Dienstag, 4. April 2017

Fotoprojekt Glockenturm - Kirchen in Småland (Tjust)

die Kirche von Lofta:

Zu allen Zeiten des Menschseins gehörten Formen von Spiritualität zum Leben. Die Angst beflügelte die Leute Trost und Heil darin zu finden, besonders wenn die Zeiten schlecht waren und man nicht wusste, wie das Morgen aussehen wird. Lange war das arme, Stein-reiche Småland ein solcher Landstrich.

Das Buchstäbliche in Geschichtsbüchern hält uns emotional auf Abstand. Es vermittelt uns zwar das Wissen, aber es berührt uns selten tiefer.

Anders sieht es aus, wenn die Menschen der Vergangenheit, die die Armut erlebten, plötzlich "Gesichter" vor unserem imaginären Auge bekommen, wir sozusagen nachspüren, unter welchen Umständen sie lebten.

Gerade der Winter im kleinen Waldhof, vermittelt heute eine Ahnung vom harten Leben damals.


So wanderte auch der Torpare von Svenserum (Torp= Waldhof) mit seiner Familie zum sonntäglichen Gottesdienst. "Svenserum - Lofta socknen", wie das Kirchspiel (die Zugehörigkeit) in den alten Büchern beschrieben war. Und als ich vor Jahren einmal, auf einem Hügel stehend, den Kirchturm von Lofta in der Ferne sah, wurde mir bewusst, welche Strapazen (vor allem im Winter) die Leute von Svenserum auf sich nahmen.




Die Kirche von Lofta
fertig gebaut
im 19. Regierungsjahr
von König Carl-Johann dem XIV.
1837.

Am Sonntag  dieser Aufnahme war die Kiche geschlossen. Statt  Kirchenbesuchern gab es jedes Menge Glockenturmkrähen,  die die Frühlingssonne genossen.




Dieses Stück Kirchengeschichte "wandert" zum Projekt "Glockentürme" bei NOVA.

Kommentare:

❈Paula❈ hat gesagt…

Liebe Beate,

eine schöne Kirche und der Turm dazu auch. Warum auch nicht, die Krähen freuen sich auch über ihren schönen Platz.

Im Mai werde ich die Kathedrale von Breslau vorstellen. Wir waren aber nur für ein paar Stunden in dieser schönen Stadt. Eine Tagesfahrt von unserer Kur aus.

Wünsche dir einen schönen Tag und
liebe Grüße
Paula

Nova hat gesagt…

Mit den Strapazen denke ich hier auch heute noch, bei den Steigungen. Von daher aber auch kein Wunder das es so viele Kirchen sowie Kapellen auf der Insel gibt, sogar in einem Ort. So war doch Menschen die nicht so weit laufen konnten geholfen.

Schon erstaunlich welche Wege aufgenommen wurden oder werden, denn auch heute dürfte es bei den Wintern dort im Waldhoft nicht gerade einfach sein. Eine schöne Kirche hast du mitgebracht und toll auch der Aufbau des Turms. Müsste herrlich sein wenn man den Rundumblick von dort oben genießen kann.

Freue mich sehr dass du mit dabei bist und danke dir vielmals für den schönen Beitrag.

Liebe Grüsse

N☼va

amselgesang hat gesagt…

Ich habe es als Kind immer sehr geliebt, wenn meine Mutter aus ihrer Kindheit und Jugend erzählt hat. Und ich dachte, wie gut ich es habe, dass ich im Winter nicht kilometerweit durch den Schnee laufen muss (in ungefütterten Stiefeln!), um dann mit einem Holzvergaser-Bus zur Schule zu fahren. Heute hingegen ist es schon so, dass Lehrer an die Eltern appellieren, ihren Kindern doch bitteschön die paar hundert Meter zu Fuß von zuhause zur Schule zu gönnen - trotzdem gibt es allmorgendlich Staus auf den Schulparkplätzen...
Aber wie viele Menschen an verschiedenen Orten der Welt nehmen auch heute noch weite Wege auf sich, um in die Schule, in die Kirche oder in ein Krankenhaus zu kommen!