Freitag, 17. November 2017

Sundborn - Zitat im Bild

Alle Jahre wieder gab es in der Apotheke meines damaligen Wohnortes in Schwaben einen Jahreskalender, auf den ich jedes Mal mit besonderer Spannung wartete. Das hatte seinen Grund und mit Schweden zu tun.

Der praktische Kalender für Eintragungen jeder Art, zeigte nämlich jeden Monat ein Gemälde meines Lieblingsmalers Carl Larsson und seiner Frau Karin. Carl und Karin malten das "Alte Schweden", das, das die alten Schweden sich in mancherlei Hinsicht zurückwünschen.

Damals war ich Feuer und Flamme möglichst alle seine Bilder kennenzulernen, begann über das Leben des Malerpaares zu lesen und bald entstand der Wunsch zu sehen, wo sich die Familiengeschichte der Larssons vor einhundert Jahren abgespielt hat. Viele der bekanntesten Szenen stammen nämlich aus der Umgebung ihrer mittelschwedischen Heimat in Sundborn.

Ein paar der acht Larsson-Kinder sind meist mit von der Partie, wenn es um die ungenierte Darstellung familiärer Alltäglichkeiten geht. Fast alles spielt sich im Hause Larsson, im Garten oder am nahen See ab.

Sundborn, da wollte ich unbedingt hin! Ich war dort, das ist heute 27 Jahre her.

Als ich neulich an einem Schlechtwettertag meine Fotos sichtete, um mehr Ordnung zu schaffen, kam mir der Ordner mit den digitalisierten Dias unter und auch das, das mir für das heutige ZIB besser als alles andere passt.

Das heutige Zitat ist in Kunstschrift über einer Tür zusehen Das gesamte Haus, Decke, Wände, Möbel haben die Larsssons selbst bemalt. Carl war außerdem ein erfinderischer Geist, der besonderes Mobiliar für die 10-köpfige Familie ersonnen hat.


"Bättre tiga än illa tala"
"Besser betteln als schlecht reden."



Mittwoch, 15. November 2017

Gemütlichkeit für 15 Euro


Das Gartenjahr ist vorbei. Die meisten Nachbarn werden wir bis zum kommenden Jahr nicht mehr sehen: Einige sind für Monate im Süden, für andere ist der Weg im Winter zu beschwerlich oder sie verfügen nicht über ein beheizbares Gartenhäuschen.

Solange der Boden nicht gefroren ist oder Schnee liegt, kann es im Garten noch ein bisschen weiter gehen. Kleinigkeiten gibt es immer zu tun. Irgendwann werden die groben Abfälle (im Bild hinten links) auf einem Anhänger landen und zum Recyclinghof gebracht. Zeitgleich wird die erste Neupflanzung stattfinden. Jetzt ist es richtig für den Knoblauch des Jahres 2018.

Das bedeutet, der Gartenplan für das kommende Jahr ist gezeichnet und der Knoblauch wird nach den Regeln der "guten Nachbarschaft" in die Erde gesetzt und mit Reisig bedeckt.

Wer arbeitet braucht auch mal eine Pause und egal in welcher Jahreszeit. Wie praktisch, wenn man sich auf 10 Qudratmeter zurückziehen kann, die Gemütlichkeit und Wärme bieten. Selbst eine Toilette für "das kleine Geschäft" ist vorhanden.


Wenn dann draußen gar nichts mehr geht, weil Frost und Schnee alles im Griff haben, bleibt das Häuschen eine Rückzugsmöglichkeit für gemütliche Lesestunden oder einfach, um mal ein Weile allein zu sein.

Und da Gemütlichkeit nun mal etwas mit entsprechenden Sitzgelegenheiten zu tun hat, klapperte ich seit gestern die nahegelegenen Second-Hand-Läden ab,- um heute fündig zu werden. Der Sessel mit hoher Rückenlehne und beinahe passendem Fußhocker bekam für 15 (!) Euro eine neue Besitzerin.

Der Bezug des Sessels sieht übrigens nicht nur auf dem Bild neuwertig aus.


Samstag, 11. November 2017

11.11./11.11 - Zitat im Bild

          Wedicht,
                        nicht ...
ganz ernst gemeint!!






ZiB by Novas "ZiB" 



Dienstag, 7. November 2017

Fotoprojekt Glockenturm - Kirchen in Småland (Tjust)

"Jede Perle besitzt ein ureigenes Aussehen in Form und Farbe. Die "Perle der Ostsee" besitzt eine eigene Silhouette...",

so schrieb ich vor vier Wochen, als ich im Rahmen von 


Weniger auffallend (je nach Perspektive und Tageszeit) und architektonisch völlig anders gestaltet, weil Jahrhunderte älter, bildet

 die St. Gertrudskirche das "Gegengewicht".


Die genau genommen 584 Jahre alte Kirche gehörte von Anfang an zur Stadt. Wie so mancher Kirche beschieden, hatte die St. Gertrudskirche eine wechselvolle Geschichte. Sie wurde sogar schon als Getreidespeicher genutzt.


Beim großen Stadtbrand im 17.Jahrhundert blieb sie als einziges Gebäude erhalten. Das trug ihren Ruf weit über die Pforten der Stadt hinaus, worauf die Anzahl der Gläubigen stark anstieg.

Restauriert und wieder als Gotteshaus verwendet, schätze ich sie heute als Rahmen für Kirchenkonzerte. Zudem besitzt sie eine der wertvollsten Orgeln in ganz Schweden.




Samstag, 21. Oktober 2017

Verwurzelt - Zitat im Bild



Außenseiter zu sein bedeutet:

 seine eigene Mitte finden
frei sein
sich ganz entfalten können.


Projekt: "Zitat im Bild" by "CASA NOVA"

Samstag, 14. Oktober 2017

Freiheit - Zitat im Bild



...  sagt Jiddu Krishnamurti (in Indien wird der Nachname zuerst genannt) in seiner philosophischen Lehre. "Sein eigenes Ding machen" heißt, frei zu sein, sich von allen möglichen Abhängigkeiten und Zwängen zu lösen.



Mehr Zitate im Bild findet man bei "CASANOVA"

Sonntag, 8. Oktober 2017

T in die Woche - T wie T..aube

Die Taube, heiliges Symbol, "Briefträger", Fleischlieferant und/oder Ratte der Lüfte? Manche haben doch ein recht zwiespältiges Empfinden diesem Tier gegenüber. Für mich ist es halt ein Vogel, wie viele andere Arten. Dass sie sich in Städten so unkontrolliert vermehren, ist wohl auch den Fütterungsgewohnheiten der Menschen zu verdanken, die ein Überleben öfter möglich machen.

Viel Tauben machen viel Schmutz. Der ist aggressiv zu Wänden und Steinen und ein "fleckiges Tuch" für die Hausbesitzer in taubenreichen Gegenden wie Venedig.

Hier Abhilfemaßnahmen in der Münchner Innenstadt:



Ganz anders auf dem Bauernhof. Dort wurde der Taube ein kollektives Eigenheim erbaut, der Taubenschlag.


"Wenn's zugeht, wie im Taubenschlag", weiß jeder, dass sich Individuen "die Türklinke in die Hand geben". Solches konnte ich in dem schwäbischen Ort Binswangen erleben. Vom Parkplatz aus war der Blick auf einen Taubenschlag unter dem Dach einer Scheune frei, die Fotokamera zur Hand und das Wetter passend. Vom Spruch: "Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach", nahm ich dann diesmal die Taube auf dem Dach.







Das T der Woche für Novas gleichnamiges Projekt bei "CasaNova"


Samstag, 7. Oktober 2017

Wandel - Zitat im Bild



Das I Ging (das "Buch der Wandlungen") ist eine der ältesten Beobachtungen menschlichen Lebens und Zusammenlebens. Es entstand vor einigen Jahrtausenden auf Betreiben chinesischer Kaiser. Seine Vervollständigung dauerte Jahrhunderte.

Man erkannte, dass Leben in "bestimmten Bahnen", mit "Ursachen und (Aus-)Wirkungen" in bestimmten Mustern abläuft. Diese wurden in 64 Hexagrammen dargestellt und haben heute noch Gültigkeit. 

Der Mond als lichtabhängiger Trabant, ist einem ständigen Wandel unterworfen und für mich eines der Sinnbilder menschlichen Lebens, denn selbst im Wandel sieht jeder das Leben ein bißchen anders, so wie jeder den Mond ein bißchen anders sieht. Es kommt auf den Blickwinkel an ...

... so sehen die Schweden in meiner Wahlheimat den zunehmenden Mond (= Bildspalte rechts)
und in meiner alten Heimat sieht man ihn so (= Bildspalte links).......

... und doch ist es immer derselbe.




Dienstag, 3. Oktober 2017

Fotoprojekt Glockenturm - Kirchen in Småland (Tjust)

Jede Perle besitzt ein ureigenes Aussehen in Form und Farbe. Die "Perle der Ostsee" besitzt eine eigene Silhouette. Deren unverwechselbares Zeichen ist die St. Petrikirche, die die anderen Gebäude nicht nur überragt, sondern dominiert.


In dem schwedischen Landstrich, den man auch Tjust nennt, gibt es viele solcher dominanter Kirchenbauten, wie man feststellen kann, obwohl die Gegend recht arm gewesen ist.

Das Gotteshaus wurde zwischen 1903 und 1905 im neugotischen Stil erbaut, wird im Stadtführer berichtet. Sie ist die zweite große Kirche neben der St. Gertrudskirche, die wesentlich älter ist.


Die "Svenska Kyrka" war lange Staatskirche. Wer sich etwas eingehender über die Geschichte der schwedischen Kirche informieren möchte, findet Ausführliches bei Wikipedia unter dem Stichwort.
Die meisten Schweden gehören auch heute noch der schwedischen Kirche an, die eine evangelisch-lutherische Kirche ist und in ihren Anfangszeiten den schwedischen König (zu der Zeit: Gustav Wasa) als Oberhaupt hatte.

Mit ihren vielen Türmen und Türmchen ist die Kirche zu allen Jahreszeiten ein beliebtes Fotoobjekt. Bei den Einheimischen ist sie auch beliebt, weil dort alljährlich Konzerte bekannter Musiker stattfinden. Auf dem Foto unten strömen die Leute nach dem 1. Adventskonzert aus der Kirche, bei dem ich regelmäßige nur einen Stehplatz ergattere ;-)







Auf dem nächsten Foto habe ich mich bluffen lassen. Ich dachte, es wäre ein Konzertnachmittag, dabei erhellte die untergehende Wintersonne die Fenster, als ob in der Kirche Licht wäre. Das zeigt, welchen hervorragenden Standort die Kirche in der Stadt hat. Sonnenplätze sind im Winter sehr begehrt.








Die St Petrikirche nimmt am Projekt "Glockenturm" bei NOVA teil.

Mittwoch, 27. September 2017

Zeitenfenster

Meine alte Heimat ist ein steiniges Land mit kleinen Gehöften, auf denen harte Arbeit verrichtet wurde. Vieles war Handarbeit, die technischen Hilfsmittel einfach. All das ist im Bauernhofmuseum zu erahnen, wobei die Wirklichkeit sicher noch ein Stück schwieriger gewesen ist, vor allem im Winter.

An einem Herbsttag, wie diesem, beschleicht einen diese Schwere nicht so schnell. Überall sind die Türen und Fenster geöffnet, kommt die erwärmte Luft in die Räume und erfüllt sie mit dem Duft von Herbst aus dem Garten vor dem Fenster.


Das Leben in der Zeit war nicht rosig, auch wenn es die verklärte Erinnerung so haben möchte. Weitgehend autark zu sein hieß, arbeiten von früh bis spät, 365 Tage im Jahr. Für das Gesinde lagen freie Tage in der Hand des Wohlwollens des Hofherrn.


"Gute Stube und Gesindestube" unter einem Dach bedeuteten zwei Welten, die der Herren und die der Dienenden. Machen wir uns nichts vor, es hat sich wenig daran geändert. Die Strukturen haben nur eine andere Form. Der Inhalt ist der gleiche.



Die "Gute Stube" und die "Gesindestube" lagen dicht neben dem Stall, nur durch einen Flur getrennt.
Heute wissen wir, dass das lebensnotwendige (wenige) Vieh einen ungemein hohen Stellenwert hatte, man beobachtet das in allen alten bäuerlichen Kulturen und überall auf der Welt.

Vielleicht ist der Stall deshalb in diesem Bauernhaus eine architektonische Offenbarung. 



Samstag, 16. September 2017

Bitte lächeln! - Zitat im Bild


                                                                                                 * aus "teabag - sayings" *

Bewusst lächeln können Tiere nicht. Das Interessante dabei ist, wie trotz allem dieses angenommene Lächeln bereits auf uns wirkt. Wieviel mehr muss dann das bewusste menschliche Lächeln bewirken, das von Herzen kommt?
An einem regnerischen Herbsttag, an dem die Wolken "auf den Schultern" lagen und das Tageslicht nicht mehr als Dämmerung hervorbrachte, wollte ich es genauer wissen. Es hat funktioniert, das alte Spiel: "Wie Du in den Wald schreist" ...

Hier gibt es mehr Zitate im Bild : "Casa Nova" von Nova!


Freitag, 15. September 2017

Minigarten #3

Winterfest W A R  der Tontopf. Winterfest?

Wieviele Winter soll er denn aushalten? Mein Lieblings-Tontopf hat wenig Winter überstanden, bevor der erste "Sprung in der Schüssel" war. Von da an ging es rapide.

Bevor er jedoch völlig auseinander zu brechen drohte, grub ich ihn ein. Schräg und ungefähr zu einem Viertel mit Gartenerde bedeckt, ist er nun ein lauschiges Plätzchen für Pflanzen.

Eines Morgens, neulich, dann die Überraschung! Einem "Pilzjahr" entspechend schmückte er sich selbst über Nacht mit einem wunderschönen Fliegenpilz. Ich finde, das hat er gut gemacht.



Samstag, 2. September 2017

Stille der Nacht - Zitat im Bild


                                                                                                * Kurt Tucholsky*

Stille,- manche wissen nicht mehr wie Stille ist.

Wenn es ganz still ist, hören wir plötzlich nur noch uns - Gedankenlärm, Ohrenrauschen. Das kann anfangs ziemlich unangenehm sein. Wenn man das durchsteht, wird es nach und nach in einem selbst ruhig.

Stille gibt es nicht nur nachts, aber allein erlebte ich sie zum ersten Mal in der Nacht:

Das war, als ich einmal eine Nacht allein in einem Häuschen im Wald verbrachte. Die Stille ließ mich nicht schlafen. Deshalb ging ich hinaus in die Dunkelheit und setzte mich auf die Bank vor dem Haus. Geräusche waren zu hören, aber die gehörten dem Wald: Äste knackten, der Wind säuselte in den Blättern. Ganz anders wie am Tag, hört man auf jedes kleine Geräusch. Die Urangst nimmt neben einem auf der Bank Platz. Unsere Sinne sind für den Tag geschaffen, nicht für die Dunkelheit. Ich hatte damit zu tun, mich zu beruhigen.

Nach einer Weile tauchte hinter der Angst die Schönheit der Nacht aus dem Dunkel. Ich lief über die Wiese zur Scheune. Meine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt und die Sinne an die Stille für dieses eine Mal. Dann erst hatte ich die Muße, die Schönheit und Tiefe des Himmels zu entdecken.



Das Zitat im Bild ist ein Projekt von NOVA auf ihrem Blog "CasaNova".


Mittwoch, 30. August 2017

Minigarten #2

... dann versuchen Sie doch mal (ohne Übersetzungsprogramm) herauszufinden, wo das Cafe/Restaurant zu finden ist:


die Auflösung:
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oben auf dem Hügel ;-)


Dort gibt es aber noch viel mehr, als Kaffee und Kuchen oder ein Menue, nämlich meinen Minigarten #2. Er liegt auch oben, - auf dem Dach dieser Kate, die zum Museum gehört.






Sonntag, 27. August 2017

Alte Ecken, neue Kanten

Bücher sind eine neue, alte Leidenschaft. Ich lese gern Querbeet in verschiedenen Genres, gerne auch nach Empfehlung. In einem Buch, das ich schon einmal gelesen habe, fand ich neulich einen Gedanken wieder, der mir schon beim ersten Lesen gefallen hat:

Der Autor beschreibt den Besuch eines Freundes. Anstatt ihm seine Stadt zu zeigen, folgte er dem Freund, der nie zuvor dort war. Daraus wurde eine spannende Sache. Für gewöhnlich nähert man sich Unbekanntem nämlich mehr intuitiv.

So lernte der Autor seinen Heimatort aus einer anderen Perspektive kennen.

DAS blieb mir im Gedächtnis haften und ich würde es zu gerne selbst mal ausprobieren.


Da gerade niemanden zu Besuch bei mir ist, kann ich nur auf einen Impuls von mir selbst warten. Wie sollte der wohl aussehen? Ich dachte dabei an einen spontanen Gedanken, etwa so: "Da war ich auch noch nicht"! Es ist erstaunlich, wieviel man vom Heimatort noch NICHT kennt.

In diesem Jahr haben mir die unzählige Zecken das Durchstreifen des Waldes gründlich verleidet. Demzufolge fand ich mich allzu oft auf gewohnten, gut bekannten Wegen wieder: Gränsö/ Sandstrand und dann ein Stück entlang des Ufers. Dort geht es dann auch auf breiten Wegen ein Stück durch Wald.






"Das war's für heute", dachte ich erst noch. Aber, unterwegs nach Hause war er dann da, der Impuls!
Er meldete sich kurz nach der Brücke, die die Insel Gränsö mit der Halbinsel verbindet. Der schmale Kanal wurde für kleinere Boote gegraben, die sich einen großen Umweg zum offenen Wasser sparen können.

Vom Parkplatz laufen wir ein Stück am Kanal entlang. Irgendwo da vorne hoffe ich auf ein Stück Meeresblick. 


Die untergehende Sonne entdeckt eine Wolkenlücke und färbt das Wasser. Im kleinen Fischerhafen liegt überall verstreut, was zur Fischerei gebraucht wird. Keine Menschenseele ist zu sehen. 

Das ist mir recht. Bei dem Anblick, der sich mir bietet, bin ich gern für mich ....


.... aber nicht lange. Bald beäugt mich vom Wasser aus eine kleine Gruppe Stockenten. Leider habe ich kein Stückchen trockenes Brot dabei. Aber sie sind großzügig und lassen mich doch ein paar "Ente im Dunkeln"- Aufnahmen machen.