Samstag, 26. November 2016

November in Bildern

Der November war geprägt vom Besuch in der alten Heimat. Was zuerst als Genesungsurlaub für mich geplant war (ich entging knapp einem Krankenhausaufenthalt),entpuppte sich im Laufe der Zeit als Not-wendig. Meine alleine lebende Tante (89jährig) sollte sich einer Herzoperation unterziehen.

Aber auch "helfende" Hände brauchen zwischendurch eine Pause. Und so gelang es, seit vielen Jahren nicht besuchte heimische Kleinodien, wieder zu sehen, meist auf Wanderungen, die wir auch im Oktober unternommen haben (ich habe darüber teilweise geschrieben).

November, in diesem Jahr also ein Monat der Extreme auch hinsichtlich der Witterung. Der ausgehende Herbst schmückt sich mit Blumen aller Art, die in den Strahlen der Sonne wieder erblühen. Knackiger Frost lässt zumindest bei uns die Teiche unter einer dünnen Eishaut erstarren. Mit jedem Windhauch tanzen Nebelschleier in den Waldnischen. An manchen Abenden sind lautlos dahin eilende graue Wolken die einzige Bewegung in der Natur.

Bunt sind nicht nur die Wälder. Die Abendhimmel glühen um die Wette und lassen kaum eine Farbnuance auf der Skala zwischen violett und orange aus. Die Trockenheit mancherorts ist beängstigend. Im Kloster Muttodaya, das ganz auf Brunnenwasser angewiesen ist, fällt ein Brunnen trocken.

Hinter all den Bildern stehen einzelne Geschichten und Tage. Keiner ist wie der andere. Jeden als Geschenk zu empfinden, fällt manchmal schwer.



Dienstag, 22. November 2016

Ich sehe rot - ???

"Das wichtigste Tier der Welt ist die Biene", meint Jack Mingo, der in seinem Buch: "Die Weisheit der Bienen", Erstaunliches über das Tier zu berichten weiß.

Tatsächlich ist die Biene gut erforscht. Allerdings gibt sie nicht so schnell ihre Geheimnisse preis und so ist der Mensch immer noch mit Eifer dabei, ihr weitere Geheimnisse zu entlocken.


Jeder hat Bienen gesehen und manche, wie ich, auch schon gefühlt, wenn er/sie von einer gestochen wurde.

Dabei "sah" die Biene "rot", aber nur deshalb, weil sie "not amused" war. Das Bienenauge kann nämlich kein rote Farbe erkennen

Die monströsen Augen sehen auch sonstige Farben anders als unsere menschlichen Augen. Wenn Bienen rote Blüten sehen, sehen sie diese schwarz.

Die Fette Henne (sedum spectabile) zählt für das Bienenauge offensichtlich NICHT als rote Blüte. Denn da tummeln sie sich in den letzten herbstlichen Sonnenstrahlen zuhauf. Rot ist nicht gleich Rot, das haben wohl auch schon Viele allgemein in puncto Farben erlebt.



Montag, 21. November 2016

Zu schwarz für die Nacht

Vor 11 Monaten stellte Frau "amselgesang" Neujahrs-Ufos vor, ein Projekt, das mich sozusagen wie magisch anzog, denn auch ich habe UFO's, die nichts mit, Zitat "Untertassen und außerirdischen Besatzungen" zu tun haben, wohl aber mit halbfertigen Strickprojekten, die seit -wer weiß wie lange- in wenig beachteten Nischen schlummern.

Da war dieser 3/4-fertige Herrenpullover, der mit mir schon vor 20Jahren auf Englandreise ging, der Stonehenge sah und das mystische Dartmoor. Er hat, eher zufällig, auch eine entsprechende Farbe, nämlich schwarz.

Schwarz, elegant und unempfindlich, war die Wunschfarbe und ich weiß tatsächlich noch, wie ich mich voller Freude auf die Arbeit stürzte. Das muss so sein, wenn man feines Wollgemisch für die großen Teile eines Herrenpullovers verstricken will.

Dann war irgendwann die Luft raus. Das passiert, wenn ich lange keine Zeit habe oder das Projekt ins Stocken gerät, weil ich Misslungenes auftrennen muss. Hier war mir beim Bügeln der Einzelteile ein nicht wieder gut zu machender Fehler unterlaufen. Das Eisen war zu heiß und übrig blieb ein bügeleisenförmiger, glänzender Abdruck. Der Enthusiasmus war für's Erste dahin.

Dieses UnFertige Objekt wollte ich nun unbedingt zu einem FO werden lassen, freizeittauglich und genau richtig für, wie wir zu sagen pflegen,"daheim-rum". In Gedanken sah ich mich bereits gemütlich unter meiner Leselampe mit extra gutem Licht sitzen und strickend die schwedische Nachmittagsdunkelheit vergessend die Winterzeit genießen.

Da hatte ich die Rechnung ohne meine Augen und ohne die Wollfarbe gemacht. Mehrere Anläufe und Augentränen ließen keinen Zweifel: Trotz Brille und gutem Licht war das Ganze einfach zu schwarz für die Nacht.

Vom schwarzen UFO habe ich mich inzwischen getrennt und mir dieses neue kreiert. Das sollte doch zu allen Tageszeiten und Jahreszeiten funktionieren und möglichst bald mein neuer Pullover sein.


Donnerstag, 3. November 2016

Hirschstein-Erlebnisse

Herrliche Herbsttage und ein neues Gipfelglück gab es vor ein paar Tagen.



Diesmal war der Hirschstein das Ziel. Der Rundwanderweg ist abwechslungsreich, geht zuerst durch Weiler, dann über Wiesen und Felder mit wunderschönem Fernblick. Der ALEX, die direkte, schnelle Verbindung von Nord- nach Südbayern zieht rauschend vorbei.



Unser Weg verschwindet kurze Zeit später im Wald und führt bald sehr steil in mittelgebirgige Höhen.



Auf der Forststraße kommt uns auf halber Strecke ein Auto entgegen. Der Fahrer hält überraschenderweise und kurbelt das Fenster herunter: "Haben Sie einen Hund gesehen, so einen halbhohen, schwarz-weißen?" Nein, haben wir nicht. Doch, man weiß ja nie und zur Sicherheit fragen wir nach dem Namen des Tieres. "Smilla heißt sie", sagt der Mann und mein Gehirn ergänzt: Die mit dem Gespür für Schnee .... .Der Mann hat es eilig, verständlich, er sucht nach seinem Hund, einer (nicht ganz) treuen Gefährtin wohl. Ich versteh ihn so gut, ich mag Hunde sehr. In dem riesigen Wald scheint es mir unmöglich, auf die Hündin "Smilla" zu treffen.

Doch dann schickt mir der Himmel Smilla für einen Augenblick, weil ich zur rechten Zeit in die richtige Richtung schaue, da hetzt ein Hund ein Stück weg, aber in Rufweite, von einer Waldseite auf die andere. Ich rufe so laut ich kann: "S M I L L A, S M I L L A"!!!!! Aber das Jagdfieber hat die Hündin im Griff.  Sie hört mich nicht und verschwindet, so schnell sie gekommen ist, zwischen Fichten und Buchen im Gestrüpp. Nein, Smilla tut mir nicht den Gefallen eines kleinen Wunders in diesem großen Wald. Armer Mann, arme Smilla, ich hoffe ihr habt Euch inzwischen gefunden.



Am Ende des Steilstückes erwartet uns die Burgruine des Hirschstein. Eine der kleinsten Burgen, die ich je zu Gesicht bekam und schon im Jahre 1204 erbaut. Hier liegt noch kaum ein Stein auf dem anderen und nur eine Tafel erinnert an die "von und zu Hirschstein".

Ein paar Fotos noch und schon geht es wieder abwärts. Merklich neigt sich die Sonne gegen den Horizont. Der Rückweg verläuft völlig anders, erinnert teilweise an schwedische Wälder mit Sanddorn, Birken und Kiefern. Schließlich hat der Hirschstein noch ein Highlight für uns ... die Wackelsteine

Tonnenschwer liegen sie mit einer kleinen Fläche auf ihrer Unterlage. Es braucht mehr als einen Menschen und der Kiefernstamm wirkt eher wie ein Streichholz, als ein Ernst zu nehmendes Gerät, um den Koloss in eine Schaukelbewegung zu versetzen. Aber versuchen kann man(n) es ja mal.