Samstag, 2. September 2017

Stille der Nacht - Zitat im Bild


                                                                                                * Kurt Tucholsky*

Stille,- manche wissen nicht mehr wie Stille ist.

Wenn es ganz still ist, hören wir plötzlich nur noch uns - Gedankenlärm, Ohrenrauschen. Das kann anfangs ziemlich unangenehm sein. Wenn man das durchsteht, wird es nach und nach in einem selbst ruhig.

Stille gibt es nicht nur nachts, aber allein erlebte ich sie zum ersten Mal in der Nacht:

Das war, als ich einmal eine Nacht allein in einem Häuschen im Wald verbrachte. Die Stille ließ mich nicht schlafen. Deshalb ging ich hinaus in die Dunkelheit und setzte mich auf die Bank vor dem Haus. Geräusche waren zu hören, aber die gehörten dem Wald: Äste knackten, der Wind säuselte in den Blättern. Ganz anders wie am Tag, hört man auf jedes kleine Geräusch. Die Urangst nimmt neben einem auf der Bank Platz. Unsere Sinne sind für den Tag geschaffen, nicht für die Dunkelheit. Ich hatte damit zu tun, mich zu beruhigen.

Nach einer Weile tauchte hinter der Angst die Schönheit der Nacht aus dem Dunkel. Ich lief über die Wiese zur Scheune. Meine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt und die Sinne an die Stille für dieses eine Mal. Dann erst hatte ich die Muße, die Schönheit und Tiefe des Himmels zu entdecken.



Das Zitat im Bild ist ein Projekt von NOVA auf ihrem Blog "CasaNova".


Kommentare:

Wort Werkstatt hat gesagt…

Stille kann ganz schön unheimlich werden ... das hast du sehr schön beschrieben ... wenn dann die Angst aus den Gliedern gekrochen ist, kann man sich in die Unendlichkeit des Nachthimmels einfühlen. Man muss sich erst in Dinge hineingewöhnen, die man nicht kennt. Liebe Grüße von Ulla

Jutta.K hat gesagt…

Ein toller, beeindruckend Post.
Deine Worte machen nachdenklich.
Dein Zitat ebenso.
♥liche Grüße

Lebensperlenzauber hat gesagt…

Liebe Beate,
ganz beeindruckend deine Erlebnisschilderung mit der Stille.
Es freut mich für dich, dass du zum Schluss noch so eine positiver Wendung
deiner Gefühle erleben durftest! Dies wird dir sicher als Lebensperle in Erinnerung bleiben für immer, ein tolles Geschenk finde ich!
Und daraus entstand diesen zu tiefst gefühlte ZIB!
Danke dir für alles!
Herzliche Grüße schicke ich dir,
die Monika*

Christa J. hat gesagt…

Liebe Beate,

wir werden jeden Tag überschüttet mit Geräuschen, Lärm und auf uns prasseln so viele Ereignisse durch allerlei Medien ein, dass es oft schwer ist, zur Ruhe zu kommen.
Letztendlich können viele Stille einfach nicht mehr aushalten und ständig muss ein Hintergrundgeräusch vorhanden sein, sei es der Radio oder was auch immer.

Ich muss gestehen, dass ich mich viele Jahre auch sehr schwer tat, meinen Tinnitus, den ich nach einer Ohr-OP bekam, auszuhalten und zu überhören.
Denn gerade in der Stille, wenn ich mir ein Päuschen gönnte, meinte er, er müsste jetzt besonders laut werden.

Man lernt mit der Zeit, damit umzugehen, es anzunehmen und auch zu überhören.
Heute bin ich sehr gerne in der Natur und genieße dort auch wirklich die Stille. Dort kann ich von allem abschalten und mir neue Energie für den Alltag holen.

Deine Zeilen über die Stille bekommen von mir das Prädikat "wertvoll". Dein Sternenhimmel passt perfekt dazu :-)

Ganz liebe Grüße und ich wünsche dir ein schönes Wochenende
Christa

Erica Sta hat gesagt…

Das Lärm zu den Umweltverschmutzungen gehört, wird leider viel zu wenig bedacht! Bereits 1972 oder 1974 (?) gab es in München die erste Umweltschutz-Ausstellung im Arabella-Haus, die ich damals im Rahmen einer Exkursion besuchen durfte, die mich immens beeindruckt hatte.

Mitunter sind mir Geräusche geradezu schmerzhaft und ich versuche möglichst dem zu entfliehen. Ein fantastisches ZiB, liebe Beate. Tucholsky lebte in einer anderen Zeit. Was würde er wohl heute empfinden?!

Ein Haus wird gerade am Ende der Straße eingerissen und verursacht großen Lärm...

...danke übrigens auch für die Einladung in den Norden, der schon längst sehr verlockend auf mich beziehungsweise auch auf meinen Mann wirkt. Irgendwann werden wir losfahren! Und dann melde ich mich um Tipps zu empfangen zu Gastronomie und Hotellerie.

Ich wünsche Dir ein wunderschönes 🌻🌻🌻 Wochenende und
sende herzliche Grüßle, Heidrun

Kirsi Gembus hat gesagt…

Ein ganz toller Post und ein sehr nachdenklich stimmendes ZiB - ich genieße auch immer ganz besonders die stillen Momente!
Liebe Grüße
Kirsi

Klärchen Marie hat gesagt…

Die Stille in der Stille, ja, das muss man aushalten können. Ich mag es!
Liebe Grüße, Klärchen

Nova hat gesagt…

Ich kann diese Stille ebenfalls genießen, das geht mir schon allein so wenn ich am Morgen mit meinem Kaffee rausgehe und mitbekomme wie der Tag erwacht. Auch am Tag, wenn dann doch eine Geräuschkulisse vorhanden ist kann ich persönlich abschalten wenn ich dem Vogelgesang lausche...es sei denn die Tauben gurren, das empfinde ich mit der Zeit schon wieder als Lärm.

Klasse umgesetzt dein ZiB danke ich dir vielmals dafür und dass du wieder mit dabei bist.

Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und sende viele Grüsse

N☼va

geistige_Schritte hat gesagt…

wunderschön dein Posting von der Stille und das Erlebnis allein zu sein im Wald... wenn man es nicht gewöhnt ist macht es einen Angst erst das hast du toll beschrieben .. ach und dann verlorst du sie und dieser Nachthimmel ist so grossartig!
Man kommt wieder näher an das urgefühl der Nacht!

Lieben Gruss Elke

Jutta hat gesagt…

Liebe Beate,

mit dem Älterwerden geht mir Lärm in jeglicher Form zunehmend auf die Nerven und ich sehne mich nach dieser Stille.
Das mit der Angst kenne ich auch; zwar nicht nachts, aber auch am Tage lauert sie hinter jedem Baum im Wald. Ich habe mir aber gesagt, wenn ich dem einmal nachgebe, dann traue ich mich bald nirgendwo mehr hin und dann gibt es für mich auch keine Stille mehr.

Liebe Grüße
Jutta