Samstag, 27. September 2014

WattewölkchenWerfer - "In heaven"

"Das gibt's doch nicht", formulierte mein Mund ganz automatisch, so überrascht war ich. Geschehen bei der Erstbesichtigung des Links "flightradar 24". Es war die Menge, ähnlich einem Haufen gelber Ameisen, das unübersichtliche Gewirr kleiner Flugzeugsymbole, das fast unmerklich über den Bildschirm zirkelte. Der Himmel über Europa hat seine grenzenlose Freiheit wohl jetzt schon eingebüßt.

So mir nichts, Dir nichts, die Flugbewegungen von hunderten Flugzeugen gleichzeitig nachzuvollziehen ist eine Sache, zu wissen, dass in genau diesem Flugzeug der erwartete Besuch sitzt, ist emotional aber noch wesentlich näher.

Flugzeuge am Himmel sind zur Alltäglichkeit geworden. Der wachsende Flugverkehr wird kaum wahrgenommen, außer von denen, die in Flughafennähe wohnen müssen. Wenn die Metallvögel über die Startbahnen donnern, beginnen bei den Anwohnern die Gläser im Schrank zu klirren.

Sind die Silbervögel einmal in der Luft, spielt der Lärm keine Rolle mehr. Sie ziehen ihre Bahnen auf genau vorgeschriebenen Wegen. Wie Spinnen ihre Fäden hinterlassen die Flugzeuge ihre Wolkenstreifen. Was die Luftbewegung damit macht: aufblasen, kräuseln, verknoten, knüllen, zerfließen und verblassen lassen.


















Mehr Wattewolken gibt es bei der Raumfee zu sehen

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Kommentare:

Jutta.K hat gesagt…

Cooler Titel, finde ich klasse, die Fotos natürlich auch ;-)
Schönes Wochenende wünscht dir
Jutta

Martina Pfannenschmidt hat gesagt…

Unser Ort wird auch sehr stark überflogen, doch so hoch, dass der Lärm unsere Ohren nicht erreicht. Als wir kürzlich in Hamburg waren, konnten wir von unserem Hotel aus die landenden Flugzeuge beobachten. Mein einziger Gedanke war: 'Gut, dass ich hier nicht leben muss.' Die Anwohner sagen ja, sie hören es gar nicht mehr. Vielleicht nicht bewusst, das mag stimmen, aber das Unterbewusstsein wird sicher gestört. Tolle Bilder! LG Martina

Beate hat gesagt…

Danke Jutta!
auch Dir ein wunderbares Wochenende aus "der Nachbarschaft"
:-)

Beate hat gesagt…

Danke auch Dir, Martina. Was ich darüber selbst weiß, das sind auch "Hotelerfahrungen". Es heißt, die Ohren schlafen nie, d.h. Lärm macht krank, ob wir ihn bewusst wahrnehmen oder nicht.

Mondgucker-Strandläufer hat gesagt…

Was für tolle Fotos, ahhh und der Lärm ist und bleibt sogar bis zum Herzinfarkt im Fernsehen habe ich so einen Bericht mal gesehen, der Mann litt so stark drunter es heiss Stress Tag und Nacht. Sein schönes Häuschen als Rentner müsste er aufgeben doch nochmal an fangen wo anders hat er kein Geld dafür. Schlimm ist das!
Und auch diese enormer Lärm im Himmel die Vögel...
Es ist gut wenn man das Schöne und auch das Negative daran sieht!
Schönen Sonntag!
Lieben Gruss Elke

Beate hat gesagt…

Ja Elke, ich habe einen ähnlichen Bericht zu dem Problem gesehen und hatte sehr großes Mitgefühl. Es war, als man begann den neuen Flughafen in München zu bauen.
Fliegen bleibt aber ein Wunder der Technik. Zwei Seiten einer Medaille.

LG
Beate

Cux-Nachtfalke hat gesagt…

Hallo Beate,

das sind schöne Bilder. Die Kondensstreifen am Himmel sehen toll aus. Das Flugradar ist eine interessante Sache. Wir haben hier das Glück dass seit 2012 nicht mehr so viele Flieger vom Marinefliegerhorst Nordholz aufsteigen. Nur wenn die Maschine der Marineflieger zur Umweltüberwachung der Nord- und Ostsee ihre Kontrollflüge macht, aber das ist eine Propellermaschine und nicht sehr laut. Ansonsten sind hier höchstens mal ein paar private Flieger, die auf die Inseln fliegen.
Von Meerbusch, das liegt bei Düsseldorf in der Einflugschneise, weiß ich dass, die Gärten oft mit Kerosin belastet waren, ebenfalls ein Nachteil, wenn man zu nah am Flughafen wohnt.

Viele Grüße
Nachtfalke

rheinland-blogger hat gesagt…

Hallo Beate,
interessante neue Idee, die Kondensstreifen am Himmel zu betrachten. Die Form, wie die Linien bezogen werden, kann phantastisch sein. Zu Deiner Frage zu meinen Radtouren: die Tour über das Ahrgebirge nach Altenahr war ich bereits im letzten Jahr gefahren. Im Moment fahre ich meine Touren so, um darüber in meinem Blog schreiben zu können. Sonst bin ich relativ spontan, wobei das Hauptkriterium der Wind ist. Wenn ich auf dem Rückweg starken Gegenwind habe, kann es sein, dass meine Kondition einbricht. Die zur Verfügung stehende Zeit ist ein weiteres Kriterium, d.h. wie lang darf die Strecke sein. Und es müssen auch Berge dazwischen sein, denn nur Flachland ist langweilig. Sonst kenne ich so viele schöne Touren, dass ich gar nicht die Zeit habe, sie alle zu fahren. Lange Zeit waren die Strecken durch das Ahrtal (Ahrweiler-Dernau) und durch das Siegtal (bis Eitorf) meine Lieblingsstrecken.

Gruß Dieter