Freitag, 28. Oktober 2016

Ich sehe rot - rein zufällig



Seht Ihr auf dem Bild oben etwas richtig ROTES?
Nein?
Ich auch nicht!

Und doch, im letzten Augenwinkel, bevor ich dem abgestellten Auto den Rücken kehrte, blieb mein Blick an etwas auf der Wiese haften.

Dort .... !


"Was wächst denn da Rotes?", ging es mir durch den Kopf. Die Neugier spielte mit leichter Hand die Dringlichkeit anstehender Notwendigkeiten herunter.


"Ein rotes Gänsblümchen", erläuterte mir die Stimme von "Frau Siebengescheit" und die Skeptikerin entgegnete "schau erst mal genau hin". Alles unter Ausschluß der Öffentlichkeit, natürlich ;-)

Nein, ein rotes Gänseblümchen habe ich da nicht gefunden.

Das Habichtskraut entfaltete mir vor den Füßen eine wunderhübsche knallrote Dolde, jede einzelne Blüte so groß wie ein Gänseblümchen.







doch nicht so selten, wie ich anfangs glaubte, obwohl es auf dieser kleinen Wiese das Einzige war.

Das Blümchen nimmt in aller Eile noch teil am Projekt von Jutta und "Ich sehe rot".


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Aufstieg und Niedergang am Epprechstein

Wer derzeit im Fränkischen dem himmlischen Einheitsgrau entgehen will, muss in den Wald. Eindrucksvoll, wie der Farbwechsel dem Gemüt gut tut. Der Wald spannt ein Dach aus Orange und Gelb über die Menschen. Der dunkle Boden ist mit einem Teppich der gleichen Nuancen überzogen.


Wir stehen am Fuße des Epprechtstein und heute soll es nicht auf die Steinbruchtour rund um den Epprechtstein gehen, sondern auf seinen Gipfel. Aufstieg und "Niedergang" im doppelten Sinn, denn so wie wir nach dem Aufstieg den Abstieg ins Tal machen werden begab es sich mit dem Rittergeschlecht, dass einst auf dem Berg beheimatet war.

Das Wandergebiet ist mit wenigen Kilometern überschaubar und doch voller Geheimnisse und Überraschungen. Der Epprechtstein beherbergt ein Stück Natur- und Kulturgeschichte der Region und all das verbirgt sich hinter altem Mischwald.

Ich weiß nicht mal mehr wieviele Jahrzehnte ich nicht mehr auf dem Gipfel stand, auf dem die Burgruine thront. Am Fuß des Berges entzieht sie sich dem Blick. Vorsicht ist geboten! Die alten Steinbrüche rund um den Burgfelsen sind nicht zu unterschätzen und heute kommt feuchtes Laub auf dem Gestein, das vielerorts an die Oberfläche kommt, dazu.



Die Ruine ist ein gut besuchter Ort. Ausgetretenen Wege und Pfade führen den Wanderer auch ohne nennenswerte Beschilderung zum Ziel. Die märchenhafte Mischung aus Natur und Kultur lässt die Fantasie zwischen "Japanischem Garten" und "Zauberwald" schwanken.





Der kurze, steile Aufstieg ist mit dem Blick ins Weite über Vogtland und Fichtelgebirge bald vergessen; bei klarem Wetter sogar bis Tschechien und den Stein- und Frankenwald. Wir befinden uns auf 798m Höhe. Der Epprechtstein gehört zu den niedrigen Bergen.



Für "die Herren" Raubritter, die sich im 14. Jahrhundert der Burg bemächtigten, offensichtlich hoch und einträglich genug. Sie trieben ihr Unwesen, bis die Nürnberger ihnen den Kampf ansagten und die Burg eroberten.









Die kriegerische Geschichte der Ruine Epprechstein wird mit den Entbehrungen eines Burglebens ergänzt. Bei aller Romantik der Szenerie berühren die Gedanken die Lebenswirklichkeit in der alten Behausung.







Da einer Ruine "naturgemäß" das Dach fehlt, beherrscht der graue Himmel das Darüber. Andererseits lässt die Dachlosigkeit das fehlende Licht in die gemauerte Umgebung, die das Bedrückende dadurch verliert. Der Eindruck wechselt schnell, wenn man den Wald wieder betritt.





Der Zugang zur Burg ist eine Einbahnstrasse, wohlweißlich! Der teils sehr steile Pfad führt entlang der Steinbrüche mit zig-Meter tiefen Abbrüchen, Gegenverkehr ausgeschlossen.

von oben



von unten betrachtet



Am Fuß des Burgfelsen taucht man schließlich wieder in den Wald ein und ist umgeben vom Zauber der herbstfarbenen Natur.





Dienstag, 18. Oktober 2016

Es liegt was in der Luft

Es ist Zeit. Mit den Veränderungen in der Natur liegt Aufbruchstimmung in der Luft. Das hat etwas Mitreis(s)endes.


Obwohl wir die Fahrt in die alte Heimat schon zig-mal erlebt haben, gibt es immer wieder neue Eindrücke, aber auch Unwägbarkeiten.
So war der ganze Sommer regenarm. Unterwegs hatte es dann den Anschein, als wolle die Natur alles auf einmal "gut machen".



Die Zugvögel landeten, nachdem nichts mehr ging und wir tasteten uns im Schritttempo auf der Autobahn voran.
Der nächste Morgen hatte dafür einen Genießerblick parat: Lübeck im Morgendunst aus dem 8.Stock des Hotels zeigte seine unverwechselbare Turmkulisse im heraufkommenden Licht.


Manche Kirche der Hansestadt hatte schon ein Geheimnis in petto. Das neueste dürften die versteckten Fächer  im Gestühl der Jakobikirche sein, die erst jüngst gefunden wurden. Glück für eine junge Restauratorin.


Where is where?


Die Reise ist weiter, als von einem Ort zum anderen. Die Reise geht mehr als fünf Jahrzehnte zurück.

Damals war der Fichtelsee auch schon ein Wochenendziel für Familien und es gab an seinem Ufer ein Ausflugslokal, das gut besucht war. Und es gab "Hansi". Hansi hatte im zarten Rehkitz-Alter seine Mutter verloren und wurde von Menschenhand aufgezogen. Das machte ihn streichelzahm und unvorsichtig, was er einige Jahre später mit dem Leben bezahlte.

Auch an das erinnert mich der See, der eigentlich nur 35km weit weg ist, für mich aber auch Jahrzehnte entfernt liegt, weil ich genauso lange nicht mehr hier war.


Der See liegt malerisch am Fuß des höchsten Berges des Fichtelgebirges. Ein Teil verlandet und steht unter Naturschutz. Heute beflügelte mich der Rundweg um den See, denn wirkliche Ortserinnerungen habe ich nicht. Ich entdecke die Landschaft "neu" und erkenne darin ein Stück meiner schwedischen Wahlheimat.



Das "where is where" ist nicht so einfach. Unverkennbar trägt für mich die Art der Landschaft zum Gefühl des Daheim-seins bei.


Es riecht nach Feuchtigkeit, Moos und warmer Erde. Und wären da nicht immer wieder andere naturbegeisterte Spaziergänger, fühlte man sich weit in den Norden versetzt, wo einem die Seen bisweilen "alleine gehören".


Hier dagegen kommen alle zu ihrem Recht. Junge, Alte und die, die nicht mehr mit allzu flottem Schritt den See umrunden können. Und am Ende winkt die Erfrischung oder eine zünftige Brotzeit.










Dienstag, 11. Oktober 2016

Ich sehe rot - es werde Licht

Ob Mahlzeiten kochen oder Symptome lindern, Rotlicht tut dem Menschen auf verschiedene Art gut, weil die spezielle Wellenlänge eine Aufheizung bewirkt.




Rotes Licht wird zwar auch warm, es fehlt aber die Intensität, weshalb es gestalterischen Zwecken oder als Warnhinweis dient.

Mehr Gedanken zu "Rot" gibt es heute bei Juttas Projekt "Ich sehe rot".