (?) habe ich nicht gedacht, da ich keine Beschwerden diesbezüglich habe. Durch die Sauna habe ich mir beigebracht, das Schwitzen als etwas
Positives zu sehen, wo vorher eine Aversion da war. Das hat funktioniert.

Sei lieb gegegrüßt
Beate

Mondgucker-Strandläufer hat gesagt…

Liebe Beate
die Wechseljahrenbeschwerden habe ich auch und seit ich hier so viel mich bewege wie nie zu vor schwitze ich unentwegt aber ich habe es an genommen wundere mich nicht mehr drüber, ich habe nämlich durch Eisenmangel einige Jahre kaum geschwitzt das war nicht gut für den Stoffwechsel, dafür weis ich jetzt dass er schafft. Sauna, war ich einmal in meinem Leben, wer weis vielleicht schaffe ich es mit meinem Schatz zusammen mal zu gehen im Winter!
Ich finds gesundheitlich auch sehr gut die Sauna.. die Scheu wegen dem Körper mit anderen Menschen hielt mich davon ab.. dir wünsche ich viel Spass beim saunieren wieder im Wintermonaten!
Lieben Gruss Elke

Martina Pfannenschmidt hat gesagt…

Mein Mann ist auch ein Saunafreak. Er geht auch dann, wenn die Außentemperatur 33° anzeigt. Interessant finde ich in deiner Beschreibung, wie sehr uns unser 'Kopf' manchmal im Wege steht durch - ich möchte fast sagen, eine 'Fehlprogrammierung'. Toll, dass du es geschafft hast, dich 'umzuprogrammieren'. Bei mir läuft momentan auch eine solche Umprogrammierung, allerdings auf einem anderen Gebiet. LG Martina