Dienstag, 23. September 2014

Wie immer -griechisch-

Szenenwechsel.

Der Blick von einer Fähre auf den Fehmarnsund ist immer wieder ein Erlebnis und präsentiert sich fast jedes Mal anders. Er ist aber auch ein Symbol für's Reisen. Alle Jahre kehren die Zugvögel im Herbst zurück und nehmen die bekannte "Vogelfluglinie" in Richtung Süden. Wir auch!

***

Das bisschen Schifffahrt, es dauert 45 Minuten, bis der Fuß wieder Land unter der Sohle hat, setzt Akzente. Etliche Autostunden sind dann bereits geschafft, ein guter Teil ist noch zu bewältigen. Kurz hinter der Insel Fehmarn wartet erst einmal der Übernachtungshalt im Städtchen Oldenburg, das die Strecke fast in zwei gleichlange Hälften teilt.

Dieser erste Abend gehört "dem Griechen". Ich mag dieses kleine Ritual, das wie ein Willkommensgeschenk an mich selbst ist. Achteinhalb Monate sind ins Land gegangen und diesbezüglich war die Zeit eine Art Abstinenz.

Erst allmählich kommen die Menschen des nördlichen Landes auf den Geschmack. Da Thailand zu den meistbesuchten Ferienparadiesen der Schweden gehört, hat sich die asiatische Küche als eine der ersten und häufigsten etabliert. Sie ist heute so etwas, wie damals in den 60igern unsere italienischen Eisdielen und Pizzerien, die eine Art Fernweh in Schach hielten.

Am Eingang empfängt uns Gästegemurmel, Musik und ein würziger, unvergleichliche Duft aus der Küche. Die Phantasie wird beflügelt, der Appetit auch. Zwei Plätze werden gerade frei. Da gibt es kein Zögern, auch wenn ich zentrale Tische im Restaurant sonst nicht bevorzuge. Ich habe gerne eine Wand im Rücken.

In diesen Tagen vernebeln zum Glück keine Rauchschwaden mehr den Blick auf eine Reihe von Bildern, die unmissverständlich zeigen, woher die Besitzer des Restaurants stammen. Die Namen auf der Speisekarte bestätigen dies auch. Die Liste der griechischen Spezialitäten ist lang. Davon bevorzuge ich gefüllte Weinblätter und gegrillten Fisch, dazu Wasser und den einzigartig geharzten Wein.

Das ist für Schweden und Knäckebröd-Asylanten wie uns ein Highlight. Eine Vollkonzession ist im Land der Mitternachtssonne ein teures Extravergnügen für Restaurantbesitzer und Gäste und daher nicht so selbstverständlich wie hierzulande. Ich genieße diesen einfachen Umstand nach so langer Zeit.

Das bestellte Essen dauert. Einstweilen wandert mein Blick zu den besagten Bildern, die vielleicht der Phantasie des Malers entsprungen sind, aber genauso gut auch Originalschauplätze auf einer der Ägäisinsel zeigen. Unweigerlich kommt das Gespräch auf eigene Erlebnisse. Wünsche werden wach ...

... und damit sie nicht wieder entfleuchen, wird die kleine Wohnung in der alten Heimat sie wach halten. In einem Second-Hand-Laden des schwedischen Heimatstädtchens habe ich sie entdeckt:

Meine griechischen Traumbilder "in Öl".



*** den Blick hinunter auf die Ostsee schicke ich zum Krümelmonster-Blog

***

Kommentare:

Martina Pfannenschmidt hat gesagt…

Oldenburg ist mir gut bekannt. Dort lebt der Patenonkel meines Mannes. Von uns aus ist das Städtchen in einer guten Stunde zu erreichen.
Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung! Martina

Mondgucker-Strandläufer hat gesagt…

Wie schön diese Gemälde und was du erzählst intressant wie es doch hier in Deutschland ist einfach zum Griechen um die Ecke zu gehen..
so ein Ritual ist auch was schönes auf dieser Strecke bis ihr an kommt!
Nun da wird noch einiges zu berichten sein und ich warte auf das nächtse intressante Posting gerne!!!
Lieben Gruss Elke