Mittwoch, 12. Juli 2017

Gartenbericht - on-Lein

Die feinadrigen fünf Blütenblätter in Blau gehören dem Lein. Ich konnte es nicht lassen, wieder welchen auszusäen. Meist gibt es irgendwelche Gartenbeete, die ihr Sabbatjahr brauchen. Der Lein eignet sich als Zwischenfrucht.


Für die Aussaat vor ein paar Wochen musste ich nicht lange nach Samen suchen. Die Kapseln der letzten Ernte hatte ich noch.

Tausende runder Kapseln warteten darauf, geöffnet zu werden. Zuerst zerdrückte ich sie einzeln, worauf sie mit einem leisen Knacken aufsprangen und die braunen glatten Körner in die Schüssel rieselten. Auf die Dauer war die Methode aber ein heilloses Unterfangen.

Auf der Suche nach etwas Zeitsparenderem fiel mir eine baumwollne Einkaufstasche in die Hände. "Nicht zu viel und nicht zu wenig" - befüllte ich sie, um dann im wahrsten Sinn des Wortes darauf herum zu dreschen. Hätte uns jemand beobachtet, hätte der sicher einen heftigen Wutanfall vermutet.

Das Dreschen ist kraftzehrend, genau das Richtige, wenn überschüssige Kraft vorhanden ist.  :-) Dankenswerter Weise übernahm das mein Mann.


Es dauerte trotzdem seine Zeit, bis sich "Spreu und Weizen" getrennt hatten. Und schon stand ich vor der nächsten Frage: "Wie bekomme ich die Kapselreste aus den Leinsamen, ohne das Wohnzimmer zur Tenne zu machen?"

Der Wind vor der Tür bot sich an, die Seebrise, die oft an der Küste weht. Leider hatte meine einzige große Schüssel einen viel zu hohen Rand und ich musste durch Blasen nachhelfen. Sobald der Wind die Kapselreste zu fassen bekam, trug er sie weit über die Wiese und es dauerte nicht lange, bis die Leinsamen von den holzigen Schalen befreit waren.

In Reihen gesät und seit Kurzem auch wieder on-Lein (das nennt man "stickeln"), damit ihn Wind und Regen nicht knicken, blüht er schon wieder. Diesmal so scheint es, ist die Weiterverarbeitung zur Leinfasern nicht möglich. Zu kurz bleiben die Stängel des Saatlein, um zur Faser verarbeitet zu werden.

Dafür habe ich entdeckt, dass echte Faserleinsaat zu haben ist, im Norden und ganz in der Nähe unserers Hotels, in dem wir jedes Mal unsere Fahrt von undnach Schweden unterbrechen. Eine gute Gelegenheit sich für die kommende Gartensaison zu rüsten.





Kommentare:

Meereswind hat gesagt…

Wie hübsch er aussieht, der Lein... Als Pflanze mit Blüten habe ich ihn selten zuvor gesehen. Ursprünglich aus den arabischen Staaten stammend wird er inzwischen weltweit angebaut. Ich weiß zudem von seinem kostbaren, wertvollen Öl. Danke, daß Du das hier nochmal vorgestellt hast. Liebe Grüße.

geistige_Schritte hat gesagt…

das sieht ja toll aus und irgendwie so schön wenn die blauem Blüten blühen und alles in reih und glied da steht!
Was für ein Kraftaufwand das war nur gut dass dein Mann das machte.
Mühsam und ich dahcte an mein Leinöl das ich da stehen habe in der Küche. Mal schauen wie es weiter geht!!!
Interessant das zu folgen wie du das machst!
Schönen Abend wünsche ich dir!
Lieben Gruss Elke

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir um Lein eigentlich bis jetzt noch nie so viel Gedanken gemacht habe. Ich weiß nur, dass ich zu Quark und Kartoffeln kein Leinöl mag. Da schüttelt es mich regelrecht. Das er so hübsche blaue Blüten hat, wusste ich nicht.
Amüsiert habe ich micht über Eure drastischen Methoden und Du hast das fabelhaft dokumentiert *lach*. Aber micht würde natürlich auch interessieren, was Du damit dann machst, wenn Du den echten Faserlein irgendwann erntest.

Liebe Grüße
Jutta

Heidi hat gesagt…

Wie wunderschön die Leinpflanzen. - Ich sollte auchmal wieder Leinsamen in meine Beete streuen.
Eine Wahnsinns-Pflanze, was damit alles gemacht werden kann.
LG Heidi