Samstag, 18. Oktober 2014

In Heaven - "Im Himmel ist Jahrmarkt"

Hier ist Zwischensaison, die Zeit der Märkte gerade vorbei: Zu spät für Herbstmärkte, zu früh für Weihnachtsmärkte.

Aus dem Thema "Kärwahimmel" (für Nicht-Franken = Kirchweihhimmel, Kirmeshimmel) für "In heaven" der Raumfee wurde kurzerhand "Im Himmel ist Jahrmarkt" und nur "der Himmel weiß", woher dieser Spruch kommt. Auf den Märkten der Welt jedenfalls spiegelt sich das Leben.

Feste feiern, sich mit Andern treffen, kaufen und verkaufen, Neuigkeiten austauschen, seit vielen Jahrhunderten sind Märkte wichtige Ereignisse rund um den Globus. Hier also Archiviertes zum Thema.

Herbstmarkt in Memmingen


Weihnachtsmarkt in Lübeck


Dult in München


Stadtmarkt in Singapur


Malaiischer Dorfmarkt


Pelzmarkt in Helsinki


Stadtmarkt in Taschkent


Kürbisfest in Borgholm Schweden
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Donnerstag, 16. Oktober 2014

Dienstag, 14. Oktober 2014

Feurig!

Schon wieder etwas Rotes? Ja, stimmt. Aber dieses Rot kreierte der Sommer. Der Herbst steht zwar genauso für leuchtende Farben, jedoch auch für die Erntezeit. Und da gab es alle Hände voll zu tun.

Sie, zum Beispiel, war jetzt erntereif! Nicht als Blüte, sondern als Bohne



Es ist die Blüte der Feuerbohne, die unter allerlei anderen Namen im Land bekannt ist.

Für den Anbau des Schlinggewächses ist ein Klettergerüst nötig. Bohnen für die Aussaat überließ ein Freund, der sie seinerseits aus dem elterlichen Garten nach Schweden mitgenommen hat und seit fast 30 Jahren im eigenen Garten kultiviert. Das bescheinigt der Pflanze Schwedentauglichkeit.

Neben den Saatbohnen gab es die Anleitung für den Anbau und darunter mischten sich Sätze wie: "In ungeraden Zahlen um die Stangen des Gerüsts legen", irgendwie geheimnisvoll. Der Menge entsprechend nahm ich pro Stange sieben Bohnen und legte sie kreisförmig darum herum. Das waren eindeutig zuviel. Gewicht und Volumen der Biomasse wurde so groß, dass die grünen Bohnen nur schwer zu erkennen und zu pflücken waren. "Lehrgeld" nennt man das dann!

Trotz allem war die Ernte reich und auf jeden Fall ist die Feuerbohne auch im kommenden Jahr im Garten wieder mit von der Partie.

Als junge (grüne) Bohnen geerntet und gekocht, erinnern sich geschmacklich an die feinen haricots verts der französischen Küche.

Die voll ausgereiften großen und immer noch grünen Bohnen werden geerntet und an einem warmen Ort getrocknet, wie bei mir im Keller. Manchmal reichen die klimatischen Verhältnisse draußen dazu nicht mehr, bis die grüne Kapsel eine grün-gelbliche Farbe angenommen, sowie wunderschöne dunkelrosa Samen ausgebildet hat.


Gestern war dann Bohnenpuhlen angesagt. Und wie man sieht gibt es jetzt einen guten Vorrat. Ein kleiner Teil der Bohnen wird als Samen für das kommende Jahr aufbewahrt, die übrigen sind Teil der Winterküche als Hauptgericht oder Beilage.


Und wie ich finde ist das nicht nur ein schmackhaftes, sondern ein schönes Essen. Verschwenderisch geht die Natur mit ihrer Kreativität um,denn nach dem Kochen verschwinden die modernen Gemälde aus Rosa mit Schwarz. Oder ist es eher Schwarz mit Rosa? Ich mag sie so und so!



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Montag, 13. Oktober 2014

Plissé mit Plaisir - Makro Monday

Wir treffen uns einmal im Jahr, ungefähr zur selben Zeit und am selben Ort. Erst war einer allein, jetzt sind sie seit drei Jahren zu zweit und tragen Tracht: Roter Rock mit weißen Punkten.

In dem vielen Braun, Grün und Gelb stechen sie hervor und das ist schön so. Tracht geht nicht mit der Mode. Diesmal bekomme ich jedoch einen Einblick in das Unterkleid. Der Plissee-Unterrock, der das rote Darüber stützt, wird in diesem Jahr keck nach oben gekehrt. Ein bisschen Grün dazu und fertig ist die pilzige Kleiderschau 2014.

Das Rot ihrer Tracht ist eine Signalfarbe: "Halt, rühr mich nicht an und esse mich vor allem nicht, es würde Dir schlecht bekommen!"

Zu Kinderzeiten wurde ich bald mit dem auffallenden Pilz bekannt gemacht. Die Warnung klingt bis heute in den Ohren. "Ja, nicht anfassen, nur anschauen" .......... und fotografieren ;-). Meine zwei Fliegenpilze sind mir jedenfalls im Garten willkommen und ihr Stelldichein ist ein Herbst-Event der kleinen, aber erfreulichen Art geworden ...

... und ein Anlass für den Makro Montag bei Steffi.





















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Sonntag, 12. Oktober 2014

Brittsommer-Tage

Nein, kein Verschreiber, die Brittsommer-Tage haben weder etwas mit Klebstoff noch mit Haushaltsschwämmen zu tun.

Britt(a), eine verkürzte Form von Birgitta, ist der Name einer schwedischen Heiligen, die 1373 in Rom starb. 1374 wurde ihr Leichnam in die Heimat zurückgeführt. Das Schiff legte ganz in der Nähe dieser Stelle auf der Insel Öland an.



Stig, ein liebenswürdiger Gartennachbar in den 80igern, sprach sich smalltalkend über den unerwartet warmen Tag aus. Tatsächlich konnten wir gestern 19 herrlich sommerliche Grade verzeichnen und keine schwedische Wettervorhersage wies einen so wunderbaren Samstag aus. Das sind die "Brittsommertage" meinte Stig und ich verstand nichts (zeitweise stehe ich mit Stigs südschwedischem Dialekt auf "Kriegsfuß").

Die Ratlosigkeit, die er mir ansah nahm er selbstverständlich zum Anlass mir den Sachverhalt näher zu erklären. Und der lautet ungefähr so:

Birgitta/Britta feiert in Schweden am 7.Oktober Namenstag. Das ist nach einer besonderen Zeitrechnung der Tag der Ankunft des Schiffes mit ihrem Leichnam. Wie auf dem Bild, das etwa um diesen Tag vor acht Jahren entstanden ist, ist um diesen Namenstag herum oft mit Schönwetterlagen zu rechnen. Das ist nicht Herbst, das sind spätsommerliche Tage.

Brittsommertage also in diesem Jahr: zum Beispiel gestern!


















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Samstag, 11. Oktober 2014

Von jetzt auf dann - "In heaven"

Nur noch ein paar Plusgrade verzeichnet der Morgen. Es ist und war eine Eigenart dieses Jahres, uns von jetzt auf dann vor Tatsachen zu stellen. Der Herbst ist da und hat die Kirschbäume vor dem Küchenfenster in Glutrot getaucht, bevor der Wind ihnen das Laub vom Leib blies. Wie gesagt, alles innerhalb ganz weniger Tagen.




Nachmittags zog auffrischender Wind von Nordosten her. Nordost, das heißt im Winter: aus Kälte wird klirrende Kälte. Im Herbst fällt alles milde aus.

Am Abend wechselt der Wind die Richtung. Ein Sturmtief zieht aus West über die Küstenlandschaft. Eine Nacht lang trommelt der Regen an die Fenster. Ein fast vergessenes Geräusch im vergangenen dürren Sommer.




Der kleine Wald in der Nachbarschaft kämpft gegen den Wind. Im Bett liegend höre ich ihn sogar durch die dreifach-Verglasung des Fensters, wildes Blätterrauschen mit jeder Bö. Ich ziehe die Decke fest um mich.

Am Morgen ist Ruhe. Die Kirschbäume sind in den Wipfeln entlaubt, das grüne Gras darunter hat einen roten Teppich bekommen, Herbstidylle. Sie währt nicht lange.


"Wer schön ist, muss leiden". Was ist Schönheit? Man(n) muss ein Auge dafür haben. Der Mann vom Dienst ist beflissen, keine Zeit für Schönheit. Ein "moderner Sturm" fegt sie weg, als wäre sie nie gewesen. Der Mann vom Dienst, beflissen, wie er ist.



"In heaven", ein Projekt der Raumfee

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Dienstag, 7. Oktober 2014

Paradox ist, dass ...


... man Karotten ordentlich verziehen muss, damit sie (er)wachsen werden. :-)



Daraus folgt: Junges Gemüse ist nicht gleich "Junges Gemüse"

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Sonntag, 5. Oktober 2014

Spannendes

Neulich hatte ich wieder einmal die Gelegenheit den fleißigen Italienerinnen näher zu kommen. Mit geschäftigem Treiben nutzen sie immer noch jeden Sonnenstrahl, um dem eigenen Bienenvolk das Überleben des Winters so gut wie möglich zu sichern.

Als kratzbürstig wurde diese Bienenart beschrieben, doch davon ist keine Spur. Sie lassen mich nahe genug kommen und bisher hat keine einen Grund gesehen, ihren Stachel an mir auszuprobieren.



So kam das obige Bild zustande, bei dessen Betrachtung ich mich fragte, warum Bienenwaben eigentlich sechseckig sind. Der Imker gab mir prompt die Antwort, nämlich, sie sind gar nicht sechseckig, sondern rund.

"Na bitte, sogar hier mehr Schein als Sein", dachte ich zuerst. Aber da ist Physik im Spiel! Kommissar Zufall lieferte mir ein einfaches Beispiel. Der Schaum im Uferbereich eines Sees ließ am Besten die Beobachtung zu, warum aus runden Waben plötzlich Sechsecke werden. Die Spannung macht es, genauer die Oberflächenspannung. Sie ist eine feine Kraft, die Manche über's Wasser laufen lässt.




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Freitag, 3. Oktober 2014

Die Karottenkiste

Ab heute setze ich auf Sand. Da schwant so Manchem vielleicht Ungemach. In diesem Fall braucht man keine Bedenken haben. Es handelt sich nämlich um eine Holzkiste, die mit Sand befüllt wird.

Die Kiste entstand aus Holzresten vom Gartenhäuschenbau und ist ausnahmsweise nicht für die Kleinen zum Spielen gedacht, sondern für Karotten und Co!




Gartenanbau ist eine Sache, eine andere, dass das Gemüse für den Winter einen geeigneten Lagerplatz benötigt. Einfrieren ist da nur eine Möglichkeit, die andere eben die Sandkiste.

Das Gefühl, dass unsere Gefriere die Ernte nie und nimmer aufnehmen kann, ohne aus den Nähten zu platzen, hatte ich schon zu Anfang. So sah ich mich nach Alternativen um. "Die Kiste mit dem Sand" holte ich derweil aus den Tiefen meiner Kindheits-Erinnerung, frischte die Möglichkeit mit neueren Erkenntnissen aus dem Internet auf und heraus kam besagter Sandkasten mit folgender Anleitung (am Beispiel Karotten):

*Man nehme eine Holzkiste und feuchten Sand. Befülle den Kistenboden 3 cm hoch,

*sortiere die Karotten und nehme nur die einwandfreien.

*Wasche die Karotten mit reichlich Wasser (vorsichtig, damit die Ware einwandfrei bleibt!!), schneide das Grün bis auf drei Zentimeter ab,

*lege die Karotten nebeneinander berührungsfrei auf den Sand.

*Ist die erste Lage ausgefüllt, wird Sand darüber geschüttet, bis das Gemüse 3 Zentimeter hoch bedeckt ist.

*Abwechselnd kommen weitere Gemüse- und Sandlagen dazu, bis die Kiste soweit gefüllt ist, dass ein einfacher Deckel darüber gelegt werden kann.

Es ist möglich verschiedene Gemüse in derselben Kiste und nebeneinander einzulagern.



Der Aufbewahrungsort für die Kiste sollte ein kühler Raum (Garage ?) sein. Meine Kiste hat das Glück in einem echten alten Erdkeller zu stehen, der schon fast die Garantie für lange Haltbarkeit ist.

Und jetzt muss es eigentlich nur noch nach Wunsch funktionieren.




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Mittwoch, 1. Oktober 2014

Himmlische Tänze



Ihr Ruf ist unverkennbar und wer ihn einmal gehört hat, vergisst ihn nicht so schnell. Er ist das Zeichen für die Wende in den Jahreszeiten, denn man hört ihn im Frühling und im Herbst.

Als wir vor ein paar Tagen Richtung Norden fuhren, standen Hunderte von ihnen auf den abgeernteten Feldern in der Nähe Berlins, etwas abseits der Autobahn und deshalb gut sichtbar. Ich erwartete mehr, aber umsonst, denn es war lediglich die Vorhut, wie ich heute merkte.

Ich war gerade dabei die Himbeeren zu ernten, als die Kranichrufe zu hören waren. Zu sehen war da noch nichts, lediglich die ungefähre Richtung konnte ich feststellen, aus der sie kommen würden. Genug Zeit, die Kamera zu holen und einzustellen.


Die ersten Vogel-Formationen waren zu weit weg und verloren sich bald hinter dem Wald. Doch dann hatte ich mehr Glück. Die folgenden Scharen kamen dem Garten viel näher, manche mit vielleicht hundert Kranichen.

Es war das reinste Himmelsballett, das sie vollführten, um Höhe zu gewinnen. Sie suchten die Aufwinde der letzten warmen Sonnenstrahlen zu nutzen. Dabei zogen sie weite Kreise, manchmal einzeln oder in kleineren Gruppen. Dafür lösten sich die langen Bänder auf, um wenig später zum Weiterflug wieder zusammenzufinden.

Energieersparnis ist das Zauberwort und nicht nur eine Sache für die Menschen. Kraniche und einige andere Vogelarten fliegen in dieser V- Formation, weil sie eine natürliche Form der Energieersparnis ist. Sie wird in der modernen Technik sogar von Flugzeugen benutzt. Der kleine Knick am Flügelende von Düsenmaschinen macht es und wer genau schaut, kann diesen Knick sogar seit einiger Zeit an den Flügeln der Grosswindanlagen entdecken.


Die kleinen Luftwirbel, die hinter einem Kranichflügel entstehen, nutzen dem nachfolgenden Vogel Kräfte zu sparen, weil eine Art von Aufwind entsteht. Vogeleltern ermöglichen damit ihren Sprösslingen den langen Flug nach Süden besser zu überstehen. Und sind damit richtig vorbildliche Eltern.









das Himmelsballett samstags verlinkt mit "In heaven"

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