Montag, 26. September 2016

Ich sehe rot - Vorhang auf!



Vorhang auf für eine etwas facettenreichere Farbdeutung aus dem fernen Osten. Rot spielt hier die erste Geige, wenn es um Glück, Kraft, Ruhm, Erfolg, Reichtum, aber auch die Liebe geht. Darum heiratet in roter Hochzeitskleidung, wer es gerne traditionell hat.

Und so sieht es aus, wenn es denn in China heißt: "Willst Du meine Frau werden?"





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Hochzeit in rot auch in den arabischen Teilen der ehemaligen Sowjetunion. Der Hochzeitsschmuck auf dem PKW zeigt, wie auch die Braut ausgesehen hat: ein weißes Kleid mit rotem Schleier. Sieht aus wie "die Nahtstelle" zwischen asiatischer und europäischer Hochzeitskultur.



"Ich sehe rot", ein Projekt von Jutta


Adieu, Sommer!

Wieder ein Sommer, der "mir nichts - Dir nichts" zu Ende gegangen ist. Diesmal hat eigenartigerweise das kommende Frühjahr gleich mit begonnen. Was soll ich sagen:

Die Erdbeeren blühen und in Nachbars Garten gibt es frische Erdbeeren vom Strauch, als hätten wir demnächst Mittsommer. Es sind nur ein paar, ich durfte zwei probieren. Sie schmecken wie im Juni.

               


In der Rabatte nebenan halten die Roten Johannisbeeren mit einem dunklen Weinrot dagegen und zeigen, was wirklich ist. Wirklich?

Lein- und Buchweizen, meine Sommerprojekte, haben eigene Wege eingeschlagen und das sind nicht immer die, die ich "im Auge" hatte. Eigentlich folge ich den Pflanzen nur in dem, was die Natur mit ihnen macht. Ich beobachte, staune, reagiere und freue mich über das, was daraus bereits geworden ist.

Ich bekomme auch etwas dafür. Die Samen der Pflanzen decken den Bedarf an Saatgut für das nächste Jahr. Auf meinem großen Gartengrundstück wird es auch im folgenden Sommer Buchweizen und Lein geben, die als Gründüngung fungieren. Die Erde ist ein lebender Organismus, dier ihre Auszeiten braucht. Die gönne ich ihr.


Aus dem Buchweizen Mehl zu mahlen, ist wohl in tagelanger Handarbeit möglich. Die Körner an den Stängeln haben alle möglichen Reifegrade. Ungeschält sollte er nur in kleinen Mengen verzehrt werden, weil die Schalen Stoffe mit Unverträglichkeitsrisiko enthalten. Da wäre es gut einmal über die Grenzen zu schauen, dorthin wo der Buchweizen zu den Grundnahrungsmitteln zählt.

Der Lein liegt und hängt inzwischen. Zwei Anbauflächen (im Waldhof und im großen Garten), zwei Erntezeiten, zwei unterschiedliche Fortschritte in der Weiterverarbeitung haben sich daraus ergeben.
Die Trockenzeit (im hängenden Zustand) ist gleichzeitig die Phase, um schließlich alle Stängel miteinander weiterzuverarbeiten. Um Leinfasern zu erhalten müssen sie noch gebrochen, geschwungen, gehechelt und versponnen werden. Das ist noch viel Arbeit und zeigt auch, warum Lein für die Armen nicht erschwinglich war.


Selbstverständlichkeiten einmal nicht als gegeben hinzunehmen, das lehrt nicht nur den Umgang mit der Natur, sondern auch Dankbarkeit den eigenen Lebensumständen gegenüber.

Samstag, 17. September 2016

Der rote Radler oder ein Gruß vom Himmel

Die letzten Sommertage brachten wohlige Wärme rund um die Uhr. Eine Seltenheit in den Breiten, aber hochwillkommen. Sie brachten aber nicht nur ungewöhnliche Wärme, sondern auch noch ein lauschiges Badeplätzchen, von dem ich nur sage "Denn das Gute liegt so nah", quasi um die Ecke.

Abseits des Hauptwegs führt die schmale Straße nach Tättö, einem Inselchen mit Campingplatz. Sind die großen Touristenströme abgeflaut, ist es dort "gut sein". An diesem Tag wetteifern Himmel und Meer mit der Farbe "Blau". Das Meer ist für mich eindeutig der Gewinner, es sieht einfach lebendiger aus.







Auf dem Heimweg setzt dann der Himmel eines obendrauf und schickt den "Roten Radlerengel", ihr wißt schon, den, der dem Dienstmann Alois Hingerl vom Münchner Hauptbahnhof, im Himmel begegnet.





Freitag, 16. September 2016

Der Sonne entgegen - Fridayflowerday


Meine Lieblingsfarbe Nr.2 ist gelb/orange in allen Nuancen. Die Blumen des Spätsommers geben in dieser Woche den Ton an: Ringelblumen, Sonnenblumen und Topinambur. Und selbst wenn die Sonne am Morgen noch nicht scheint, leuchtet sie in Blütenfarben vom Frühstückstisch. 

Mehr Blumen gibt es am Freitag bei "Holunderblütchen"

Dienstag, 13. September 2016

Gotlands "Nabelschnur", - die andere Seite

- Ein kurzes Flackern und wir sitzen im Dunkeln -.


Das passiert ziemlich oft in stürmischen Zeiten schwedischer Wintermonate. Dann dauert es nicht lange und man sitzt nicht nur im Dunkeln, sondern auch im Kalten, weil auch die Heizung nicht ohne Strom funktioniert. Gut, wenn man dann wenigsten einem Holzofen einheizen kann.

Kein Wunder, dass man uns (mit relativem Stolz) erzählt: "So etwas sei in der Wahlheimatstadt äußerst selten".  Die Story bekamen wir zu Gehör just in dem Moment, als wir auf einem der ersten Spaziergänge vor den Stadttoren an diesem Schild vorbei kamen. Eine ganze Insel stromlos, ist schon ein Schreckensgedanke.

Genau hier ist also der Anfang der "Nabelschnur", die die Insel Gotland ausschließlich! mit Strom versorgt und deretwegen auch die nahe Wahlheimatstadt so selten unter Stromausfall zu leiden hat.

Wie ich ausgerechnet am Ende des Sommers auf so etwas komme? Deshalb, weil ich auf unserer Gotlandreise das andere Ende der "Nabelschnur" entdeckte. Reiner Zufall, aber wie das Reiseleben manchmal so spielt.

Der halb verregnete Tag in Visby zwang uns kulturell-touristisch zur "Aufgabe". Stattdessen unternahmen wir eine Spritztour in den Norden der Insel. Das war gut so. Ich liebe das Spontane auf Entdeckungsreisen.

Ganz spontan entdeckten wir so auch eine Bäckerei, die leckeren Kuchen aus ökologischen Zutaten im eigenen Café anbietet. Auf dem Festland ist da weithin Fehlanzeige. Wie überhaupt der ökologische Landbau auf Gotland überall kräftig Fuß gefasst hat.

Ein Stück weiter biegen wir von der Hauptstraße ab. Dann geht es durch hohe lichte Wälder in Richtung Ostsee. Auffallend sind die Felsformationen aus Kalkstein, die trotz Baumbewuchs an Raukare erinnern.


Die Bucht, die sich auftut, ist traumhaft und die Feriensiedlung im Wald nebenan, ist kein Wunder. In Strandnähe hat sich ein Restaurant auf Fisch und Krustentiere spezialisiert. Am Fuße des Steilabhangs liegen malerisch ein paar Fischerhütten, die das Traumbild vervollständigen.



Der Wunsch ein Stück Küste entlang zu laufen ergibt sich von alleine. Auf diesem Spaziergang entdecke ich dann die andere Seite der "Nabelschnur". Für mich im Moment der Entdeckung die Gedankenverbindung nach Hause.




Ich sehe rot - Landratten und Wasserratten

Ariadne und Theseus, der "rote Faden" war wahrscheinlich eines der ersten Hilfsmittel zur Orientierung. Die griechische Sage dazu brauche ich nicht zu erzählen, so bekannt, wie sie ist.

Einer Art "roten Fadens" folgt man, wenn man auf dem Wanderweg die Insel Gränsö und das Naturreservat erkunden will.







Die Tour führt an markanten Landschaftspunkten vorbei, wie einer Jahrhunderte alten Eiche, Mooren, sowie naturbelassenen Fels- und Sandstränden.

Damit niemand verloren geht, ist der Weg markiert. Rote Wanderkleidung ist von Vorteil. Die Farbe ist zu Land und auf dem Wasser auffallend. Nichts ist auf grün "brennender" als seine Komplementärfarbe rot.

Die Schifffahrt bevorzugt rote Seezeichen und die kleinen, flinken Lotsenboote werden mit diesem leuchtenden Rot nicht so schnell übersehen.

Viel "Rotes" an einem einzigen Nachmittag.






Mehr Rotes gibt es bei Juttas Projekt :

Freitag, 9. September 2016

Blumengeschenk - Fridayflowerday

Überraschenderweise Blumen geschenkt zu bekommen, ist eine Freude, besonders, wenn man sie sich noch im Garten aussuchen darf.
Gestern durfte ich und ich habe mir Duftwicken ausgesucht, die im Garten meiner Bekannten zu üppigen Geschöpfen geworden sind. Ihr Duft, eine Mischung aus Honig und Jasmin, sagt meine Nase.
Die Blüten haben, nicht ganz zufällig, die Farben einer Vase, die einmal zu Weihnachten in meinen Haushalt kam. Sie ist, ob ihres wunderlichen Aussehens immer noch ein Favorit auf dem weißen Sideboard in der Küche.
Keine Herbstfarben, sondern sommerlich frisch sind die Duftwicken immer noch in voller Blüte. Und das schöne ist, ich darf mir für das nächste Jahr jede Menge Samen mitnehmen, für den eigenen Garten.



Die Plattform für den Blumentag ist geöffnet bei "Holunderblütchen"