Donnerstag, 30. März 2017

Schatzkästchen: Glasperlen und ein Goldauge


Die Weide trägt Kätzchen, die Kätzchen tragen Glasperlen und ein Goldauge sieht zu. Goldaugen, das die grazilen grünen Florfliegen, wie sie auch genannt werden. Die Nützlinge sind "Frühaufsteher", wenn es um die Eindämmung der Schädlinge geht. Die Larven haben Blattläuse zum Fressen gern.

Frühlingszauber aus dem Schatzkästchen der Natur im Garten, bei dem das Bild die herrschende Kälte verschweigt. Vor zwei Tagen nur gab es auch Perlen ... aus Eis.

Dienstag, 28. März 2017

"Ach Du liebes Füßchen"

Was es bedeutet, nicht mehr richtig laufen zu können, bei jeder Bewegung ein quälend tiefgehendes, dumpfes Ziehen auszuhalten und das Tage und Nächte lang, davon kann ich nun auch ein Lied singen.

Ich gestehe, ich habe da eine schlechte Angewohnheit, die wahrscheinlich dadurch begründet ist, weil ich mit 158cm nicht besonders lang bin, dem aber bisher nicht mehr Beachtung, als unbedingt nötig, schenkte. Das war zu wenig.

Es ist für mich oft schwierig mich auf Stühlen sitzend, wohl zu fühlen. "Ich erde mich" beim Sitzen gern, was heißt, ich stelle meine Füße gerne GANZ auf den Boden, was ja nicht verkehrt ist. Mangels Länge "wickelte" ich meine Beine daher (unbewusst) um die Stuhlbeine, um mich sozusagen für die Stühle passend, zu verlängern, so fand ich im Nachhinein heraus.

Der Mensch ist ja in vielerlei Hinsicht ein Meister der Verdrängung, deshalb beachtete ich kaum, dass ich bereits des öfteren einen stark ziehenden Oberschenkelschmerz hatte, der das Laufen hinterher für kurze Zeit unerträglich, ja fast unmöglich machte.

Diesmal ging der Schmerz nicht mehr vorüber, sondern beharrte hartnäckig darauf, dass das Problem endlich "angeschaut" wird. Irgendwie bin ich dem Schmerz sogar dankbar, weil er mir meine Fehlhaltung so nachdrücklich "vor Augen führte".

Zunächst bemühte ich das Internet um Aufklärung über sämtliche W-Fragen. Dass ich mit dem Problem nicht alleine dastehe ;-) war schon mal ziemlich beruhigend, es fanden sich viele Links dazu und damit war es nicht schwer auszumachen, was da genau schmerzte und warum.

Irgendwie bekam ich es gebacken, mir meine eigene Therapie zusammen zu friemeln. Zum einen hatte ich von meiner Schwester ein wunderbares Buch zu Weihnachten bekommen, das Selbst-Akupressur vermittelt, zum anderen fiel mir eine wohltuende osteopathische Massagetechnik ein, die ich schon am eigenen Leib erfahren durfte, mitsamt ihrer Wirksamkeit. Die Idee dazu gaben mir die vielen Links, die ich mir schlaflos, mitten in der Nacht, als Lesestoff verordnete. Ich begann sofort...

... und es dauerte genau 1 1/2 Tage, bis ich wieder einigermaßen laufen konnte, fast schmerzfrei war und auf jeden Fall zu der Erkenntnis kam, dass ...

man auf eigenen Füßen am besten steht. In jeder Hinsicht.


Dienstag, 21. März 2017

Scheibenweise


Gleich mal vorweg, es hat funktioniert!

Etwas ungläubig sah ich unseren Freund an, der, an unserem Bruchlandungs-Gewächshaus stehend, behauptete:" Was raus geht, geht auch rein"! Na er hat ja gut reden, dachte ich, denn seines im heimischen Garten hatte der Sturm unbehelligt gelassen.


Mit "rein" meinte er dann die Scheiben aus Polykarbon, dem glasähnlichen Werkstoff derselben, die ihren "Flug" bis auf einen kleinen Riss heil überstanden hatten. Diese in das völlig verschobene, verdrehte, leicht gewundene Alugestänge der Grundkonstruktion zu bugsieren schien mir aussichtslos. Da genügen nämlich ein paar Millimeter, um das Ganze zur "Schrottimmobilie" werden zu lassen.

Aber mit manpower, Geduld und Fingerspitzengefühl und später ein paar extra Schrauben, fand Scheibe für Scheibe wieder dort Halt, wo sie hingehörte.


Heute habe ich mein wiederbelebtes Gewächshaus neu eingerichtet, vorläufig zumindest. Und ehrlich gesagt fühlt sich die Gartensaison schon jetzt ein kleines bisschen erfolgreich an.


Samstag, 11. März 2017

Flugversuch(e)

Gewächshäuschen können nicht fliegen. Versuchen sie es trotzdem, gehen sie kaputt. So ganz freiwillig hat mein Gewächshaus das nicht ausprobiert, sondern eher gezwungenermaßen, während des letzten Wintersturms.

Ich war nicht da und konnte ihm folglich auch nicht helfen. Dafür erreichte uns ein Anruf mit der Nachricht vom Flugversuch. Ich hörte es an der Stimmlage und an der Wortwahl gleich zu Anfang, dass da etwas "im Busch ist". "Unangenehme" Nachrichten zu bringen, ist eine Sache, die Fingerspitzengefühl verlangt. In jedem Fall ist es besser auf dem "Teppich zu bleiben".

Letzenendes ging der Flugversuch ins Auge, aber nicht in beide!.  Man wird sehen, ob und wie das Gewächshaus zu reparieren ist, wie der Windschutz, das Rosengitter samt Rose und wie Gartenstühle und Tisch den nächsten Sturm besser überstehen.

Ich fang dann EINFACH MAL VON VORNE an.


  

Dienstag, 7. März 2017

"Rauchende" Wasser!

Zum Jahresbeginn kam er an.

Wie soll ich sagen: "Mit herzlicher Spannung erwartet", weil ich ganz außer der Reihe  "amselgesangs fotokalender" bekommen sollte?

Es trifft nicht ganz das Gedankengefühl, aber es war viel, viel Freude dabei (und ist es immer noch), als ich die Postsendung öffnete.

Seinen Platz sollte der Fotokalender, das hatte ich mir schon vorher ausgemalt, natürlich in meiner schwedischen Wahlheimat haben. Wohnt man im Norden, kann es einen doch immer noch weiter nach Norden ziehen. Traumziele: Island, Lofoten, Kahlfjäll, "Nordlicht" ... .

Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, wie lange ich meiner Wahlheimat Schweden fern bleiben sollte. Es wurden 5 Monate.

Vor einer Woche war es so weit und nun hängt "amselgesangs fotokalender" an Ort und Stelle, dort wo ich tagsüber mindesten X-mal vorbei gehe.

Weil wir inzwischen schon im März angelangt sind, habe ich allerdings die ersten beiden Bilder des Kalenders "verpasst". Während auf dem ersten Foto ein augenförmiger See mit eisblau gekühltem Blick die kahle Weite bis zu den Bergen mustert, tummeln sich auf dem zweiten quicklebendige Islandpferde vor roten Blechdächern eines Einödhofes. Das dritte Foto des Märzenmonats ist gaaaaanz anders.

Unwillkürlich habe ich den Atem angehalten und konnte das Donnern der stürzenden Wasser ahnen. Die winzigen Menschen auf der anderen Seite des Wasserfalls "Dettifoss" geben den Augen die Chance eines Größenvergleichs.

Ganz nah am Felsabsturz winken gelbe Blümchen mit dem Aussehen von Krokussen. Es würde mich nicht wundern, obwohl es August ist, auf dem Foto. Island hat etwas "Plötzliches". Was das heißen soll?: "Es ist ein unruhiges Land, geologisch gesehen, voller innerer Aufruhr, heißblütig. Die gewaltigen Kräfte, die im Erdinneren schlummern, geben Island oft ein neues Gesicht, mal dramatisch, mal weniger merkbar.

Und so wird jeder Monatsbeginn erneut ein Hineinfühlen in die Natur und Stimmung einer Landschaft knapp am Polarkreis.

Herzlichen Dank, Brigitte!